Wann ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll?

    Die Statistik zeigt: Im Ausland ist das Risiko zu erkranken höher als daheim. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen können Tiere bzw. Insekten, die im Heimatland unbekannt sind, fremdartige Bakterien übertragen, zum anderen kann auch die Nahrung zu Irritationen des Körpers führen, beispielsweise durch unbekannte Gewürze oder Wasser, das dem westlichen Standard nicht entspricht. Auch sportliche Aktivitäten, die man in der Regel nicht ausübt, werden im Ausland gern unternommen. Dazu gehört Tauchen, Wandern in größeren Höhen, Skilaufen und vieles mehr. Kleinkinder sind vor allem in warmen Ländern sehr anfällig für Magendarmerkrankungen oder Mittelohrentzündungen.

    Viele Bundesbürger glauben, dass man im Ausland über die gesetzliche Krankenkasse ausreichend abgesichert ist. Ein Irrtum, warnen Experten. In Wirklichkeit ist es so, dass die gesetzliche nur für Schadensfälle aufkommt, die sich in einem der "Schengen-Staaten" zugetragen haben. Dazu zählen viele europäische Staaten. Für Urlaubsziele außerhalb der "Schengen-Staaten" sollte eine Auslandskrankenversicherung Pflicht sein. Andernfalls ist das finanzielle Risiko, das man auf sich nimmt, viel zu hoch. Die Kosten für einen Notarzt, einen Krankenhaus-Aufenthalt oder eine Operation können einen Normalverdiener schnell in den Ruin treiben.

    Auch ein Krankenrücktransport stellt ein erhebliches Kostenrisiko dar. Wenn man am Urlaubsort so krank bzw. verletzt wird, dass vor Ort keine entsprechende Behandlung gewährleistet werden kann, so wird der behandelnde Arzt den Krankenrücktransport veranlassen. In der Regel übernimmt die gesetzliche Kasse nicht die Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport, egal, ob innerhalb oder außerhalb Europas. Dadurch können existenzbedrohende Geldbeträge auf einen zukommen. So muss man für einen Ambulanzflug aus Mallorca etwa 10 000 Euro zahlen, aus der Karibik etwa 60 000 Euro und aus Australien gut 100 000 Euro.

    Wenn die Krankheitskosten in einem Land entstanden sind, mit dem Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat, wie etwa Thailand oder die USA, so muss der Patient, sofern er keine Auslandspolice besitzt, diese Kosten aus eigener Tasche zahlen. Das kann richtig teuer werden. In den USA kostet der Klinikaufenthalt etwa 2000 Euro und zwar täglich. Die Kosten für die Intensivstation können sich auf bis zu 10 000 Euro pro Tag belaufen.

    Die richtige Wahl treffen, hierauf ist zu achten

    Das Angebot ist unüberschaubar und macht die richtige Versicherungs-Auswahl schwer. Generell gilt: Je länger man verreist, desto mehr Details müssen beim Vertragsabschluss beachtet werden bzw. umso umfassender sollte der Schutz ausfallen. Für eine kurze Reise reicht in der Regel eine normale Reisekrankenversicherung aus. Bei längeren Aufenthalten sollte man sich für eine Variante entscheiden, die umfangreicher ausfällt und Vorsorgeleistungen sowie Schutz bei vorübergehendem Aufenthalt in Deutschland bietet. Beim Vertragsabschluss ist darauf zu achten, dass ein eventueller Ambulanzflug nach Hause auf alle Fälle abgedeckt ist. Steht "medizinisch sinnvoll und vertretbar" im Vertrag, so ist man für den Fall eines Rücktransports im Krankheitsfall auf jeden Fall abgesichert. Die Klausel "medizinisch notwendig" hingegen bietet keinen ausreichenden Schutz, da sie nicht auf jeden Rücktransport zutrifft. Experten raten auch von Versicherern ab, die erst nach einem Krankenhausaufenthalt von über 14 Tagen den Heimflug zahlen. Ein wichtiger Punkt bei der Anbieter-Wahl ist die Frage, ob die Versicherung ein gut funktionierendes Notrufsystem für das Ausland bietet, das den Versicherten im Schadensfall zur Verfügung steht.

