Die Beiträge im Standardtarif der PKV steigen

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Der Standardtarif in der PKV ist eine Option für ältere Versicherungsnehmer, die bereits vor 2009 über privaten Krankenversicherungsschutz verfügten und im Alter in einen Tarif mit niedrigeren Beiträgen wechseln wollen oder müssen. Der Tarif wird von allen privaten Krankenversicherern angeboten und sieht ähnliche Leistungen vor wie in der GKV. Versicherte müssen sich jetzt wohl auf einen deutlichen Beitragsanstieg einstellen. Schuld daran sind die anhaltenden Niedrigzinsen.

Normalerweise steht PKV-Kunden, die sich die Beiträge nicht mehr leisten können, der Basistarif zur Verfügung. Er hat den bereits 1994 eingeführten Standardtarif abgelöst, der im Rahmen des Bestandsschutzes nur noch „Alt-Versicherten“ zugänglich ist. Diese können wählen, ob sie den Standardtarif oder den Basistarif nutzen wollen. Allerdings müssen für den Standardtarif neben dem PKV-Versicherungsabschluss vor 2009 noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • ein Mindestalter von 65 Jahren und ein seit mindestens 10 Jahre bestehender privater Krankenvollversicherungsschutz oder

  • ein Mindestalter von 55 Jahren, eine mindestens 10 Jahre bestehende Vollversicherung und ein jährliches Gesamteinkommen, das die Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt. Der entsprechende Schwellenwert beträgt 2018 53.100 Euro;

  • bei vorzeitigem Rentenbezug ist ein Wechsel in den Standardtarif auch für unter 55jährige möglich, wenn mindestens 10 Jahre Vollversicherungsschutz oder Versicherung in einem Beihilfetarif besteht und die Jahreseinkünfte die Versicherungspflichtgrenze nicht überschreiten.
     

Tarifkalkulation beim Standardtarif

Der Standardtarif wird nach den gleichen Regeln kalkuliert wie sonstige Tarife in der PKV. Das heißt, es gilt das Äquivalenzprinzip. Danach müssen die Beiträge im Schnitt die anfallenden Kosten abdecken. Die Beitragshöhe hängt vom individuellen Risiko des Versicherten ab. Die Versicherungsdauer in der PKV und das Alter beeinflussen die Beiträge. Risikozuschläge, die im bisherigen PKV-Tarif zu zahlen waren, fallen auch beim Standard-Tarif an. Altersrückstellungen wirken sich beitragsmindernd aus.

Ähnlich wie im Basistarif gibt es im Standardtarif eine gesetzliche Beitragsdeckelung. Der Beitrag darf den Höchstbeitrag in der GKV nicht übersteigen. Dieser liegt in diesem Jahr bei 646,06 Euro pro Monat. Bei Eheleuten ist der Höchstbeitrag auf das 1,5fache des GKV-Höchstsatzes begrenzt, sofern das Gesamteinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Anders als im Basistarif bleibt der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen bei dieser Grenze unberücksichtigt. Durch den „Ehepartner-Vorteil“ und die Nichtberücksichtigung von Zusatzbeiträgen ist der Standardtarif oft günstiger als der Basistarif. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass beim Standardtarif noch Bisex-Tarife gelten. Unisex-Tarife sind erst ab dem 21. Dezember 2012 eingeführt worden.
 

Niedrige Zinsen erzwingen höhere Beiträge

Wer den Standardtarif nutzt, muss demnächst mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Das gilt zumindest für Männer, denn betroffen sind in erster Linie die Männer-Tarife. Grund für die Anhebung ist die wohl anstehende Absenkung des Höchstrechnungszinses im Zusammenhang mit den anhaltenden Niedrigzinsen. Daneben spielen auch gestiegene Gesundheitskosten eine Rolle. Durch die gesunkenen Zinsen geht die ursprüngliche Tarif-Kalkulation nicht mehr auf, weil sich am Kapitalmarkt längst nicht mehr die Renditen erwirtschaften lassen, die ursprünglich unterstellt worden waren.

Derzeit liegt der Höchstrechnungszins noch bei 3,5 Prozent, Experten erwarten eine Absenkung auf 2,2 bis 2,5 Prozent. Die prozentualen Beitragssteigerungen, mit denen schon zum 1. Juli zu rechnen ist, können durchaus eine zweistellige Größenordnung erreichen. Wie sie genau ausfällt, hängt auch vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Derzeit bewegt sich der Standardtarif häufig in einer Größenordnung von 300 Euro im Monat. Eine Beitragssteigerung von zum Beispiel 15 Prozent würde eine Verteuerung von 45 Euro monatlich bedeuten. Insgesamt nutzen rund 30.000 PKV-Versicherte den Standardtarif.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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