Die richtige PKV finden - Tipps und Empfehlungen

    Der große Vorteil der privaten Krankenversicherung im direkten Vergleich mit der gesetzlichen Variante zeigt sich darin, dass sie Versicherten individuelle Tarife zugänglich machen. Im Gegensatz zur GKV haben Versicherte in der PKV ganz grundlegend die Möglichkeit, sich mit Blick auf die eigene Gesundheitssituation einen Tarif maßschneidern zu lassen. Insofern besteht auch unabhängig von wichtigen Auswahlfaktoren, die im Folgenden kompakt beleuchtet werden, immer die Handlungsoption, einen Tarif auf die eigenen Wünsche konsequent auszurichten. Wer es günstig haben möchte, kann einen Basistarif wählen, mit dem alle grundlegenden Gesundheitsleistungen in aller Regel abgedeckt sind. Wer Wert auf einen gewissen ‚Luxus‘ in Krankheitssituationen legt, kann sich bewusst für eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder sehr hohe Erstattungen im Bereich Zahnersatz entscheiden. Auch ein breites Spektrum aus dem Bereich der alternativen Heilmedizin lässt sich in der PKV absichern. Zu Beginn sollte sich jeder also mit seinen eigenen Leistungswünschen und Ansprüchen auseinandersetzen. Nur so kann eine notwendige Klarheit erreicht werden, um einen wirklich guten und individuell passenden Tarif zu wählen.
     

    Selbstbeteiligung prüfen: Oft steckt der Teufel im vertraglichen Detail

    Wer online Tarife vergleicht, wird sehr schnell auf eine mögliche Selbstbeteiligung stoßen. Je höher diese gewählt wird, desto günstiger kann ein Tarif ausfallen. Neben der generellen Eigenleistung pro Jahr kann es in manchen Policen auch zu Zuzahlungen für Zahnersatz oder Medikamente kommen. Insofern sind die Vertragsdetails genau zu prüfen. Ein individuell passender Tarif für kostenbewusste Versicherte sollte außer der jährlichen Selbstbeteiligung nicht viele weitere Kosten enthalten. Es ist immer ratsamer, die Versicherungsbedingungen vorher zu prüfen bzw. diese von einem Fachmann erläutern zu lassen, als später im Krankheitsfalle über zusätzliche Kosten zu stolpern.
     

    Tendenzen hinter den Zahlen: Die Historie der privaten Krankenversicherung sollte geprüft werden

    Grundsätzlich ist die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung nicht ohne weiteres möglich, es sei denn, Angestellte fallen unter die aktuell geltende Verdienstpflichtgrenze (2015 sind es 54.900 Euro Bruttogehalt). Mit zunehmendem Alter, vor allem jenseits der 55, wird es schwieriger, wieder in die GKV zu wechseln. Durch die Beitragsentlastung für das Alter ist ein solcher Wechsel auch nicht wirklich zu empfehlen, da die Ersparnisse für eine moderate Beitragsentwicklung so nicht vollständig genutzt werden können. Generell ist die Entscheidung für die private Krankenversicherung nachhaltiger Natur, sie will also gut durchdacht werden. Gerade auf die Entwicklung der Beiträge sollte daher von Beginn an größter Wert gelegt werden. Naturgemäß zahlen junge und gesunde Menschen in der PKV oft deutlich weniger als in der GKV, da sich die Beiträge am Alter und gesundheitsrelevanten Risikofaktoren orientieren. Trotzdem sollte beim Eintritt in die private Krankenversicherung nicht unbedingt der allergünstigste Tarif gewählt werden. Solche Tarife können auf Dauer gesehen teurer werden, da im Alter mit deutlichen Steigerungen zu rechnen ist. Es gilt, langfristig zu denken und zu kalkulieren. In jedem Falle sollte ein Tarif mit Beitragsentlastung gewählt werden, um die im Alter zweifelsohne steigenden Kosten zu kontrollieren bzw. auf ein Minimum zu reduzieren.
     

    Qualitätsmerkmale bei der Auswahl: Gesundheitsleistungen und Beitragsentwicklung

    Bei der Auswahl eines individuell passenden Tarifes kommt es neben einer leistungsstarken Krankenkasse mit Blick auf die Gesundheit vor allem auf die Beitragsstabilität an. Ein Blick auf die Homepage kann zeigen, wie sich die Tarife bei einem Anbieter in den letzten Jahren entwickelt haben. Ein starker Zuwachs an Mitgliedern ist nicht nur ein Ausweis für Qualität und Zufriedenheit, sondern auch in Bezug auf die Beiträge relevant: Je besser die Einnahmebasis einer Versicherung ist, desto günstiger entwickeln sich die Tarife für die Versicherten. Eine Gesundheitsprüfung ist in der Regel ein essentieller Bestandteil, um einen individuellen Tarif anhand von Risikofaktoren bestimmen zu können. Die folgenden Faktoren sollten bei der Auswahl der richtigen PKV beachtet werden. In Zeiten von Vergleichsportalen können private Krankenversicherer bzw. deren Tarife mit wenigen Klicks leicht und aussagekräftig verglichen werden. Bei einem solchen Vergleich kann man sich schnell einen guten Überblick verschaffen, welcher Tarif wirklich geeignet ist.
     

    Welche Faktoren spielen bei der Auswahl einer privaten Krankenversicherung eine Rolle?

