Zusatzbeiträge - über jede dritte Krankenkasse mit niedrigeren Beiträgen

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Im vergangenen Herbst hatte das zuständige Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2019 auf 0,9 Prozent festgelegt. Die damit verbundene Absenkung um 0,1 Prozentpunkte ist der guten Finanzlage der Krankenkassen geschuldet. Deren Reserven überschritten im letzten Jahr erstmals die 20 Milliarden Euro-Marke.

Fast zeitgleich wurde das Versichertenentlastungs-Gesetz verabschiedet. Es zwingt Krankenkassen mit üppigen Finanzpolstern künftig dazu, diese über niedrigere Zusatzbeiträge systematisch abzubauen. Es könnte den vollen Kassen und der neuen gesetzlichen Regelung geschuldet sein, dass in diesem Jahr besonders viele Krankenkassen geringere Zusatzbeiträge verlangen. Nach dem Jahreswechsel besteht jetzt ein vollständiges Bild über die Beitrags-Landschaft.
 

37 günstiger, 5 teurer, 66 gleich geblieben

Danach haben von den insgesamt 108 Krankenkassen 37 den Zusatzbeitrag abgesenkt. Das ist mehr als jede dritte. 13 Kassen bewegten sich mit 0,1 Prozentpunkten Absenkung genau in der Größenordnung der Absenkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages. 21 gingen sogar darüber hinaus, drei blieben darunter. „Spitzenreiter“ bei Beitragssenkungen waren die Securvita BKK (-0,6 Prozentpunkte), die Viactiv Krankenkasse (-0,5), die AOK Rheinland/Hamburg (-0,3), die Merck BKK (-0,3) und die Bergische Krankenkasse (-0,24).

Fünf Krankenkassen haben dieses Jahr ihre Zusatzbeiträge erhöht. Hier liegt die BKK Augsburg mit +0,4 Prozentpunkten an der Spitze, gefolgt von der BKK Achenbach Buschhütten (+0,3), der BKK Wirtschaft & Finanzen (+0,29), der BKK public (+0,10) und der Thüringer BKK (+0,10). Die Kassen mit den höheren Zusatzbeiträgen stammen damit ausschließlich aus dem Bereich der Betriebskrankenkassen. In der Regel handelt es sich um kleinere Unternehmen mit vergleichsweise ungünstigen Kostenstrukturen.

66 Krankenkassen (gut 60 Prozent) lassen ihre Zusatzbeiträge 2019 unverändert. Darunter sind auch „Schwergewichte“ wie die AOK’s Bayern, Niedersachsen, Nordost, Nordwest, die AOK Plus - Sachsen/Thüringen und die AOK Sachsen-Anhalt. Die AOK’s Baden-Württemberg, Bremen/Bremerhaven, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland haben ihren Zusatzbeitrag um jeweils 0,1 Prozentpunkte reduziert.
 

Die teuersten und die billigsten Krankenkassen

Die Veränderung der Zusatzbeiträge sagt allerdings noch wenig über den Beitragssatz insgesamt aus. Denn die Senkungen oder Erhöhungen sind von unterschiedlichen Ausgangsniveaus aus erfolgt. Der insgesamt zu zahlende Beitragssatz ergibt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz (14,6 Prozent) und dem neu festgelegten krankenkassen-individuellen Zusatzbeitrag.

Geht man davon aus, sind die günstigsten Krankenkassen die BKK Würth (14,8 Prozent Beitragssatz insgesamt), die AOK Sachsen-Anhalt (14,90 Prozent), die BKK Euregio (14,95 Prozent), die HKK Krankenkasse (14,99 Prozent) und die BKK Pfaff (15,00 Prozent). Am anderen Ende stehen die KKH Kaufmännische Krankenkasse (16,10 Prozent), die IKK Südwest (16,10 Prozent), die DAK-Gesundheit (16,10 Prozent), die Brandenburgische BKK (16,10 Prozent), die BKK Augsburg (16,10 Prozent) und die BKK Henschel Plus (16,20 Prozent) mit den höchsten Beitragssätzen.
 

Ein doppeltes Geschenk mit Wermutstropfen

Arbeitnehmer, deren Krankenkasse den Zusatzbeitrag gesenkt hat, können sich gleich doppelt freuen. Denn mit der Einführung der vollen Parität bei der GKV ab Jahresbeginn profitieren sie nicht nur vom niedrigeren Zusatzbeitrag, sondern auch davon, dass der Arbeitgeber ab sofort die Hälfte dieses Beitrags übernimmt. Bisher war er zu hundert Prozent alleine zu tragen. Getrübt wird dieser Vorteil allerdings von der gleichzeitig stattfindenden Beitragserhöhung in der sozialen Pflegeversicherung. Hier steigt der Beitrag um 0,5 Prozentpunkte. Je nach Höhe des Zusatzbeitrags werden die Vorteile der Senkung und der Arbeitgeberfinanzierung durch den höheren Pflegebeitrag teilweise, ganz oder sogar mehr als kompensiert.

 

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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