Was kostet die private Krankenversicherung?

    Die Gesundheit ist – auch wenn wir es uns meistens nicht oder allenfalls nur im akuten Krankheitsfalle bewusst machen – eines der höchsten Güter. Gesundheit an sich kann man nicht kaufen, wohl aber für eine optimale und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung bezahlen. Genau hier drängt sich eine Frage auf, die in diesem Beitrag kompakt und entscheidungsorientiert behandelt werden soll: Was kostet die private Krankenversicherung? Dabei soll es nicht um plakative Werte, sondern vielmehr um einen Einblick in die Kostenstruktur und mögliche Einflussfaktoren gehen. Ein Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung zeigt in nicht wenigen Fällen, dass die PKV gerade für Selbstständige oftmals die günstigere Variante ist.
     

    Grundlegendes Wissen über die Kostenstruktur
    in der privaten Krankenversicherung

    In der PKV geht es rein formal darum, den Risikoausgleich zwischen gesunden und kranken Versicherten innerhalb der Versicherungsgemeinschaft zu organisieren. Rein statistisch analysiert können die Kosten für die private Krankenversicherung über das ganze Leben lang betrachtet als die Summe gesehen werden, die die medizinische Versorgung kosten wird. Im Gegensatz zum Einheitssatz von derzeit 15,5 % (+ ein von der gesetzlichen Krankenkasse individuell festlegbarer Zusatzbeitrag) sind die Kosten in der PKV nicht auf einen allgemeinen Nenner zu bringen: Ein Wesensmerkmal der Monatsbeiträge in der privaten Krankenversicherung im Vergleich zur GKV ist, dass die Höhe des Einkommens keinen Einfluss auf die Beitragshöhe hat. Während der seit Jahren schrumpfende Leistungskatalog in der GKV feste Bestandteile enthält, so können diese in der PKV individuell gewählt werden, was wiederum einen direkten Einfluss auf die entstehenden Kosten hat.

    Überblick: Woraus setzen sich die Kosten für die PKV konkret zusammen?

    Der individuelle Beitrag besteht aus 3 Bestandteilen, und zwar dem Risikoanteil (zur Finanzierung der anfallenden Krankheitskosten), dem Anteil für die Verwaltungskosten und einer gesetzlich vorgeschriebenen Rücklage für das Alter (Stichwort Beitragsentlastung). Stabil können die Kosten langfristig sowohl in der privaten als auch in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht sein, da eine alternde Gesellschaft mit einer höheren Lebenserwartung die Kosten unwillkürlich nach oben treiben wird. Demgegenüber stehen aber immer fortschrittlichere Behandlungs- und Therapieansätze, die vor allem Privatpatienten nutzen können. In erster Linie werden die monatlichen Kosten in der PKV vom Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand bei Versicherungseintritt bestimmt, wozu formal eine Gesundheitsprüfung vorgesehen ist. Durch ein großes Spektrum an Tarifen und Wahloptionen können Leistungen und Kosten gezielt beeinflusst werden. Wer z.B. einen höheren jährlichen Selbstbehalt zahlt, kann die Monatsbeiträge deutlich senken. Wer großen Wert auf die Chefarztbehandlung in einem Einzelzimmer im Krankenhaus legt, muss naturgemäß etwas tiefer in die Tasche greifen. Ob Zahnersatz, Homöopathie oder Kuren, in der PKV kann jeder Kunde gezielt wählen (und später auch kostentechnisch anpassen), welche Leistungen er wirklich braucht. In der gesetzlichen Krankenversicherung muss man mit dem vorlieb nehmen, was die Kasse anbietet bzw. übernimmt. Angestellte mit einem hohen Gehalt zahlen dort deutlich mehr als etwa eine Kassiererin in Teilzeit, woraus sich aber keine höheren Leistungsansprüche ableiten lassen.
     