    • Alter des Tarifs (=> Preisentwicklung) und Erfolg der Versicherung (Rücklagen, Entwicklung etc.)
    • Beitragsentwicklung als Maßstab für die eigene Entscheidung
    • Tarifleistungen (auch im Vergleich zu anderen Anbietern)
    • Selbstbehalte (ggf. versteckt in einzelnen Versicherungsleistungen)
    • generelle Finanzkraft der privaten Krankenversicherung
    • Gesundheitszustand

    Generell ist bei sehr günstigen Tarifen Vorsicht geboten, da diese zu einem späteren Zeitpunkt zu höheren Kosten führen können oder sie aber vom tatsächlichen Leistungsspektrum her nicht überzeugend sind. Der Preis sollte also nicht das allein ausschlaggebende Kriterium bei der Auswahl sein, zumal die Beiträge immer langfristig gedacht bzw. besser gesagt gerechnet werden müssen. Junge Selbstständige mit bester Gesundheit werden per se immer weniger zahlen als ältere Versicherte mit gesundheitlichen Problemen. Diese Probleme können aber auf jeden zukommen, daher muss ein wirklich guter Tarif optimal auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Und genau hier zeigt die PKV ihre Stärke gegenüber der GKV. Weil in der PKV der Gesundheitszustand von der Annahme eines Vertrages abhängt, ist es ratsam, zuvor über einen Makler mehrere Anbieter zu vergleichen, und hier eine anonyme Voranfrage stellen zu lassen.
     

    Was brauche ich für meine Gesundheit wirklich: Die wählbaren Leistungen in der PKV

    Wer online einen Vergleich unternimmt, wird schnell mit wesentlichen Leistungsfaktoren konfrontiert, die einen unmittelbaren Einfluss auf den Monatsbeitrag haben. Wie hoch soll die jährliche Selbstbeteiligung ausfallen? Wird im Krankenhaus eine Chefarztbehandlung im Einzelzimmer oder Mehrbettzimmer gewünscht? Wie hoch soll das Krankentagegeld sein und ab wann soll es gezahlt werden? Sollen Leistungen im Bereich der alternativen Heilmedizin zugänglich gemacht werden? Neben der Wahl eines günstigen Basistarifes kann jeder Versicherte in Anlehnung an die angeführten Fragen individuelle Leistungspakte hinzubuchen. Keinesfalls fehlen sollte das Krankentagegeld, welches Selbstständigen im Krankheitsfalle in vereinbarter Höhe die ausfallenden Einnahmen kompensiert. Beim Online Vergleich herrscht sofort die für die private Krankenversicherung typische Kostentransparenz, denn durch die Hinzunahme einzelner Leistungen sieht der Interessent sofort, mit welchen monatlichen Mehrkosten zu rechnen ist. Zu bedenken ist, dass im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung viele dieser Leistungen nicht übernommen werden und so letztlich auch nur über eine private Zusatzversicherung ermöglicht werden.

    Auswahl eines individuell passenden Tarifes: Was versichert werden kann

    • Chefarztbehandlung bei Krankenhausaufenthalten, ggf. im Einzelzimmer
    • umfangreiche Leistungen und Erstattungen im Bereich Zahnersatz
    • (ambulante) Kuren zur Regeneration
    • Massagen, Heilpraktiker und Krankengymnastik
    • Heil- und Hilfsmittel (z.B. Brillen)
    • Krankentagegeld (ggf. auch schon vor dem 42. Krankheitstag zahlbar)
    • Pflegetagegeld / Pflegezusatzversicherung
       

    Fazit und Handlungsempfehlungen zur Auswahl einer privaten Krankenversicherung

    Es ist eine Tatsache, dass in jungen Jahren und bei guter Gesundheit die PKV für Selbstständige nicht selten günstiger ist als die GKV. Eine wirklich gute private Krankenversicherung sollte nicht nur an den Monatsbeiträgen festgemacht werden, denn diese können für eine erstklassige Gesundheitsversorgung und eine konstante Beitragsentwicklung stehen. Ganz in diesem Sinne kommt es sehr stark auf die Beitragsentwicklung der jeweiligen PKV an. Auf diese sollte bei der Auswahl ein gewisses Augenmerk gelegt werden. Sehr günstige Tarife mögen zwar verführerisch sein, in langfristiger Hinsicht können sie aber deutlich teurer werden, wohingegen sich ein teurerer Startarif eher moderat entwickelt. Der Blick darf also nicht nur auf den derzeitigen Beitrag gelegt werden, auch demografische Entwicklungen und die Historie der Beitragsentwicklung sind mit einzukalkulieren. Und letztlich spielt der persönliche Gesundheitszustand bei der Auswahl einer privaten Krankenversicherung natürlich eine übergeordnete Schlüsselrolle. Insofern sind Versicherte dort am besten aufgehoben, wo sie die besten Gesundheitsleistungen für ihre Bedürfnisse beziehen können.
     

    Checkliste und Tipps für die Auswahl einer privaten Krankenversicherung

    • notwendige Analyse jenseits des aktuellen Beitrags: Wie gestaltet sich die Beitragsentwicklung bei einem Versicherer, wie ist seine wirtschaftliche Entwicklung?
    • langfristig denken: ein aktuell sehr niedriger Tarif kann auf lange Sicht gesehen teurer sein
    • ein höherer Beitrag spricht in der Regel für bessere Gesundheitsleistungen
    • für einen individuell passenden Tarif sollte man sich vor Abschluss bewusst machen, welche Leistungen wirklich nötig sind
    • Flexibilität genießen: ein günstiger Basistarif kann später mit weiteren Bausteinen ergänzt werden
    • jetzt schon an das Alter denken und die Beitragsentlastung nutzen
    • drum prüfe, wer sich bindet: ein Online Vergleich zeigt mit wenigen Klicks Leistungen und Preise verschiedener Anbieter im Überblick

    Titelbild: ferkelraggae - fotolia.com

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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