Schlichter von Beruf - der Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung

Seit über einem Jahrzehnt gibt es den „Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung“ - eine anerkannte Institution, die in Streitfällen zwischen Versicherungsnehmern und Krankenversicherung schlichtet. Vielen Versicherten ist die Möglichkeit einer Streitbeilegung mit dem eigenen Versicherungsunternehmen gar nicht bekannt - Grund genug, sie hier etwas näher zu beleuchten.
 

Anerkannter Schlichter nach dem VVG

In Deutschland hat sich das aus Schweden stammende Konzept des „unparteiischen Schlichters“ seit den 1970er Jahren in vielen Bereichen etabliert, so auch in der PKV. Der Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung ist eine anerkannte Schlichtungsstelle nach dem Versicherungsvertrags-Gesetz (§ 214 VVG) und damit quasi „halbamtlich“. Die Position wird seit 2014 von Heinz Lafermann - früher Richter, Abgeordneter und beamteter Staatssekretär im Bundesjustizministerium - wahrgenommen. Der Sitz der Ombudsmann-Stelle befindet sich in Berlin. Die Adresse lautet:
 

OMBUDSMANN Private Kranken- und Pflegeversicherung
Postfach 06 02 22
10052 Berlin
Telefon: 0800 2 55 04 44
Telefax: 030 20 45 89 31
Website:
www.pkv-ombudsmann.de
 

So läuft das Verfahren ab

Verfahren vor dem Ombudsmann sind weitestgehend kostenlos. Es empfiehlt sich daher, diese Möglichkeit zur Streitschlichtung zu nutzen, ehe ein kostspieliger Rechtsstreit in Gang gesetzt wird. Um ein Verfahren einzuleiten, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Beschwerden sollten schriftlich eingereicht werden, ggf. auch per Fax oder online über die Ombudsmann-Website;
  • Es gilt eine Einreichungsfrist: die Beschwerde muss binnen eines Jahres nach der zugrundliegenden Entscheidung der Krankenversicherung eingehen;
  • Beschwerden, die bereits Gegenstand von Gerichts- oder Mahnverfahren sind, werden nicht angenommen;
  • Das gilt auch für Bagatellfälle (Streitwerte bis 50 Euro).
     

Der Ombudsmann prüft die Beschwerden zunächst auf ihre Zulässigkeit und bittet die zuständige Krankenversicherung um Stellungnahme. Auf der Basis der von beiden Seiten eingereichten Unterlagen nimmt er dann eine weitere Prüfung in sachlicher und rechtlicher Hinsicht vor. Soweit möglich, versucht der Schlichter eine gütliche Einigung zu erzielen - oft ein Kompromiss. Nur wenn die Beschwerde auch nach Ansicht des Ombudsmanns unbegründet ist, wird dies in einem Antwortschreiben näher erläutert.
 

Die Ombudsmann-Tätigkeit - einige Zahlen

Im Jahre 2014 - dem letzten Berichtsjahr - gingen bei der Stelle 5.875 Beschwerden ein. Die Zahl der Beschwerdefälle ist seit einigen Jahren leicht rückläufig. Das Gros (80 Prozent) entfiel dabei auf Krankenvollversicherungen. Hier ging es vor allem um die Themen „medizinische Notwendigkeit“, „Gebührenstreitigkeiten“, „Vertragsauslegungen“ und „Arznei- und Heilmittel“ - zusammen rund zwei Drittel der Fälle. In immerhin 27 Prozent aller Beschwerdefälle konnte der Ombudsmann eine gütliche Einigung erreichen.

Titelbild: trueffelpix – fotolia.com

"Privatpatient" werden und trotzdem weniger bezahlen?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "Privatpatient" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt man ist beim richtigen Anbieter.
 

Weitere Informationen >>>

Beliebte Artikel zum Thema:

Im Regelfall läuft das Vertragsverhältnis mit einem privaten Krankenversicherer störungsfrei. Doch manchmal kommt es doch zu Konflikten - meist dann, wenn die Versicherung die Erstattung von Kosten verweigert oder nur teilweise erstattet. Ein solcher
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Klagen von Versicherten gegen PKV-Anbieter wegen unberechtigter Prämienerhöhungen. Dabei wurde nicht die materielle Berechtigung der Beitragsanpassung in Frage gestellt. Es ging in erster Linie um
Beitragserhöhungen sind für jeden Versicherungsnehmer ein Ärgernis. Für PKV-Versicherte gilt das besonders, steigen ihre Beiträge doch manchmal schmerzhaft. Nach Jahren relativer Stabilität sind zweistellige Anpassungen keine Seltenheit. Die
Jahrelang ist der Standardtarif ohne Beihilfe in der PKV stabil geblieben, jetzt müssen sich Versicherte ohne Beihilfeanspruch auf höhere Beiträge einstellen. Zum 1. Juli steigen die Prämien deutlich - auf durchschnittlich 390 Euro im Monat, wie der
In regelmäßigen Zeitabständen gibt es immer wieder Berichte über drastische Beitragssteigerungen in der PKV. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres wurden viele Privatversicherte mit deutlich höheren Beiträgen - manchmal sogar im zweistelligen
In diesem Jahr haben viele PKV-Versicherte unerfreuliche Post von Ihrer Krankenversicherung erhalten. Nach Jahren relativer Beitragsstabilität steigen die Beiträge in etlichen Tarifen 2021 drastisch, die Gründe dafür sind vielschichtig. Eine
2020 neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Was für ein Jahr - wie kein anderes seit 100 Jahren war und ist es durch ein weltweites Pandemie-Geschehen geprägt, Corona wird uns wohl noch weit bis weit in 2021 hinein beschäftigen. Neben der enormen
Wie bei jeder privaten Versicherung gibt es auch in der PKV Beitragsanpassungen. In der Regel handelt es sich um Beitragserhöhungen. Denn im Gesundheitssystem besteht ein Trend zu höheren Ausgaben - bedingt durch den medizinischen Fortschritt, mehr
Beitragserhöhungen sind für PKV-Versicherte häufig ein Ärgernis. Der gesetzliche Anpassungsmechanismus sorgt dafür, dass bei vielen Tarifen auf Phasen längerer Beitragsstabilität eine schockartige Prämienanpassung erfolgt. Es verwundert nicht, dass
Im vergangenen Jahr hat ein Urteil des Landgerichts Potsdam für Aufsehen gesorgt. Das Gericht hatte Prämienerhöhungen der AXA Krankenversicherung AG für unwirksam erklärt, weil die Unabhängigkeit des Treuhänders, der die Beitragsanhebung zu testieren