    Einige Rechenbeispiele zur groben Einschätzung möglicher Kosten

    Während die Beiträge der GKV stärker sozial gewichtet sind, sind sie in der PKV vom Einkommen weitgehend entkoppelt. Konkrete Kosten können seriöserweise nicht angegeben werden, aber ein gesunder Mann Anfang 30 wird mit einem Tarif ohne Selbstbehalt je nach Zusatzleistungen irgendwo zwischen 200 und 400 Euro monatlich aufbringen müssen. Frauen zahlen tendenziell etwas mehr. Junge Studenten, die sich ebenfalls privat krankenversichern lassen können, zahlen in der Regel deutlich weniger als der hier angedeutete finanzielle Rahmen. Nur zum Vergleich: Ein Selbstständiger mit recht gutem Verdienst zahlt in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung sehr schnell den Höchstsatz, der sich an der aktuell geltenden Beitragsbemessungsgrenze (2015 sind 4125 Euro pro Monat) orientiert: Mit einem Beitragssatz von 15,5 % (plus eventuellen Zusatzbeiträgen) sind pro Monat nicht selten deutlich über 600 Euro fällig. Für diesen Beitrag ließe sich in der PKV ein äußerst leistungsstarker Tarif individuell zusammenstellen, der deutlich bessere Gesundheitsleistungen enthält. Durch die Entkopplung vom Einkommen müssen Selbstständige in puncto Kosten in der PKV auch nicht mit ständigen Überprüfungen und Anpassungen rechnen, so wie es in der GKV der Fall ist.
     

    Kostenfaktoren: Was Wechselwillige, Interessenten bzw. Selbstständige bedenken sollten

    Neben dem gewählten Tarif, dem Alter und dem Gesundheitszustand haben insbesondere Zusatzbausteine einen direkten und mitunter großen Einfluss auf die Monatsbeiträge: Ein Online Vergleich oder eine professionelle Fachberatung kann schnell im Sinne der Transparenz verdeutlichen, welchen konkreten Kosteneinfluss welche Leistungsbestandteile haben. Neben den bereits angesprochenen Faktoren wie Selbstbehalt, Chefarztbehandlungen, Zuzahlungen, alternativen Heilmethoden etc. hat auch die Höhe des Krankentagegeldes einen Einfluss auf die Beitragshöhe. Dieses wird im Krankheitsfalle ab dem 42. Kalendertag (auf Wunsch auch eher) als Lohnersatz gezahlt. Je höher der versicherte tägliche Satz ist, desto höher sind natürlich auch die Monatsbeiträge. Allerdings sollten Selbstständige und Freiberufler gerade an diesem Punkt nicht sparen, um im Krankheitsfalle nicht in Liquiditätsengpässe zu geraten. Natürlich ist es auch möglich, zu Beginn einen günstigen Tarif zu wählen und diesen später dann upzugraden, wobei zuallermeist eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich wird. Im entgegengesetzten Sinn ist es auch möglich, Kosten zu senken, indem bestimmte Bausteine abgewählt oder durch andere ersetzt werden. In jedem Falle entwickeln sich die Kosten dynamisch: regelmäßige Überprüfungen des eigenen Tarifumfangs sind in der PKV der beste Weg, um aktiv Kosten zu sparen bzw. zu effektivieren. Generell erscheint ein Wechsel des Tarifes innerhalb eines Anbieters langfristig immer vorteilhafter als ein kompletter Anbieterwechsel.
     

    Langfristige Perspektive: die Kostenentwicklung im Rentenalter

    Wie bereits angedeutet, wird die steigende Lebenserwartung unausweichlich zu höheren Kosten für die Krankenversicherung führen, was aber für beide Formen der Krankenversicherung gleichermaßen gilt. Mit einer befürchteten Beitragsexplosion müssen Privatversicherte aber dennoch buchstäblich nicht rechnen, denn sie sorgen mit der so genannten Beitragsentlastung schon in jüngeren Jahren gezielt vor: So ist es seit Anfang 2000 gesetzlich vorgeschrieben, dass Neuversicherte einen Zuschlag von 10 % auf den individuellen Beitrag entrichten müssen, der als Altersrückstellung verwendet wird. Die Monatsbeiträge werden im Alter unbestritten steigen, aber durch das effektive Mittel der Beitragsentlastung werden die Kosten im Rentenalter (das konkrete Alter kann von Anbieter zu Anbieter variieren) um einen vertraglich festgelegten Beitrag gesenkt. Insofern punktet die PKV mit Blick auf langfristige Kosten durch Nachhaltigkeit, da die Beiträge von heute sich direkt auf die von morgen auswirken werden. Diese Rückstellungen sind es auch, die einen kompletten Wechsel als nicht vorteilhaft erscheinen lassen, da ein vollständiger Transfer der Rücklagen nicht ohne weiteres möglich ist. Aber auch im Rentenalter bietet die PKV flexible Möglichkeiten zum Einsparen von Kosten, indem ein preisgünstigerer Tarif gewählt wird.
     

