Leistungslücken der GKV schließen - die beliebtesten Zusatzversicherungen

Das gesetzliche Gesundheitssystem deckt ab, was medizinisch notwendig ist – nicht mehr und nicht weniger. Bei Zähnen, Auslandsreisen, Krankenhaus-Wahlleistungen und Pflege bleiben aber deutliche Lücken. Private Zusatzversicherungen schließen sie. Ein Überblick über die am häufigsten genutzten Tarife.

Private Krankenzusatzversicherung – Leistungslücken der GKV schließen
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Stand: Juni 2026

Kurz gesagt

Rund 73 Millionen Menschen sind gesetzlich krankenversichert. Die GKV deckt das medizinisch Notwendige ab, lässt aber bei Zahnersatz, Auslandsreisen, Krankenhaus-Wahlleistungen und Pflege spürbare Lücken. Private Zusatzversicherungen schließen sie gezielt.

Mit über 31 Millionen abgeschlossenen Zusatzpolicen ist dieser Bereich seit Jahren Wachstumstreiber der PKV. Am häufigsten genutzt wird die Zahnzusatzversicherung; stark im Kommen ist die betriebliche Krankenversicherung.

Rund 73 Millionen Bundesbürger sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert – entweder als beitragspflichtige Mitglieder oder im Rahmen der kostenlosen Familienversicherung. Das entspricht rund 87 Prozent der Bevölkerung. Das gesetzliche Gesundheitssystem bietet in vielen Bereichen eine gute Versorgung – das, was medizinisch notwendig ist, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt aber auch Bereiche mit deutlichen Leistungslücken, und mancher wünscht sich eine Versorgung über die Regelbehandlung hinaus.

Behandlungen und medizinische Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen zählen, sind selbst zu tragen – oder man vereinbart dafür einen privaten Krankenzusatzschutz. In Deutschland bestehen inzwischen über 31 Millionen private Krankenzusatzversicherungen. Viele gesetzlich Versicherte besitzen mindestens einen solchen Zusatzschutz; die privaten Krankenzusatzversicherungen sind seit Jahren Wachstumstreiber im PKV-Geschäft.

Zahnzusatzversicherung

Die am häufigsten genutzte private Zusatzversicherung ist die Zahnzusatzversicherung. Mehrere Millionen Menschen verfügen über einen solchen Schutz, und ihre Zahl ist über die Jahre deutlich gewachsen. Bei Zahnbehandlungen ist das gesetzliche System besonders lückenhaft: Für Zahnersatz zahlen die Krankenkassen nur befundbezogene Festzuschüsse, die oft nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten abdecken – gerade wenn hochwertige Implantate oder Inlays gewünscht sind.

Auslandsreisekrankenversicherung

Ebenfalls sehr häufig genutzt wird ein privater Auslandskrankenschutz – aus gutem Grund: In der GKV sind nur Behandlungen in Deutschland, im EU-/EWR-Raum sowie in einigen Abkommensstaaten abgedeckt. Wer Reisen nach „Übersee“ unternimmt, kann nicht auf die „Gesetzliche“ bauen. Oft ist der Nachweis eines privaten Auslandskrankenschutzes sogar Bedingung für die Einreise. Generell nicht übernommen werden von den Krankenkassen die Kosten für einen Krankenrücktransport in die Heimat. Schon aus diesem Grund kann sich ein privater Auslandskrankenschutz lohnen.

Krankenhauszusatzversicherung

Mehrere Millionen Menschen besitzen eine Versicherung für Wahlleistungen im Krankenhaus. Diese ermöglicht bei Krankenhausaufenthalten einen Status als Privatpatient – auf Wunsch mit privatärztlicher Behandlung sowie Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Ob notwendig oder Komfort, ist Ansichtssache. Eine angenehme Unterbringung und Pflege dürfte der Genesung jedenfalls zuträglich sein.

