Was sind die Leistungsunterschiede zwischen privater Krankenversicherung und gesetzlicher Krankenversicherung?

    Hier einmal in tabellarischer Übersicht die wichtigsten Leistungsunterschiede in der privaten Krankenversicherung und gesetzlichen Krankenversicherung.


    Private Krankenversicherung Gesetzliche Krankenversicherung
    ambulante Heilbehandlung
    Hier gilt das Prinzip der freien Arztwahl. Sie können sich bei einer Erkrankung den Arzt oder Zahnarzt völlig frei aussuchen. Auch Ärzte, die nur Privatpatienten behandeln, können Sie ausfuchen. Bei einem Kurzaufenthalt im Krankenhaus können Sie eine Behandlung vom Chefarzt verlangen. Nach Abschluss der Behandlung erhalten Sie als Privatpatient immer eine Rechnung, die an den Sätzen der Gebührenordnung für Ärzte bemessen ist. Nach Überweisung erhalten Sie das Geld von Ihrer privaten Krankenversicherung erstattet. Es besteht hier auch die Möglichkeit, Arztrechnungen  zunächst unbezahlt zur Erstattung einzureichen.
    In der privaten Krankenversicherung gibt es zudem keine Praxisgebühr.
    In der gesetzlichen Krankenversicherung können Sie sich nur durch Vertragsärzte und Vertragszahnärzte behandeln lassen. Beim Arzt müssen Sie ihre Versichertenkarte vorlegen und die Praxis oder das Krankenhaus rechnet mit der Krankenkasse direkt ab. Die Ärzte können hier nicht nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen, sondern müssen sich an festgelegte Sätze richten. Die Behandlung ist daher auch oftmals eine andere, als wie als Privatversicherter. Grundsätzlich gilt hier, dass die Leistungen ausreichend, zewckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. Sonderbehandlungen bedürfen meist der privaten Zuzahlung aus eigener Tasche. Quartalsweise ist hier auch eine Praxisgebühr (i.d.R. 10 Euro) zu entrichten.
    stationäre Heilbehandlung
    Als Privatversicherter können Sie sich frei entscheiden, in welches Krankenhaus Sie sich bei einer medizinisch notwendigen Behandlung begeben. So können Sie bei bestimmten Erkrankungen auf spezialisierte Krankenhäuser und/oder Privatkliniken zurückgreifen und können sich hier von ihrem Arzt beraten lassen. Mit dem Krankenhaus wird dann ein Behandlungsvertag geschlossen. In der Regel treten in der PKV die vertraglichen Wahlleistungen in Kraft, darunter die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer auf einer Privatstation und die Behandlung durch die leitenden Ärzte, z.B. Chefarzt. Wenn eine Behandlung oder Operation im Krankenhaus aus medizinischer Sicht nowendig ist und eine Heilung nicht durch ambulante Behandlungen erzielt werden kann, haben Sie Anspruch auf stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus. Sie entscheiden hier nicht, in welches Krankenhaus sie kommen. Zugelassen sind unter anderem Krankenhäuser, die in den Krankenhausbedarfsplan eines Bundeslandes aufgenommen sind und Krankenhäuser, die unter den Versorgungsvertrag fallen. Wenn vom Patienten ein anderes Krankenhaus gewählt wird, kann die Krankenkasse die anfallenden Mehrkosten zurückfordern. Ist man älter als 18 Jahre, wird ein geringer Eigenbetrag in Rechnung gestellt. Grundsätzlich erfolgt die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer und die Behandlung durch diensthabende Ärzte.
    Medikamente, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel
    Die Kosten für medizinisch notwendige Medikamente und Arzneimittel werden Ihnen von der Krankenversicherung erstattet, sofern es sich um anerkannte Mittel der Alternativmedizin handelt (in den meisten Fällen gegeben). Erstattet werden auch Heil- und Hilfsmittel in vereinbarter Höhe, z.B. Brillen oder Kontaktlinsen, sofern Sie im Tarif enthalten sind. Eine Zuzahlung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung ist hier nicht notwendig. Das Medikament oder Hilfsmittel wird zumeist in Vorzahlung durch den Versicherten bezahlt, und durch die PKV erstattet. Auf Kassenrezept erhalten Sie die vom Arzt verordneten Medikamente. Beim Kauf in der Apotheke sind durch den Kassenpatienten Zuzahlungen zu leisten, bis i.d.R. maximal 10 Euro (gilt nicht, wenn Befreiung aufgrund sozialer Notwendigkeit vorliegt). Sie haben Anspruch auf die medizinisch notwendigen Heilmittel, darunter auch Krankengymnastik und Massagen. Eine Selbstbeteiligung von i.d.R. 15 % ist hier zu leisten. Für Bandagen, Einlagen und weiteren Hifsmitteln gilt eine Zuzahlung von i.d.R. 20 %. Erstattet werden bei med. Notwendigkeit auch Seh- und Hörmittel, einschließlich notweniger Änderungen. Brillengestellte werden nicht bezahlt. Kontaktlinsen werden nur bei absoluter Notwendigkeit bezahlt. Generell gelten in der GKV für Hilfsmittel festgelegte Höchstbeträge. Übersteigen die Hilfs- und Heilmittel den Höchstbeitrag, ist die Differenz selbst zu zahlen.
    Heilpraktiker
    Durch die private Krankenversicherung werden Aufwendungen für erstattet, soweit der Tarif nichts gegenteiliges vorsieht. Auch für wissenschaftlich nicht erwiesene Heilmethoden wird dann i.d.R. geleistet.

