PKV für Studenten - eine sinnvolle Wahl?

    Bekanntermaßen herrscht bei Studenten oftmals Ebbe in der Kasse. An der Gesundheitsversorgung sollte aber trotzdem nicht gespart werden, zumal auch für Studenten eine allgemeine Krankenversicherungspflicht besteht. Grundsätzlich haben Studenten die Möglichkeit, sich privat krankenversichern zu lassen. Im Folgenden sollen diesbezüglich zentrale Aspekte und Vorteile kompakt beleuchtet werden. Grundsätzlich gilt für alle an einer deutschen Universität eingeschriebenen Studenten die so genannte allgemeine Versicherungspflicht. Dies besagt aber nicht zwingend, dass sich Studenten gesetzlich versichern müssen. Sie haben immer die Möglichkeit, selbst zu entscheiden.
     

    Erstklassige Gesundheitsleistungen:
    Auch Studenten haben die Qual der Wahl

    Sofern keine Familienversicherung mehr besteht und unter Umständen ein Nebenjob ausgeübt wird (in der Regel sind bis zu 20 Stunden pro Woche als Student problemlos möglich), stellt sich unwillkürlich die Frage nach einer Krankenversicherung. Tendenziell kann gesagt werden, dass die PKV Tarife etwas teurer sind als die gesetzliche Variante, dafür aber ist der Umfang an Gesundheitsleistungen weitaus größer und qualitativ besser. Dies trifft auch auf die Gesundheitsversorgung im Ausland zu und ist daher besonders für reisende Studenten ein nicht außer Acht zu lassender Vorteil. Natürlich lassen sich die Kosten nicht pauschalisieren, da sie sich an den individuellen Bedürfnissen und etwaigen Risikofaktoren orientieren (das Alter bei Versicherungseintritt und etwaige Vorerkrankungen sind hier im Wesentlichen zu nennen). Im Basistarif können sich junge und gesunde Studenten sehr günstig und qualitativ hochwertig privat krankenversichern, sodass eine attraktive Option zur GKV auf jeden Fall besteht. Hinzu kommt, dass zahlreiche Anbieter der privaten Krankenversicherung auch spezielle Policen für Studenten anbieten.
     

    Formale Voraussetzungen für die private Krankenversicherung als Student

    An sich ist die PKV Selbstständigen, Freiberuflern, Beamten und Angestellten mit einem Jahresbruttogehalt über 54.900 Euro (im Jahr 2015) vorbehalten. Doch auch für Studenten steht die private Krankenversicherung offen, und zwar unabhängig von einem etwaigen Einkommen. Langfristig gedacht macht es durchaus auch Sinn, schon in jungen Jahren in die PKV zu wechseln, da die Tarife recht günstig sind und sich nicht sehr weit von der GKV abheben. Die angehenden Akademiker werden nach Abschluss des Studiums als Angestellte oder Selbstständige in der Regel keine Probleme damit haben, die Kriterien für den Verbleib in der PKV zu erfüllen. Insofern handelt es sich um eine nachhaltige Entscheidung, bei der oft die bessere Gesundheitsversorgung im Vergleich zur GKV den konkreten Ausschlag gibt. Innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der so genannten Versicherungspflicht können sich Studenten von dieser befreien lassen, sofern eine private Krankenversicherung angestrebt wird. Diese Befreiung hat in den ersten 3 Monaten nach Studienbeginn zu erfolgen, wobei das Datum der Einschreibung maßgebend ist. Danach ist ein Wechsel von der GKV in die PKV erst wieder möglich, sobald die Versicherungspflicht für Studierende endet (also mit Vollendung des 30. Lebensjahres bzw. mit Ablauf des 14. Fachsemesters).
     

    Eine Entscheidung für das gesamte Studium

    Bei der Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht als Grundvoraussetzung für den Wechsel in die private Krankenversicherung handelt es sich um eine nachhaltige Entscheidung, die während und für die Dauer des Studiums nicht mehr widerrufen werden kann (vergleiche hierzu Paragraf 8 Abs. 2 Satz 3 im SGB V). Jeder interessierte Student sollte sich also vorher genau mit dieser Option befassen und überlegen, ob die Entscheidung für ihn optimal ist. Nach dem Studium ist somit eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung wieder möglich, vor allem dann, wenn im Falle eines Angestelltenverhältnisses die aktuell geltende Jahreseinkommensgrenze unterschritten werden sollte.
     

    Und welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung konkret für Studenten?

    Mit der privaten Krankenversicherung kommen auch Studenten in den Genuss einer erstklassigen und vor allem schnellen Gesundheitsversorgung, die sich insbesondere in der freien Arztwahl zeigt. Termine bei Fachärzten sind in der Regel schnell zu bekommen, wobei das genießbare Leistungsspektrum nicht so eingeschränkt bzw. genau reglementiert ist wie bei der gesetzlichen Variante. Je nach gewähltem Tarif und etwaigen Zusatzleistungen gibt es keine Verdienstbeschränkungen, keine oder kaum Kosten für Medikamente und auf Wunsch eine Chefarztbehandlung im Falle eines Krankenhausaufenthaltes. Auch können Studenten in der privaten Krankenversicherung einen Schutz für das Ausland abschließen, falls sie ein Semester außerhalb Deutschlands verbringen müssen oder wollen. Letztlich kann der Student die Kosten durch die Wahl des Leistungsumfanges direkt beeinflussen. Und eine gesunde Lebensweise kann sich in der PKV buchstäblich auszahlen, da es bei vielen Tarifen zu Rückerstattungen kommt, falls über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Im Bedarfsfall kann der Tarif auch immer wieder angepasst werden, sodass kosten- und versorgungstechnisch eine wünschenswerte Handlungsflexibilität besteht. Im Übrigen ist es üblich, die Kosten für das Arzthonorar zunächst vorzustrecken, wobei es zeitnah zu einer Erstattung durch die Versicherung kommt. Auf diese Weise herrscht eine große Transparenz, denn der Versicherte weiß immer ganz genau, was abgerechnet wird und welche Kosten wofür entstehen. In vielen Tarifen für Studenten sind aber auch solche Vorauszahlungen nicht mehr nötig. Konkrete Beitragsvorteile zeigen sich typsicherweise für Studenten über 30 Jahre oder jenseits des 14. Fachsemesters: Hier werden in der GKV aktuell ca. 165 Euro fällig, wohingegen viele günstige Studententarife in der PKV bis zum 35. Lebensjahr genutzt werden können. Ein Vergleich bzw. Blick in die Vertragsdetails kann sich also lohnen.