    Wer oft verreist muss sich nicht für jede einzelne Reise absichern und kann sich für eine Jahres-Auslandskrankenversicherung entscheiden und dadurch Kosten sparen. Für sehr lange Auslandsaufenthalte bietet sich die Langzeit Auslandskrankenversicherung an. Je nach Vertrag kann diese einen Zeitraum von einem Jahr (365 Tage) bis hin zu fünf Jahren miteinschließen.
     

    Für wen sinnvoll?

    Die Auslandskrankenversicherung ist nicht nur für Patienten der gesetzlichen Krankenkasse dringend zu empfehlen. Sie ist oftmals auch für Privatpatienten sinnvoll. Obwohl privat Versicherte auch im Ausland einen guten Schutz genießen, gibt es Schutzlücken, die eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung schließt. Bei privat versicherten Beamten übernimmt die Beihilfe grundsätzlich nicht die Kosten für einen Rücktransport. Auch sonst bleibt der medizinisch notwendige, sinnvolle bzw. vertretbare Rücktransport im Krankheitsfall oftmals nicht gewährleistet.

    Wer über das Wochenende auf einem nur 40 Kilometer entfernten Campingplatz in Frankreich entspannen will, kann guten Gewissens von der Auslandskrankenversicherung absehen. Sollte die Reise allerdings eine gewisse Dauer und vor allem Entfernung haben, so ist die Absicherung durch eine Auslandskrankenversicherung unverzichtbar.
     

    Geltungsbereich

    Eine Auslandskrankenversicherung bietet Schutz für neu aufgetretene Krankheiten bzw. Verletzungen. Wer mit der Absicht ins Ausland fährt, sich dort einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen, wird auf seinen Kosten sitzen bleiben. Die Auslandskrankenversicherung springt ebenfalls nicht ein, wenn man aufgrund einer chronischen Krankheit im Ausland ärztlich behandelt werden muss. Zahnersatz, Kieferorthopädie, Schwangerschaftsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen werden von der Auslandskrankenversicherung nur sehr dürftig abgedeckt.
     

    Wie lange besteht der Schutz?

    Der Versicherungsschutz bezieht sich grundsätzlich auf die gesamte Reisedauer. Es gibt allerdings Versicherer, die ihr Leistungspaket mit einer zeitlichen Begrenzung von sechs Wochen anbieten. Es war lange Zeit strittig, ob bei einem derartigen Versicherungsabschluss der Schutz auch dann besteht, wenn die Reise länger dauert. Wenn eine Erkrankung die rechtzeitige Rückreise verhindert, so bleibt der Versicherungsschutz bis zum Eintritt der Heimreise bestehen.
     

    Fazit

    Die Auslandskrankenversicherung bietet Reisenden einen wichtigen finanziellen Schutz im Krankheitsfall. Trotzdem hat sie sich noch nicht als ein "Muss" durchgesetzt. Experten warnen, dass hier am falschen Ende gespart wird, zumal Auslandskrankenpolicen recht günstig sind. So müssen Einzelpersonen zwischen acht und 25 Euro, Senioren ab etwa 20 Euro aufwärts zahlen. Familienverträge gibt es schon ab 17 Euro jährlich. Die Auslandskrankenversicherung wird sehr oft als Jahres-Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Sie verlängert sich automatisch, weshalb es sich lohnen kann, alte Verträge zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern. Der Leistungsumfang sowie die Dauer des Versicherungsschutzes sind immer tarif- und anbieterabhängig. Um den passenden Anbieter zu finden, ist es sinnvoll, einen Tarifvergleich durchzuführen.

    Titelbild: contrastwerkstatt - fotolia.com

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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