Stiftung Warentest - gute Absicherung mit privaten Zahnzusatzversicherungen

Bei Zahnbehandlungen sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen lückenhaft - das ist eine bekannte Tatsache. Vor allem wenn es um hochwertigen Zahnersatz wie Kronen, Inlays und Implantate geht, müssen Kassenpatienten oft den Großteil der Kosten selbst zahlen. Die Krankenkassen leisten nur bescheidene Festzuschüsse.

Deshalb schließen viele GKV-Mitglieder eine private Zahnzusatzversicherung ab. 2021 verfügten rund 17,9 Millionen Bundesbürger über einen solchen Zusatzschutz. Das ist etwa jeder vierte Kassenpatient. Nicht umsonst ist die Zahnzusatzversicherung der am häufigsten abgeschlossene Krankenzusatzschutz. Wer einen Tarif sucht, hat die Qual der Wahl. Jeder private Krankenversicherer bietet Zahnzusatzversicherungen an und am Markt gibt es hunderte Tarife.
 

267 Tarife von allen namhaften Versicherern untersucht

Die Stiftung Warentest hat jetzt eine umfangreiche Analyse und Bewertung von Zahnzusatztarifen durchgeführt. Berichtet wird darüber in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (Heft 5/2022). Untersucht wurden insgesamt 267 Tarife. Es handelt sich um Angebote, die grundsätzlich allen Kassenpatienten offenstehen. Bewertet wurden Leistungen für Regelversorgung, privat zu zahlenden Zahnersatz, Inlays und Implantate. Außerdem berücksichtigt wurden die in vielen Tarifen vorgesehenen jährlichen Leistungsbegrenzungen.
 

Tarif-Empfehlungen differenziert nach Kundentypen

Die Ergebnisse des Tests fielen bemerkenswert positiv aus. 111 Tarife - mehr als 40 Prozent - erreichten bei Zahnersatz die Bewertung „sehr gut“. Jeder zehnte Tarif - insgesamt 26 - schloss mit der Bestnote 0,5 ab. Für Tarif-Empfehlungen unterscheidet die Stiftung Warentest drei Kundentypen:

  • Rundum sorglos: diese Kunden möchten eine Zahnzusatzversicherung, die umfassend leistet. Auch bei teurem Zahnersatz sollen möglichst alle Kosten übernommen werden. Dafür ist man auch etwas zu zahlen bereit. Die Tester empfehlen die genannten 26 „Best-Tarife“. Die Monatsbeiträge bewegen sich für einen 43jährigen Versicherten in einer Bandbreite von 22 Euro bis 58 Euro.

  • Gut und günstig: hier soll die Zahnzusatzversicherung teure Zusatzkosten bei Zahnersatz auffangen, kleinere Eigenanteile ist man aber durchaus selbst zu zahlen bereit, wenn sich dafür die Beiträge in Grenzen halten. Gute Tarife für diesen Kundentyp sind laut Stiftung Warentest für 43jährige bereits ab 7 Euro Monatsbeitrag erhältlich und auch in höherem Alter muss der Beitrag 30 Euro monatlich nicht übersteigen.

  • Kasse genügt: Kunden dieses Typus wollen sparen und wünschen nur die Übernahme der Eigenanteile bei der Regelversorgung ihrer Zähne. Auf „Extras“ wie Leistungen für hochwertigen Zahnersatz wird verzichtet. Ein solcher Basisschutz ist für 43jährige schon ab 6 Euro Monatsbeitrag zu haben.


Nach Art der Schadenversicherung oder nach Art der Lebensversicherung?

Beim Thema Alter und Beiträge gibt es zwei Arten von Zahnzusatzversicherungen:

  • bei Tarifen, die nach Art der Schadenversicherung kalkuliert sind, steigen die Versicherungsbeiträge stufenweise in Abhängigkeit vom Alter an;

  • bei Tarifen nach Art der Lebensversicherung spielt das Alter nur beim Abschluss eine Rolle. Hier gilt: je höher das Einstiegsalter, umso höher der Beitrag. Danach gibt es aber keine altersbedingten Beitragsanpassungen mehr.

Beitragsanpassungen unabhängig vom Alter sind allerdings bei beiden Tarifarten möglich, wenn sich die Kalkulationsgrundlagen im Zeitablauf ändern.
 

Leistungsbegrenzungen ersetzen zunehmend Wartezeiten

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Leistungsbegrenzungen eine wichtige Rolle bei der Tarifwahl und -bewertung spielen. Immer mehr Versicherer verzichten auf Wartezeiten beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Dafür gibt es häufig zeitlich gestaffelte Grenzen für Leistungen. Ein Tarif leistet dann zum Beispiel im ersten Versicherungsjahr nur maximal 1.000 Euro, im zweiten 2.000 Euro usw. und erst im fünften Versicherungsjahr ist die volle Leistungsinanspruchnahme möglich. Ein Tarif ist umso leistungsstärker je früher die volle Leistung geboten wird.
 

Versicherte haben gute Auswahlmöglichkeiten

Insgesamt stellen die Tester fest, dass mit der passenden Zahnzusatzversicherung eine gute Absicherung der Lücken im gesetzlichen Krankenschutz möglich ist. Die Versicherten können dabei Versicherungsumfang und Beitragsbelastung weitgehend selbst bestimmen - und das bei einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

"Privatpatient" werden und trotzdem weniger bezahlen?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "Privatpatient" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt, man ist beim richtigen Anbieter.
 

Weitere Informationen >>>

Beliebte Artikel zum Thema:

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die operativ in den Kieferknochen eingebracht wird und als Träger für den Implantatkörper - Krone, Brücke oder herausnehmbarer Zahnersatz - dient. Äußerlich sind Implantat-Lösungen von echten Zähnen
Die Zahnzusatzversicherung ist der unbestrittene Spitzenreiter, wenn es um privaten Krankenzusatzschutz geht. Über 16 Mio. Bundesbürger besitzen einen solchen Versicherungsschutz für ihre Zähne - aus gutem Grund: denn gerade beim Zahnarzt oder
Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen erhalten bei medizinischen Leistungen grundsätzlich nur eine Kostenerstattung im Rahmen der Regelversorgung – dabei geht es um Maßnahmen, die als medizinisch notwendig angesehen werden. Wer mehr und bessere