Was sind die Unterschiede zwischen Jahresarbeitentgeltgrenze, Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze?

Arbeitnehmer, die von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchten, müssen ein Einkommen jenseits der sogenannten Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze vorweisen. Für Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind diese Grenzen dagegen nicht relevant. Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sind einkommensabhängig, jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Alle drei Grenzen sind nicht statisch, sondern werden jedes Jahr neu festgelegt. Dabei spielt die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung eine wichtige Rolle. Dementsprechend erfolgen Betragsanpassungen der einzelnen Grenzen in der Regel nach oben. Das gilt auch für 2018 im Vergleich zu 2017.

Wer sich nicht ständig mit dem Thema Krankenversicherung befasst, der kann die Begriffe Versicherungspflichtgrenze, Jahresarbeitsentgeltgrenze und Beitragsbemessungsgrenze oft nicht richtig einschätzen. Nicht selten werden sie sogar gleichgesetzt, was allerdings nur bedingt richtig ist. Daher sollen sie zum besseren Verständnis im Folgenden in kompakter und übersichtlicher Form erläutert werden.
 

Die Beitragsbemessungsgrenze

Mit der Beitragsbemessungsgrenze wird die Beitragserhebung in der GKV gedeckelt. Der Beitragssatz wird nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe angewandt. Einkünfte darüber hinaus bleiben beitragsfrei. 2017 lag die Grenze bei einem Jahreseinkommen von 52.200 Euro (dies entspricht 4.350 Euro im Monat). 2018 steigt sie auf 53.100 Euro (4.425 Euro im Monat). Der Höchstbeitrag auf der Grundlage des allgemeinen Beitragssatzes in der GKV steigt damit von 635,10 Euro monatlich (2017) auf 646,05 Euro monatlich (2018). Die krankenkassenindividuellen Zusatzbeiträge kommen noch oben drauf.

Viele Tarife in der Privaten Krankenversicherung bieten bei mehr Leistungen niedrigere Beiträge. In der PKV werden die Beiträge grundsätzlich unabhängig vom Einkommen festgelegt. Das jeweilige Versicherten-Risiko ist maßgebend. Für privat versicherte Arbeitnehmer kann die Beitragsbemessungsgrenze dennoch indirekt relevant sein, denn Arbeitgeber zahlen - die regulär 50prozentigen - Zuschüsse zur PKV maximal bis zu ihrem Höchstanteil in der GKV, der durch die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt wird. Auch bei dem sogenannten Basistarif in der PKV ist die Beitragsbemessungsgrenze von Bedeutung. Der Basistarif ist ein Tarif, den jedes private Krankenversicherungsunternehmen anbieten muss. Er gewährleistet ein der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbares Leistungsniveau. Kraft Gesetz darf der Beitrag im Basistarif nicht teurer sein als der Höchstbeitrag in der GKV, für den wiederum die Beitragsbemessungsgrenze maßgebend ist.


Versicherungspflicht- und Jahresarbeitsentgeltgrenze

Die Versicherungspflichtgrenze bezeichnet den Einkommensbetrag, bis zu dem für Arbeitnehmer eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Wer als Arbeitnehmer in die PKV wechseln möchte, muss ein Bruttoeinkommen jenseits der aktuellen Versicherungspflichtgrenze vorweisen. Im Jahr 2017 lag die Versicherungspflichtgrenze bei 57.600 Euro im Jahr, was einem Monatsverdienst von 4.800 Euro entspricht. Für 2018 ist die Versicherungspflichtgrenze auf 59.400 Euro (4.950 Euro im Monat) festgesetzt worden. Die Versicherungsfreiheit - also die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln - tritt dabei erst mit dem Ablauf des Kalenderjahres ein, in dem das Bruttoeinkommen (erstmals) die Versicherungspflichtgrenze überschreitet.

Häufig wird die Versicherungspflichtgrenze auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze - kurz JAEG – bezeichnet. Beide Begriffe sind bedeutungsgleich und können synonym verwendet werden. Neben der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze gibt es auch noch eine besondere Versicherungspflichtgrenze. Sie gilt ausschließlich für Arbeitnehmer, die zum Stichtag 31.12.2002 bereits privat versichert waren. Für sie entspricht die Versicherungspflichtgrenze - um die Begriffsverwirrung komplett zu machen – betragsmäßig der Beitragsbemessungsgrenze. Sie liegt demzufolge in 2018 bei 53.100 Euro nach 52.200 Euro in 2017. Diese Sonderregelung wurde aus Gründen des Vertrauensschutzes eingeführt, als die Versicherungspflichtgrenze erstmals im Rahmen einer Gesetzesreform anders festgelegt wurde als die Beitragsbemessungsgrenze.
 

Anpassungen per Rechtsverordnung geregelt

Die Grenzwerte werden jedes Jahr von der Bundesregierung im Rahmen einer Rechtsverordnung (aktuell: „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2018“, BGBl I Nr. 74 vom 24.11.2017) neu festgelegt. Die Anpassungen orientieren sich dabei an der Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter von Arbeitnehmer im Vorjahr im Verhältnis zu denen des Vorvorjahres. Da die Lohnentwicklung auch von der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst wird, spielt diese mit in die Festlegung der Grenzwerte hinein.
 

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Arbeitnehmer müssen mit ihrem Einkommen die aktuell geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze von 59.400 Euro im Jahr überschreiten, um in die private Krankenversicherung wechseln zu können;
  • für Selbstständige, Freiberufler und Beamte ist diese Einkommensgrenze nicht relevant;
  • die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2018 bei 53.100 Euro (4.425 Euro monatlich): sie bestimmt die Höchstbeiträge in der GKV und hat indirekt auch in der PKV Bedeutung;
  • die genannten Beträge und Grenzen werden jedes Jahr neu durch die Politik angepasst, wobei im Zeitablauf tendenziell Anpassungen nach oben stattfinden;

 

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Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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