Eine private Pflegezusatzversicherung - oft günstiger als gedacht

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Viele Bundesbürger haben keine klaren Vorstellungen, was sie eine private Pflegezusatzversicherung kosten würde. In vielen Fällen werden die erforderlichen Prämien stark überschätzt. Das mag ein Grund sein, warum nach wie vor von privatem Pflegezusatzschutz nur verhalten Gebrauch gemacht wird. Gerade mal 3,7 Mio. Verträge bestehen. Oder anders ausgedrückt: von den knapp 70 Mio. Erwachsenen in Deutschland verfügt nur etwa jeder zwanzigste über eine private Pflegezusatzversicherung.
 

Allensbach-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbandes

Das Meinungsforschungs-Institut Allensbach hat jetzt im Auftrag des PKV-Verbandes eine repräsentative Befragung über Kosteneinschätzungen zu privatem Pflegezusatzschutz durchgeführt. Befragt wurden 1.216 Personen. Die Untersuchung wurde im Juni 2019 realisiert. Hier die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

  • den meisten Bundesbürgern ist „hintergründig“ bewusst, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nicht ausreicht, um bei Bedarf Pflegekosten zu decken. In der Allensbach-Umfrage gaben 78 Prozent der Teilnehmer an, dass ihnen die Leistungslücken der gesetzlichen Pflegeversicherung bekannt seien;

  • 57 Prozent der Teilnehmer sagten, es sei ihnen wichtig, so abgesichert zu sein, dass sie bei Pflegebedürftigkeit nicht auf Hilfe von Angehörigen oder vom Staat angewiesen seien. Umso erstaunlicher ist, dass dann nur 5 Prozent über einen Pflegezusatzschutz verfügen;

  • was eine private Pflegezusatzversicherung kostet und ob man sie sich leisten kann, darüber besteht oft Unkenntnis. 58 Prozent der Befragten sagten, sie wüssten nicht oder könnten nicht beurteilen, was der Versicherungsschutz kostet. 38 Prozent konnten keine Aussage machen, wie viel sie im Monat für eine Versicherung aufbringen könnten;

  • nur etwa 14 Prozent der Befragten gaben an, dass der Pflegezusatzschutz sie weniger als 100 Euro im Monat kosten würde. 24 Prozent meinten, die Versicherung würde über 100 Euro monatlich kosten, jeder Achte ging sogar von mehr als 200 Euro aus;

  • rund ein Viertel der Teilnehmer kann nichts oder maximal 50 Euro monatlich für Versicherungsschutz ausgeben. Knapp 30 Prozent würden zwischen 50 und 200 Euro im Monat investieren, sieben Prozent sogar mehr als 200 Euro;

  • im Schnitt wurden die Kosten der Pflegezusatzversicherung auf 161 Euro monatlich geschätzt, dafür kann man durchschnittlich aber nur 77 Euro investieren. Das Gefühl, sich die Versicherung nicht leisten zu können, mag die verbreitete Zurückhaltung beim Versicherungsabschluss erklären.
     

Tatsächliche Kosten niedriger als vermutet

Die tatsächlichen Versicherungs-Prämien liegen in der Regel deutlich niedriger. Für einen gesunden 35jährigen Versicherungsnehmer kostet eine gute Pflegetagegeld-Versicherung (Absicherung bis 1.500 Euro im Monat bei Unterbringung im Pflegeheim) zwischen 40 und 50 Euro monatlich. Einige Tarife liegen sogar darunter. Der Pflegezusatzschutz ist daher auch bei schmalerem Einkommen darstellbar. Unter bestimmten Bedingungen werden Pflegetagegeld-Policen sogar staatlich gefördert (Stichwort: Pflege-Bahr). Dann wird ein monatlicher Beitragszuschuss bis zu 5 Euro gezahlt. Dadurch verbilligen sich die Prämien zusätzlich.
 

Massiver Anstieg der Pflegeheim-Kosten?

Dass eine Absicherung mehr als empfehlenswert ist, macht eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes deutlich. Der Verband befürchtet einen massiven Anstieg der Pflegeheim-Kosten, wenn die von der Bundesregierung angestrebten verbindlichen Tariflöhne für Beschäftigte in Pflegeheimen Wirklichkeit werden. Ohne eine Gegenfinanzierung müssten die zu erwartenden Mehrkosten von den Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörigen getragen werden. Die Eigenanteile könnten dadurch von jetzt 1.800 Euro im Schnitt auf 2.150 Euro steigen - ein Mehr von 350 Euro im Monat, das sich im Jahr bereits auf 4.200 Euro summiert. Eine entsprechende Pflegezusatzversicherung könnte solche Mehrkosten auffangen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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