Was ist der PKV-Verband?

Rund 8,8 Millionen Menschen sind in Deutschland privat krankenvollversichert, hinzu kommen etwa 32 Millionen Zusatzversicherungen. Doch welcher Verband kümmert sich um die Interessen und Ziele der privaten Krankenversicherung? Wer übernimmt welche Aufgaben und Serviceleistungen? Dieses Porträt stellt den PKV-Verband mit Zahlen, Strukturen, Aufgaben und seinem gesundheitspolitischen Engagement vor.

Verband der Privaten Krankenversicherung

Stand: Juni 2026

Kurz gesagt

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) mit Sitz in Köln vertritt seit 1946 die Interessen der privaten Kranken- und Pflegeversicherung und ihrer Mitgliedsunternehmen. Er bündelt die Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit, berät bei der Tarifgestaltung und engagiert sich gesundheitspolitisch.

2025 zählte die PKV rund 8,8 Millionen Vollversicherte, rund 32 Millionen Zusatzversicherungen und Alterungsrückstellungen von etwa 355 Milliarden Euro – ein zentraler Beitrag zur kapitalgedeckten Finanzierung des Gesundheitssystems.

Der Verband der privaten Krankenversicherung stellt sich vor

Der PKV-Verband fördert und vertritt die allgemeinen Interessen der privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie konkret die seiner Mitgliedsunternehmen im nationalen und europäischen Umfeld. Gegründet wurde der Verband 1946, sein Sitz ist in Köln. Ihm gehören rund 39 ordentliche sowie etwa zehn außerordentliche Mitglieder an; letztere betreiben keine Krankenvollversicherung, sondern bieten nur Zusatzversicherungen an. Die Geschlossenheit des Verbandes zeigt sich daran, dass die vertretenen Unternehmen nahezu den gesamten Markt der privaten Voll- und Zusatzversicherungen abdecken. Unter den Mitgliedern finden sich sowohl Aktiengesellschaften als auch Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit.

Der Verband nimmt regelmäßig Stellung zu Fragen der Sozial- und Ordnungspolitik und beteiligt sich an parlamentarischen Anhörungen. So bringt er Positionen der PKV in die deutsche und europäische Gesetzgebung ein. Darüber hinaus berät er die Mitgliedsunternehmen in Grundsatzfragen der Tarifgestaltung, was etwa bei der Einführung des Basistarifs der Fall war. Versicherungsunternehmen, die Mitglied werden wollen, müssen ihren Geschäftsbetrieb in Deutschland haben und über eine Zulassung durch eine Landesaufsichtsbehörde oder die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) verfügen.

~8,8 Mio privat Vollversicherte in Deutschland (2025) PKV-Verband
355 Mrd € Alterungsrückstellungen der Branche (2025) PKV-Verband
1946 Gründungsjahr, Sitz Köln PKV-Verband

Aufgaben des PKV-Verbandes in der Übersicht

Zu den Kernaufgaben zählt die Vertretung und Förderung der Interessen aller Mitglieder. Stellungnahmen zu Gesetzgebungsverfahren und sozialpolitischen Diskussionen geben den Anliegen der PKV ein öffentlichkeitswirksames Gesicht. Die wichtigste Aufgabe ist es, die vielfältigen Interessen der Mitglieder zu bündeln und ausgleichend zu wirken; in diesem Sinne ist der Verband die zentrale Anlaufstelle für alle Mitgliedsunternehmen. Diese Aufgabe nimmt der Verband seit seiner Gründung – also seit rund 80 Jahren – wahr, wobei die wachsende Zahl privat Krankenversicherter seiner Stimme zusätzliches Gewicht verleiht. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Beratung der Mitgliedsunternehmen bei der Tarifgestaltung. Als Dachorganisation gibt der Verband zudem einen Rahmen vor, der für Orientierung im Wettbewerb sorgt.

Was sind die Positionen des PKV-Verbandes?

Zu den wichtigsten Anliegen gehört es, die Finanzierbarkeit der Gesundheitskosten zu sichern – unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und des medizinisch-technologischen Fortschritts. Die Bevölkerungsentwicklung ist damit eine zentrale Grundlage der Verbandspolitik. Der Verband sieht die private Krankenversicherung als wichtige Säule, um Qualität und Bezahlbarkeit im Gesundheitssystem langfristig zu sichern, und findet mit Stellungnahmen zur Pflege- und Gesundheitspolitik regelmäßig Gehör.

