Big Data - auch in der Krankenversicherung ein Trend

Im vergangenen Jahr erregte die Generali Versicherungsgruppe Aufsehen mit der Ankündigung, künftig einen Tarif anbieten zu wollen, bei dem Versicherte Vorteile erhalten, wenn sie Daten zu ihrem Gesundheitsverhalten zur Verfügung stellen. Die Generali nennt ihr Bonusprogramm Vitality. Es soll nicht nur in der Krankenversicherung, sondern auch in den Sparten Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung eingesetzt werden. Ab Juli wird das Vitality-Gesundheitsprogramm starten. Die Generali ist damit Vorreiter einer Entwicklung, die wahrscheinlich erst am Anfang steht.
 

Vitality – belohntes Gesundheitsverhalten

Wie funktioniert Vitality? Zunächst werden der Gesundheitszustand und der Fitness-Level des Versicherten ermittelt. Darauf aufbauend legt der Versicherte selbst bestimmte Ziele fest, die er im Rahmen des Vitality-Programms erreichen möchte. Den jeweils erreichten Status teilt er der Versicherung dann über eine spezielle App mit. Für Maßnahmen, die der Gesundheit dienen - zum Beispiel Teilnahme an Sportkursen oder Durchführung bestimmter Vorsorgeuntersuchungen - werden Punkte vergeben. Beim Passieren vorab definierter Meilensteine winken Rabatte oder Gutscheine für besondere Dienstleistungen. Die Teilnahme am Vitality-Programm ist keine Pflicht, sondern freiwillig. Auch soll der Ausgangs-Gesundheitszustand keine Rolle bei den gewährten Vorteilen spielen. Das Programm belohnt ausschließlich gesundheitsbewusstes Verhalten, nicht Gesundheit an sich.
 

Self Tracking - Einstieg in externe Datennutzung

Verbraucher- und Datenschützer beurteilen den Generali-Vorstoß dennoch kritisch. Sie sehen in Vitality den Einstieg in einen sehr viel umfassenderen Antritt zum Datensammeln in der Krankenversicherung. Big Data - so ein modisches Schlagwort - hält auch hier Einzug. Die zunehmende Digitalisierung hat dabei ungeahnte neue Möglichkeiten eröffnet. Seit es die sogenannte Self-Tracking-Bewegung und zahlreiche Anwendungen - zum Beispiel in Form von Fitness-Apps, Tracker-Armbändern oder Schrittzählern - gibt, war es nur noch eine Frage der Zeit, dass selbst gemessene Gesundheitsdaten auch das Interesse der Krankenversicherungen wecken. Der „gläserne“ Versicherungskunde eröffnet neue Perspektiven, zum Beispiel im Marketing oder bei der Risikokalkulation.
 

Das Daten-Interesse ist geweckt

Die Generali selbst sieht bei Vitality keine Gefahr des Datenmissbrauchs. Die gesammelten Daten würden strikt getrennt von den Versicherungsdaten gehalten, die Versicherung selbst habe keinen Zugang. Aktuell ist auch kein der Generali vergleichbares Angebot am Markt erkennbar. Doch auch bei anderen Versicherern beschäftigt man sich mit dem digitalen Datensammeln. So sprach sich erst kürzlich Jens Baas, der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, für eine Integration von Self Tracking-Daten in die elektronische Patientenakte aus. Und als erste gesetzliche Krankenkasse hat die AOK Nord-Ost im vergangenen Jahr damit begonnen, Fitness-Tracker und Pulsmesser zu bezuschussen - vorerst nur zum Selbst-Messen. Daraus könnte mehr werden.

Titelbild: zerbor – fotolia.com

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>