Private Pflegezusatzversicherung

Vergleichsweise wenig genutzt wird bisher die private Pflegezusatzversicherung, obwohl die Zahl der Verträge über die Jahre kräftig gestiegen ist. Privaten Pflegezusatzschutz können sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte gut gebrauchen, denn die soziale Pflegeversicherung bzw. die private Pflegepflichtversicherung ist keine Vollkostenversicherung. Das gilt insbesondere bei stationärer Pflege: Hier sind trotz aller Bemühungen um eine soziale Abfederung nach wie vor hohe Eigenanteile zu leisten. Durch die immer höhere Lebenserwartung steigt das persönliche Pflegerisiko – es gibt daher triftige Gründe für privaten Pflegezusatzschutz.

Der weit überwiegende Teil der privaten Pflegezusatzversicherungen sind Pflegetagegeldversicherungen, nur ein kleiner Teil sind Pflegekostenversicherungen. Die Pflegetagegeldversicherung ist besonders einfach und flexibel zu handhaben. Sie wird außerdem unter bestimmten Bedingungen staatlich gefördert (Stichwort Pflege-Bahr). Trotz des Wachstums gilt aber: Es ist noch viel Luft nach oben.

Betriebliche Krankenversicherung

Zu einem echten „Renner“ hat sich die betriebliche Krankenversicherung (bKV) entwickelt. Bei der bKV bietet ein Unternehmen seinen Mitarbeitern im Rahmen einer Gruppenversicherung privaten Krankenzusatzschutz. Meist handelt es sich dabei um Leistungspakete aus mehreren Zusatzversicherungen; die Mitarbeiter benötigen dann keinen eigenen Zusatzschutz. Die betriebliche Krankenversicherung ist in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels ein wirksames Instrument für Mitarbeitergewinnung und -bindung und eignet sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Die Zahl der Betriebe, die eine bKV anbieten, hat sich binnen weniger Jahre vervielfacht; inzwischen profitieren mehrere Millionen Beschäftigte über ihren Arbeitgeber von privatem Zusatzschutz.

Häufige Fragen zu Zusatzversicherungen

Welche Zusatzversicherung wird am häufigsten genutzt?
Die Zahnzusatzversicherung. Sie ist mit Abstand die meistgenutzte private Zusatzpolice, weil das gesetzliche System gerade bei Zahnersatz besonders lückenhaft ist: Die Kassen zahlen nur befundbezogene Festzuschüsse, die einen Teil der tatsächlichen Kosten decken – vor allem bei hochwertigem Zahnersatz wie Implantaten oder Inlays.
Reicht die gesetzliche Krankenkasse für Auslandsreisen?
Nur eingeschränkt. Die GKV übernimmt Behandlungen in Deutschland, im EU-/EWR-Raum und in einigen Abkommensstaaten. Bei Reisen darüber hinaus besteht kein Schutz, und einen medizinisch notwendigen Rücktransport zahlt die Kasse generell nicht. Deshalb ist eine private Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll.
Warum eine private Pflegezusatzversicherung?
Weil die soziale Pflegeversicherung nur ein Teilkaskoschutz ist. Gerade bei stationärer Pflege bleiben hohe Eigenanteile, die mit der Pflegedauer und über die Jahre weiter steigen. Mit zunehmender Lebenserwartung wächst das persönliche Pflegerisiko – eine Pflegezusatzversicherung deckt die verbleibende Lücke ab.
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?
Bei der bKV bietet ein Unternehmen seinen Beschäftigten im Rahmen einer Gruppenversicherung privaten Zusatzschutz – meist als Leistungspaket aus mehreren Zusatzversicherungen. Eigene Gesundheitsprüfungen entfallen oft. Für Arbeitgeber ist sie ein Instrument zur Mitarbeiterbindung, das sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen eignet.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. PKV-Verband – Zahlen & Fakten – Bestand privater Zusatzversicherungen.
  2. § 55 SGB V – befundbezogene Festzuschüsse der GKV beim Zahnersatz.