    Gesetzlich Versicherte bekommen die Aufwendungen für Heilpraktiker nicht von der Krankenkasse erstattet. Man muss hier die Kosten in voller Höhe selbst tragen.

    Kuren und Kuraufenthalte
    Kuraufenthalte werden von der privaten Krankenversicherung bezahlt, sofern ein entsprechender Kurtarif vereinbart wurde. Diese Tarife sind entweder auf eine medizinisch notwendigke Kostenübernahme ausgelegt, oder auf einen Tagesgeldsatz. Sie können sich frei entscheiden, ob eine Kur angetreten wird oder nicht. Kuren müssen bei medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse erst bewilligt werden. Bei ambulanten und stationären Kuren wird von der Krankenkassen ein Zuschuss für Unterbringung und Verpflegung gezahlt - der Rest muss selbst aufgebracht werden. Zuallermeist werden Kuren nur alle vier Jahre bewilligt.
    zahnärztliche Behandlung und Zahnersatz
    Die medzinisch notwendigen Kosten für die zahnärztliche Behandlung werden durch die PKV im tariflich vereinbartem Umfang erstattet. Hierzu zählen auch hochwertige Füllmaterialien in Keramik oder Gold. Die Leistungen für Zahnersatzmaßnahmen erfolgen je nach Tarif in Prozenten (z.B. 80 Prozent) des Rechnungsbetrages, begrenzt auf Höchstbeträge. Die Tarife regeln hier auch weitere Übernahme- und Kostenkriterien, daher sollte man immer vor Behandlung einen Heil- und Kostenplan der Krankenversicherung einreichen, um die Erstattungshöhe der PKV zu erfahren. Zumeist werden aufwendige Zahnersatzleistungen uneingeschränkt erstattet. Die Kostenübernahme von zahnärztlichen Behandlungen werden übernommen, soweit diese medizinisch notwendig sind und im Rahmen von Verhütung, Früherkennung und Behandlung erfolgen. Die Krankenkasse übernimmt die reinen Grundleistungen für Zahnfüllungen, spezielle Inlays oder Keramilfüllungen werden nicht erstattet. Gewählt werden kann vom Kassenpatienten nur ein Kassenzahnarzt.
    Bei notwendigen Zahnersatzmaßnahmen erstattet die Krankenkasse nur einen Teil der anfallenden Kosten. Generell muss hier als GKV-Versicherter einen sehr hohen Eigenanteil aufbringen.
    Kieferorthopädie
    Die Leistungen für Kieferorthopädie werden von der privaten Krankenversicherung je nach Tarif in prozentualer Höhe erstattet, z.B. bis 80 Prozent vom Rechnungsbetrag, oder bis zu festgelegten Höchsbeträgen. Kieferorthopädische Behandlungen werden für über 18-Jährige nur noch bei absoluter medizinischer Notwendigkeit (z.B. Kieferanomalien) erstattet. Hierbei werden Grenzbeträge von zumeist 80 Prozent Kostenübernahme festgesetzt. Für unter 18-jährige gehört die kieferorthopädische Behandlung noch zu den vertragszahnärztlichen Leistungen. Hier gelten auch Zuzahlungen.
    Verdienstausfall
    Der Einkommensverlust im Krankheitsfall kann in der privaten Krankenversicherung durch eine Krankentagegeldversicherung ausgeglichen werden. Hierbei wird je nach Tarif nach Ablauf einer Karenzzeit der vereinbarte Tagesgeldsatz erstattet. Für Selbständige ist die Krankentagegeldversicherung ein absolutes Muss. Die Höhe des Tagessatzes kann man frei bestimmten. Die Höhe darf jedoch das monatliche Nettoeinkommen nicht überschreiten (Bereicherungsverbot). Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt für Arbeitnehmer nach Beendigung der Lohnfortzahlung nach dem 43. Tag Krankengeld. Selbständige erhalten diese Leistung nicht. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitsentgelt und darf 90 Prozent des Nettogehalts nicht überschreiten. Das Krankengeld wird längestens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren gezahlt. Anspruch auf Krankengeld besteht auch dann, wenn sich Eltern um die Betreuung eines kranken Kindes kümmern müssen.
    Sterbegeld
    Die Private Krankenversicherung bezahlt kein Sterbegeld. Abhilfe schafft hier eine separate Sterbegeldversicherung. Mit der Gesundheitsreform 2004 wurde das Sterbegeld komplett gestrichen.
    Fahrtkosten / Krankentransporte
    Im tariflich vereinbartem Umfang werden Kosten für Fahrten im Krankenwagen und für Rettungsdienstfahrten erstattet. Sofern die Krankenfahrten in Zusammenhang mit der Leistung der Krankenkasse stehen, werden die Kosten erstattet. Bei der ambulanten Behandlung werden Fahrtkosten nur nach einer sog. Härtefallregelung erstattet.
    Auslandsaufenthalte
    Die Leistung der privaten Krankenversicherung erstreckt sich auf Europa und gilt für maximal 1 Jahr Auslandsaufenthalt. Ausserhalb Europas in der Regel für maximal 1 Monat. Eine Verlängerung des Versicherungsschutzes ist gegen Mehrbeitrag möglich. Versicherungsschutz besteht nur für Länder innerhalb der europäischen Union und Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Dennoch muss man mit Zuzahlungen rechnen. Kosten für notwendige medizinische Rücktransporte werden nicht erstattet. Bei Auslandsaufenthalten ist generell immer der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung zu empfehlen.

     

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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