PKV entlastet Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten

Es bedeutet für Unternehmen einen Unterschied bei Lohnzusatzkosten, ob Arbeitnehmer PKV- oder GKV-versichert sind. Die Entscheidung für die private Krankenkasse rechnet sich dabei häufig nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für den jeweiligen Arbeitgeber. Die dadurch bewirkte Entlastung macht jährlich mehr als 1,3 Milliarden Euro aus. Das hat der Verband der bayrischen Wirtschaft (vbw) in einer aktuell vorgestellten Analyse ermittelt. Die PKV trägt damit erheblich zur Stabilisierung der Lohnzusatzkosten hierzulande bei und leistet damit positive Beiträge zum Wirtschaftsstandort Deutschland.
 

Über 1,3 Milliarden Euro Entlastung jährlich

Bei der Analyse handelt es um Durchschnittsbetrachtungen. Angesichts der unterschiedlichen Versicherungssysteme hängt der tatsächliche Effekt für den einzelnen Betrieb von einer Vielzahl von Faktoren ab – zum Beispiel dem Anteil der PKV-Versicherten, dem Einkommensniveau oder der Altersstruktur. Dennoch zeigt die Studie interessante Ergebnisse:

  • aus Arbeitgeber-Sicht bedeutet jeder PKV-versicherte Arbeitnehmer im Schnitt 1.267 Euro weniger Lohnzusatzkosten pro Jahr als ein GKV-versicherter Kollege. Von dieser Ersparnis werden 853 Euro durch niedrigere Beiträge zur Krankenversicherung und 414 Euro durch die private Pflegeversicherung verursacht;
  • auf ganz Deutschland hochgerechnet führt das zu einer Entlastung von 1,33 Milliarden Euro p.a.. Das entspricht dem „Gegenwert“ von gut 40.000 Arbeitsplätzen;
  • danach hätte die deutsche Wirtschaft in den letzten 25 Jahren kumuliert rund 43,1 Milliarden Euro Lohnnebenkosten durch die PKV-Versicherung von Arbeitnehmern gespart;
  • auf einen einzelnen Beschäftigten heruntergebrochen bedeutet das bei angenommener kontinuierlicher Anstellung und Privatversicherung in diesem Zeitraum eine Entlastung von 41.400 Euro pro Kopf.
     

PKV fördert den Wettbewerb

Neben diesen unmittelbaren Effekten sehen die Autoren auch einen nicht zu unterschätzende indirekten Nutzen. Die Koexistenz von GKV und PKV trage nachhaltig und dauerhaft zum Wettbewerb zwischen beiden Versicherungssystemen bei, was sich insgesamt positiv auf das Beitragsniveau auswirke. Dadurch werde zum Beispiel bisher eine Anhebung oder Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV verhindert. Auch hier machen Verfasser eine Musterrechnung auf. Bei fiktiver Unterstellung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (2015: 72.600 Euro) auch für die GKV (hier lag die Grenze 2015 bei 49.500 Euro) hätte sich eine Zusatzbelastung von absolut 1686 Euro pro Arbeitnehmer ergeben.
 

Argumentationshilfe im politischen Diskurs

Die Analyse, die Sie hier finden, liefert wichtige Argumente für den Erhalt der PKV als Vollversicherung. Deren Fortbestand wird von manchem Gesundheitspolitiker gelegentlich in Frage gestellt. Vor allem von Seiten der SPD, Grünen und Linken sind in der Vergangenheit immer wieder Forderungen nach einer Bürgerversicherung laut geworden, die die Systemunterschiede zwischen PKV und GKV beseitigen soll.

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Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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