Wie kann ich mein Kind versichern?

    Sobald die Familienplanung ein Thema ist, fragen sich viele werdende Eltern, wie bzw. über wen der Nachwuchs krankenversichert sein wird. Grundsätzlich haben auch Kinder die Möglichkeit, privat krankenversichert zu werden. Allerdings offenbart sich hier ein großer Systemunterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung, denn dort ist für Kinder (und auch Ehepartner) eine kostenlose Familienversicherung vorgesehen. Eine solche Option gibt es in der PKV nicht: Hier muss für jedes Familienmitglied ein eigener Vertrag abgeschlossen werden, wobei für Neugeborene zahlreiche Vereinfachungen eingeführt wurden. Generell gilt, dass die ‚Mitversicherung‘ von Kindern davon abhängt, wo die Eltern versichert sind und welches Elternteil das höhere Einkommen erzielt. Erwachsene können sich natürlich immer gesetzlich krankenversichern lassen (pflichtversichert oder freiwillig). In die private Krankenversicherung können sie als Selbstständige, Freiberufler und Beamte jederzeit wechseln, als Angestellte müssen sie mit ihrem Gehalt die so genannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (2015 sind es jährlich 54.900 Euro brutto) mit ihrem Einkommen übertreffen.

    Was Eltern in diesem Beitrag über die Krankenversicherung von Kindern nachlesen können

    Typische Fragen wie ‚Muss mein Kind gesetzlich oder privat krankenversichert werden‘ oder ‚Was kostet die Krankenversicherung für Kinder‘ sollen in diesem Beitrag so kompakt wie nur möglich anschaulich beantwortet werden. Neben allgemeinen Hinweisen zur Versicherungspflicht werden in diesem Beitrag verschiedene Szenarien geschildert, die unterschiedliche Lebenssituationen widerspiegeln. So sollte für jeden eine Antwort auf seine Fragen möglich sein. Am Ende werden die wichtigsten Faktoren nochmals zusammengefasst.
     

    Das Gesetz regelt die generelle Versicherungspflicht

    Generell gilt in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht, von der natürlich auch Kinder betroffen sind. Der Wunsch der Eltern nach einer optimalen Gesundheitsversorgung ist verständlich, für die letztendliche Entscheidung aber nicht ausschlaggebend. In der Regel ist es so, dass Kinder bei dem Partner versichert werden, der das höhere Einkommen erzielt. Das Kind kommt dann ‚automatisch‘ in die Versicherungsform dieses Elternteils. Sollte der Vater oder die Mutter gesetzlich versichert sein, so wird es das Kind auch. In der privaten Krankenversicherung allerdings wird ein eigener Vertrag fällig, mit entsprechenden Zusatzkosten, die sich auch nach dem konkreten Tarif bzw. dem Versicherungsumfang richten. Eltern, die ihrem Nachwuchs auch in der gesetzlichen Krankenversicherung einen optimalen Schutz bieten wollen, können ggf. über private Zusatzversicherungen nachdenken.
     

    Anmeldung des Nachwuchses in der PKV bzw. GKV

    Generell empfiehlt es sich für Eltern, den Nachwuchs bis spätestens 2 Monate nach der Geburt bei der privaten Versicherungsgesellschaft des Vaters oder der Mutter anzumelden. Sofern das zuständige Elternteil mindestens 3 Monate dort versichert ist, wird das Baby rückwirkend ab der Geburt versichert. Es entsteht also zu keiner Zeit eine Versicherungslücke. Zudem wurden die Aufnahmebedingungen dahingehend erleichtert, dass für Neugeborene keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Dies gilt allerdings nur, wenn der Nachwuchs bei der gleichen Versicherungsgesellschaft angemeldet wird. In der Regel entspricht der Leistungsumfang der Kinderpolice dem Elterntarif, wobei gezielte Anpassungen möglich sind. Durch die flexible Tarifgestaltung ist es in späteren Lebensjahren gezielt möglich, den Versicherungsumfang an die konkreten Bedürfnisse anzupassen. Sofern das Kind bei der gesetzlichen Krankenkasse aufgenommen werden soll / muss, ist dort rechtzeitig bzw. kurz nach der Geburt ein entsprechender Antrag für die kostenfreie Mitversicherung zu stellen. Im späteren Verlauf wird es üblich sein, dass die gesetzliche Krankenkasse die Voraussetzungen für die Familienversicherung regelmäßig überprüft.

    Für die kostenfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

    • das zu versichernde Familienmitglied lebt in Deutschland
    • das Familienmitglied darf selber nicht versicherungspflichtig sein bzw. pro Monat nicht mehr als 405 Euro verdienen (bei einem Minijob liegt die monatliche Grenze bei 450 Euro)
    • das zu versichernde Familienmitglied darf nicht versicherungsfrei sein, also kein Beamter oder Arbeitnehmer oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze sein
    • auch eine hauptberufliche Selbstständigkeit mit mehr als 18 Arbeitsstunden pro Woche sind nicht zulässig
       

    Szenarien, die Orientierung schaffen: Wo das Kind mit Blick auf die Situation von Vater und Mutter versichert werden kann

    Im Folgenden werden typische Szenarien geschildert, in denen sich die meisten Eltern wiederfinden werden. So soll konkret nachvollzogen werden, wo ein Kind unter welchen Voraussetzungen krankenversichert werden kann.
     