    Tipps: Wie finde ich den günstigsten privaten Krankenversicherer?

    Wer Kosten für die private Krankenversicherung in Bezug auf die eigene Lebenssituation und die spezifischen Bedürfnisse konkretisieren möchte, sollte sich mehrere Angebote unverbindlich einholen oder einen Online Vergleich wagen. Die Möglichkeit der Fachberatung bietet genügend Raum, um in einer persönlichen Atmosphäre wichtige Fragen direkt zu klären. Gerade bei Vorerkrankungen ist ein wenig Vorsicht geboten: Diesbezüglich sollten Interessenten ganz unverbindlich anfragen. Generell kann eine Ablehnung erfolgen, was in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich ist. Solche Fälle kommen aber recht selten vor, zumal durch das große Spektrum an Versicherern immer zahlreiche Handlungsalternativen genutzt werden können. Eine gute Versicherung erkennen kostenbewusste Kunden daran, dass die Beitragsentwicklung über die letzten Jahre recht stabil war (hierzu genügt oft ein Blick auf die Homepage bzw. in die Geschäftsberichte). Auch ein stetiger Zustrom von neuen, jungen Versicherten kann aktiv zu einer moderaten Beitragsentwicklung beitragen.
     

    Fazit und Ausblick zur Fragestellung ‚Was kostet die private Krankenversicherung? ‘

    Die Rechenbeispiele und vielfältigen Kostenfaktoren mit Blick auf die PKV haben gezeigt, dass eine einheitliche Angabe im privaten Bereich nicht geben kann. Aus den zahlreichen Kostenfaktoren ergeben sich individuelle Handlungsspielräume für privat Versicherte, um die Kosten und Gesundheitsleistungen aktiv zu beeinflussen. Allerdings zahlen junge und gut verdienende Selbstständige in der PKV nicht selten deutlich weniger an Monatsbeiträgen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Insofern wurden in diesem Beitrag zentrale Kostenfaktoren erläutert, die als belastbare bzw. buchstäblich berechenbare Entscheidungshilfe herangezogen werden können. Der große Vorteil der PKV zeigt sich in der großen Wahlfreiheit, während man als Kassenpatient mit dem zufrieden sein muss, was übernommen wird. Die steigende Anzahl an privaten Zusatzversicherungen offenbart in aller Deutlichkeit, dass die gesetzlichen Kassenleistungen immer weiter abnehmen und oft nur noch einen minimalen Standard abdecken.
     

    Ein zusammenfassender Überblick: Kostenfaktoren in der privaten Krankenversicherung

    • die Kosten der PKV richten sich nach Alter, Gesundheitszustand und Versicherungsumfang, und nicht nach dem Einkommen wie in der GKV (bis zur Beitragsbemessungsgrenze)
    • Monatsbeiträge in der PKV stellen ein individuelles Versicherungsrisiko dar, sie spiegeln nicht das Gehalt wider
    • eine nachhaltige Form der Krankenversicherung: die Kosten für die Monatsbeträge in der privaten Krankenversicherung erhalten eine Rücklage für die Beitragsentlastung im Alter
    • nur das zahlen, was gewünscht ist: durch die Wahl verschiedener Tarife und Bausteine können die Kosten gezielt gesteuert werden
    • durch die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten für die private Krankenversicherung im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes relativieren sich die anfallenden Kosten
    • Kosten zurückbekommen geht nur in der PKV: in vielen Tarifen kommt es zu Rückerstattungen, falls über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen beansprucht wurden
    • konkrete Kosten erfahren Interessenten in einem Beratungsgespräch

    TItelbild: stockwerk - fotolia.com

    Vorsicht geboten bei "Lockvogeltarifen"!

    Die Preisunterschiede in der Privaten Krankenversicherung variieren zum Teil deutlich. Nicht selten locken Anbieter mit günstigen "Einstiegsbeiträgen" (z.B. Berufseinsteiger, Anwärter, Studenten), die sich jedoch später im Haupttarif verteuern können. Fragen Sie daher immer nach dem Beitrag, der nach einer etwaigen Karenzzeit anfällt. Wählen Sie zudem immer einen Anbieter, der auch Beitragsrückerstattungen auszahlt. Nutzen Sie hierfür unseren kostenlosen PKV-Vergleich und sparen Sie regelmäßig mehrere hundert Euro im Jahr ein!

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