Die Vielzahl der Mitglieder sorgt für eine große Interessenvielfalt. Aufgabe des Verbandes ist es, diese Interessen zu bündeln, gemeinsame Positionen zu definieren und geschlossen nach außen zu tragen. Für die einzelnen Unternehmen wäre es eine Schwächung, müssten sie sich jeweils einzeln zu Grundsatzfragen positionieren. Klare Positionen vertritt der Verband auch zu den Altersrückstellungen für eine spätere Beitragsentlastung: Dass die Rücklagen der Branche 2025 auf rund 355 Milliarden Euro gestiegen sind, wertet er als Beleg für die Tragfähigkeit dieses kapitalgedeckten Ansatzes. Ein weiteres Anliegen ist der Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden, von denen privat Versicherte häufig früh profitieren.

Gesundheitspolitisches Engagement des PKV-Verbandes

Der Verband befasst sich nicht nur mit der Stabilität des Gesundheitssystems, sondern übernimmt auch in sozialen Bereichen Verantwortung. So beteiligt er sich an der Finanzierung der unabhängigen Patientenberatung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Prävention: Der Verband fördert jährlich mit zweistelligen Millionenbeträgen Kampagnen, etwa zur HIV-Aufklärung und gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Weitere Initiativen widmen sich der Gesundheit im Alter. Auch beim Thema Organspende engagiert sich der Verband mit Aufklärungsarbeit.

PKV-Verband: Service und Informationen im Internet

Für Interessenten und Privatversicherte ist die Internetpräsenz des Verbandes informativ: Sie bietet zahlreiche Informationen rund um die private Krankenversicherung, viele davon als PDF-Download. Im Bereich „Zahlen & Fakten“ lässt sich die Entwicklung der privaten Krankenversicherung nachvollziehen, im Bereich Rechtsquellen sind die gesetzlichen Grundlagen kompakt dargestellt. Broschüren zu gesundheitsrelevanten Themen lassen sich bestellen oder herunterladen, ebenso die Verbandszeitschrift „PKV publik“. Über die Aktivitäten informiert der jährliche Rechenschaftsbericht. Mit einem eigenen Verbraucherportal hat der Verband zudem eine Servicestelle geschaffen, die interessierten oder wechselwilligen gesetzlich Versicherten Orientierung gibt.

Zusammenfassung: Was ist und leistet der PKV-Verband?

  • Gegründet 1946, Sitz in Köln; Interessenvertretung der privaten Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Bündelt und vertritt als Dachorganisation die Mitgliedsunternehmen und die Branche in Deutschland.
  • Berät die Mitglieder fachlich, etwa bei der Tarifgestaltung.
  • Rund 39 ordentliche und etwa zehn außerordentliche Mitgliedsunternehmen.
  • Bringt die Positionen der PKV in Gesetzgebungsverfahren auf nationaler und europäischer Ebene ein.
  • Ziel ist die langfristige Qualität und Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung.
  • Gesundheitspolitisches Engagement vor allem in Prävention, Patientenberatung und Organspende.

Häufige Fragen

Was ist der PKV-Verband?
Der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband) ist die Interessenvertretung der privaten Kranken- und Pflegeversicherung in Deutschland. Er wurde 1946 gegründet, hat seinen Sitz in Köln und bündelt die Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik, Gesetzgebung und Öffentlichkeit.
Wie viele Mitglieder hat der PKV-Verband?
Dem Verband gehören rund 39 ordentliche und etwa zehn außerordentliche Mitgliedsunternehmen an. Die außerordentlichen Mitglieder bieten keine Krankenvollversicherung, sondern nur Zusatzversicherungen an. Gemeinsam decken die Mitglieder nahezu den gesamten Markt der privaten Voll- und Zusatzversicherungen ab.
Welche Aufgaben hat der PKV-Verband?
Er vertritt und bündelt die Interessen seiner Mitglieder, nimmt Stellung zu Gesetzgebungsverfahren auf nationaler und europäischer Ebene, berät bei Grundsatzfragen der Tarifgestaltung und engagiert sich gesundheitspolitisch, etwa in der Prävention und bei der unabhängigen Patientenberatung.
Wie groß ist die private Krankenversicherung in Deutschland?
Ende 2025 waren rund 8,8 Millionen Menschen privat vollversichert, hinzu kamen rund 32 Millionen Zusatzversicherungen. Die Beitragseinnahmen in Kranken- und Pflegeversicherung lagen bei etwa 54 Milliarden Euro, die Alterungsrückstellungen bei rund 355 Milliarden Euro.

Quellen

  • PKV-Verband – Aufgaben, Organisationsstruktur und Mitgliedsunternehmen.
  • PKV-Branchenzahlen 2025 – Vollversicherte, Beitragseinnahmen (54,4 Mrd. €) und Alterungsrückstellungen (355,4 Mrd. €).