    1. Szenario: Mutter nicht berufstätig, Vater in der GKV pflichtversichert (oder umgekehrt)

    Sofern der Vater Alleinverdiener in der GKV ist, werden seine nicht berufstätige Ehefrau sowie das Kind beitragsfrei familienversichert. In einer solchen Konstellation ist es nicht möglich, eine private Krankenversicherung für das Kind abzuschließen. Für Kinder greift die Familienversicherung in der Regel bis zum 23. Lebensjahr, wobei unter bestimmten Voraussetzungen auch Verlängerungen möglich sind.
     

    2. Szenario: Vater und Mutter gesetzlich pflichtversichert

    Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, so ist das Kind über ein Elternteil kostenfrei mitversichert. In dieser Konstellation ist es nicht möglich, das Kind in der PKV anzumelden.
     

    3. Szenario: Mutter pflichtversichert in der GKV, Vater freiwillig in der PKV versichert

    In diesem Fall übersteigt das Einkommen des Vaters die Versicherungspflichtgrenze. Liegt das Einkommen über dem der Mutter, so kann das Kind in der PKV kostenpflichtig versichert werden. Sofern die private Krankenkasse aufgrund einer Erkrankung oder laufenden Behandlung die Aufnahme ablehnen würde (was grundsätzlich möglich ist), so wäre auch eine Versicherung in der GKV über die Mutter denkbar. Sollte der Vater selbstständig sein bzw. sein Einkommen unterhalb der Jahresgrenze liegen, so ist die kostenfreie Familienversicherung über die Mutter möglich.
     

    4. Szenario: Mutter privat versichert, Vater freiwillig gesetzlich versichert (der Vater erzielt das höhere Einkommen)

    In diesem Fall wird das Kind kostenfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung des Vaters versichert, weil dieser das höhere Einkommen hat. Sofern das Einkommen des Vaters die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 54.900 Euro (2015) übersteigt, könnte er sich auch privat versichern lassen, sodass auch der Nachwuchs privat krankenversichert werden könnte.
     

    5. Szenario: Mutter privat krankenversichert, Vater freiwillig gesetzlich krankenversichert (die Mutter erzielt das höhere Einkommen)

    In dieser Konstellation kann das Kind entweder privat (kostenpflichtig) über die Mutter/den Vater oder kostenfrei gesetzlich über ein Elternteil versichert werden. Dieses seltene Szenario kann greifen, wenn ein Elternteil privat krankenversichert ist, obwohl zu wenig Einkommen erzielt wird. Wird ein Befreiungsantrag von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung gestellt, so können Kinder kostenfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung des Vaters oder der Mutter versichert werden. Es gibt also auch durchaus Szenarien, in denen eine gewisse Wahl besteht, und zwar dann, wenn beide Elternteile sehr gut verdienen, aber in verschiedenen Versicherungsformen untergebracht sind. Im Einzelfall sind jedoch immer die individuellen Voraussetzungen genau zu prüfen!

     

    Fazit: Die Wahl der Krankenversicherung der Eltern hat einen Einfluss auf die Kinder

    Die Szenarien in diesem Beitrag haben verdeutlicht, dass die Krankenversicherung und letztlich die konkreten Einkommensverhältnisse der Eltern entscheidend sind. Eine wirkliche Wahlfreiheit gibt es nur in wenigen Fällen, meistens wird das Kind dem Elternteil mit dem höheren Einkommen zugrechnet, wobei nur in der PKV zusätzliche Kosten entstehen. Somit ist es nicht möglich, beide Systemvorteile gleichzeitig auszunutzen. Wenn der Vater gut verdient und privat krankenversichert ist, die Ehefrau dagegen als Teilzeitbeschäftigte in der GKV ist, so muss das Kind kostenpflichtig über den Vater versichert werden. Generell gilt, dass Privatversicherte für die Krankenversicherung ihrer Kinder mit Zusatzkosten rechnen müssen, wobei sie im Gegenzug einen Zugang zu einer erstklassigen Gesundheitsversorgung bekommen. Daher sollte, sofern möglich, die Wahl einer Krankenversicherungsform langfristig durchdacht werden. In der GKV stellen sich etwaige Kostenfragen nicht, da die Option der Familienversicherung unter den hier genannten Voraussetzungen für Kinder und auch Ehepartner möglich ist.

     

    Krankenversicherung für Kinder: wichtige Informationen in der kompakten Zusammenfassung

    • die Wahl der Krankenversicherung für das Kind hängt von den Versicherungs- und Einkommensverhältnissen der Eltern ab
    • in aller Regel wird das Kind dem Elternteil mit dem höheren Einkommen zugerechnet (dessen Versicherungsform gilt dann auch für das Kind)
    • in der gesetzlichen Krankenkasse werden Kinder bis zum 23. Lebensjahr oder auch länger kostenfrei mitversichert
    • gesetzliche Krankenkassen überprüfen regelmäßig, ob die Voraussetzungen für eine kostenlose Familienversicherung noch vorliegen
    • in der PKV wird ab Geburt ein eigener Beitrag fällig, dessen Höhe sich aber aktiv beeinflussen lässt
    • in der PKV gelten für Neugeborene erleichterte Aufnahmebedingungen (keine Gesundheitsprüfung)
    • der Gesetzgeber will durch die angesprochenen Regelungen verhindern, dass die Vorteile beider Systeme ausgenutzt werden (privat Versicherten mit hohem Einkommen bleibt daher der Weg zur kostenfreien Familienversicherung für Kindern meistens verwehrt)
    • Wie muss ich mein Kind krankenversichern? Die oben aufgeführten Szenarien geben konkrete Antworten mit Blick auf unterschiedliche Lebenssituationen
    • mit privaten Zusatzversicherungen können Eltern das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkasse für ihr Kind gezielt verbessern

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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