    Die Monatsbeiträge sind auch eine Frage des individuellen Bedarfs

    Unbestritten ist, dass die private Krankenversicherung für Studierende mehr Leistungen bietet, daher ist sie auch tendenziell etwas teurer. Ein Basistarif ist jedoch nur unwesentlich teurer als der gesetzliche Einheitssatz. Da die Beiträge sehr individuell berechnet werden, kann ein pauschaler Wert sinnvollerweise nicht angegeben werden. Als Grundregel gilt jedoch: Je jünger und gesünder Versicherte in der PKV sind, desto weniger zahlen sie. Mit einem Basis- oder Studententarif lässt sich eine hochwertige Grundversorgung sicherstellen. Wer seinen Versicherungsschutz individuell ausbauen möchte, muss naturgemäß etwas tiefer in die Tasche greifen. Dies gilt aber auch für den gesetzlichen Bereich, denn auch hier sorgen immer mehr Versicherte mit privaten Zusatzpolicen, von denen weit über 20 Millionen (!) existieren, gezielt vor.
     

    Keine Nachteile gegenüber der GKV:
    BAföG und private Krankenversicherung

    Hier ist kein Unterschied zur gesetzlichen Versicherungsvariante erkennbar, es werden dieselben Zuschüsse von zurzeit 64 Euro im Monat gewährt. Allerdings muss der Zuschuss für die private Krankenversicherung separat beim zuständigen BAföG Amt beantragt werden. Fazit: langfristig denken und eine exzellente Gesundheitsversorgung schon als Student nutzen Die Ausführungen bis dato dürften deutlich gemacht haben, dass die private Krankenversicherung für Studenten perspektivisch eine sehr attraktive Alternative ist, zumal die Kosten zu Beginn nicht wesentlich höher sind als in der GKV und diese durch Beitragsanpassungen und einen gesundheitsbewussten Lebenswandeln auch aktiv gesteuert werden können. Ein Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsexperten zeigt sehr schnell, mit welchen Kosten für welche Leistungen konkret zu rechnen ist. Wer nach Ende der Familienversicherung in die PKV wechseln möchte, muss sich binnen 3 Monaten nach der Einschreibung von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Da nach Abschluss des Studiums ein Verbleib in der PKV sehr wahrscheinlich ist (sei es als Selbstständiger oder auch Angestellter oberhalb der Jahreseinkommensgrenze), ist die Entscheidung in perspektivischer respektive nachhaltiger Hinsicht sehr sinnvoll. Klarheit sollte darüber herrschen, dass die gefällte Entscheidung für die PKV jedoch für das gesamte Studium bindend ist, danach ergeben sich freilich wieder neue Handlungsmöglichkeiten.

    Die Private Krankenversicherung für Studenten ist dann besonders zu empfehlen, wenn langfristig absehbar ist, dass auch nach dem Studium ein Verbleib in der PKV angestrebt wird. Denn je früher man in die PKV wechselt, desto günstiger und besser ist es. Für den Fall, dass man mittelfristig nach dem Studium in die GKV wechseln muss, jedoch langfristig aufgrund des sich höher entwickelnden Einkommens (bei Angestelltentätigkeit) wieder eine PKV infrage kommt, lohnt die zeitweise Weiterführung der PKV über eine kostengünstige Anwartschaft. Mit dieser erfolgt dann keine spätere Gesundheitsprüfung mehr, wenn man wieder von der gesetzlichen Krankenkasse in die Private wechseln möchte.

    Zusammenfassung und Praxistipps zum Thema ‚private Krankenversicherung für Studenten‘

    • Versicherungsschutz ist ein Muss: für jeden Studenten besteht eine allgemeine Versicherungspflicht
    • nach dem Ende der Familienversicherung müssen sich Studenten selbst versichern
    • soll es eine private Krankenversicherung werden, so muss die gesetzliche Versicherungspflicht zu Studienbeginn widerrufen werden
    • die Entscheidung für die PKV ist während des Studiums bindend
    • auch in der PKV gibt es spezielle Tarife und Leistungen für Studenten (man denke etwa insbesondere an den Schutz im Ausland)
    • lange Wartezeiten auf Facharzttermine entfallen
    • gerade in perspektivischer Hinsicht ist die Entscheidung für die PKV in jungen Jahren sehr sinnvoll
    • Basistarife sind nur unwesentlich teurer als der Einheitstarif in der GKV
    • für viele private Tarife gilt der Studentenstatus bis zum 35. Lebensjahr, in der gesetzlichen Krankenversicherung wird es ab dem 30. Lebensjahr deutlich teurer
    • in puncto BAföG werden für die PKV dieselben Zuschüsse gewährt

    Bildnachweis: Minerva Studio - fotolia.com

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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