Krebsvorsorge - schlecht beraten durch die Krankenkasse?

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Gut die Hälfte der Bundesbürger erhält im Laufe ihres Lebens eine Krebsdiagnose. Jährlich erkranken rund 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Mehr als 200.000 Todesfälle p.a. gehen auf eine Krebserkrankung zurück. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Versagen die zweithäufigste Todesursache.

Eine gute und rechtzeitige Krebsvorsorge kann dazu beitragen, das Krebsrisiko nachhaltig zu reduzieren. Im Frühstadium erkannt lassen sich die meisten Krebsarten erfolgreich therapieren. Trotzdem sind viele Bundesbürger bei der Krebsvorsorge nachlässig. Das mag in vielen Fällen an Bequemlichkeit und Sorglosigkeit liegen. Auch die Neigung, unangenehme Themen zu verdrängen, spielt sicher eine Rolle. Ein weiterer Grund ist mangelndes Wissen um die Möglichkeiten der Krebsvorsorge und die Leistungen von Krankenkassen in diesem Bereich.
 

YouGov-Umfrage zum Weltkrebstag

Mit dem Thema Krebsvorsorge hat sich eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsunternehmen YouGov befasst. Die Umfrage wurde anlässlich des Internationalen Weltkrebstags am 4. Februar durchgeführt. Der von der Welt-Krebsorganisation UICC ins Leben gerufene Tag ruft dazu auf, über die Möglichkeiten von Krebsprävention und Krebsfrüherkennung zu informieren. Er feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. An der online durchgeführten YouGov-Umfrage nahmen über zweitausend Bundesbürger teil, die im Zeitraum 27. bis 29. Januar 2020 ihre Meinung äußern konnten. Insgesamt flossen 2.071 Antworten in die Auswertung ein. Das ist eine genügend große Stichprobe, um Aussagen über die Einschätzung der Gesamtbevölkerung zuzulassen.
 

Über die Hälfte nutzt Krebsvorsorge

Das erfreuliche Ergebnis der Umfrage: ein großer Teil der Bevölkerung macht von Krebsvorsorge Gebrauch, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Bei Frauen findet am häufigsten die Brustkrebsvorsorge statt. 75 Prozent der Frauen nutzen die Mammografie. Gebärmutterhalskrebsvorsorge wird mit 65 Prozent am zweithäufigsten genutzt. Zur Hautkrebsvorsorge gehen 55 Prozent der Frauen, zur Darmkrebsvorsorge 36 Prozent. Bei den Männern sind Prostatakrebsvorsorge und Darmkrebsvorsorge mit jeweils 64 Prozent die häufigsten Vorsorgemaßnahmen, gefolgt von Hautkrebsvorsorge mit 55 Prozent.

Das sind die Krebsarten, für die in Deutschland ein gesetzlich verankertes Krebsfrüherkennungsprogramm besteht. Es gehört zum Leistungsstandard der Krankenversicherung. Jeder kann ab einem bestimmten Alter an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig und hat keine Auswirkungen auf die medizinische Behandlung oder Leistungen von Krankenkassen. Nähere Informationen zum gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland gibt es hier .
 

Viele fühlen sich nicht gut beraten

Viele Bundesbürger sehen sich weder von den Krankenkassen noch von den Ärzten ausreichend bei der Krebsprävention beraten. Besonders kritisch ist die Einschätzung bei jüngeren Versicherten. In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre sehen 53 Prozent Beratungsdefizite bei den Krankenkassen und 47 Prozent bei den Ärzten. In der Altersklasse 55+ sagen das 41 Prozent von ihren Krankenkassen und 27 Prozent von ihren Ärzten. Das mag daran liegen, dass die Krebsvorsorge erst ab einem gewissen Alter beginnt. Darmspiegelungen gehören zum Beispiel bei Männern erst ab 50 und bei Frauen ab 55 zur Krebsvorsorge.
 

Wie werden Krebstherapien eingeschätzt?

Unabhängig von der kritischen Bewertung der Präventionsberatung werden Krebsbehandlungen von den Befragten in Deutschland überwiegend positiv eingeschätzt. 39 Prozent bewerten die Behandlungsmöglichkeiten als gut, 30 Prozent sehen sie als „mittelprächtig“, nur 8 Prozent halten sie für schlecht.
 

Krebs kein Tabu-Thema

Fast drei Viertel der Teilnehmer war der Ansicht, dass Krebs kein Tabu-Thema mehr ist. Dieser Meinung war nur jeder fünfte Befragte. Die größten Krankheits-Tabus sind der Umfrage zufolge Erektionsstörungen, Inkontinenz, AIDS und psychische Krankheiten.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
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Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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