Wie zufrieden sind Bürger und Ärzte mit der Gesundheitsversorgung?

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Der Beantwortung dieser Frage widmet sich der MLP Gesundheitsreport 2019 . Bereits zum zehnten Mal versucht das Finanzberatungsunternehmen Stimmungen, Einschätzungen und Erwartungen zum Gesundheitssystem zu erfassen - und zwar sowohl aus Patienten- als auch aus Ärztesicht. Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Befragung von über 1.200 Bundesbürgern und 200 Ärzten durch das Meinungsforschungsinstitut Allensbach. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.
 

Hohe Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem

Auch der zehnte Bericht zeigt eine insgesamt positive Bewertung des Gesundheitssystems und der Gesundheitsversorgung. 77 Prozent der befragten Bürger vergaben hier die Noten gut oder sehr gut. Bei den Ärzten waren es sogar 89 Prozent. Interessant dabei: die Zufriedenheit hat in beiden Gruppen im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen. In der Bevölkerung war sie 2016 mit 82 Prozent am höchsten, bei den Ärzten mit 93 Prozent. Korrespondierend dazu ist die Zahl der Unzufriedenen mehr geworden.
 

Ärzte wegen weiterer Entwicklung pessimistisch

Bezüglich der weiteren Entwicklung klaffen die Einschätzungen auseinander. Rund zwei Drittel der Bundesbürger erwarten, dass die Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren auf dem erreichten hohen Niveau bleiben oder sich sogar noch verbessern wird. Ein knappes Drittel ist pessimistischer. Bei den Ärzten erwarten dagegen 59 Prozent eine Verschlechterung, nur 39 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden oder verbesserten Niveau.

Wesentliche Gründe für den Ärzte-Pessimismus sind folgende Befürchtungen:

  • zunehmender bürokratischer Aufwand;

  • schwierigere Personalrekrutierung;

  • verschärfter Kostendruck im Gesundheitswesen;

  • schlechtere Arbeitsbedingungen durch Ärztemangel.
     

Wie wirkt sich der Kostendruck aus?

Der Kostendruck ist nach Einschätzung vieler Befragter ein wesentlicher Faktor, der die künftige Gesundheitsversorgung prägen wird. 62 Prozent der Ärzte sahen ihre Therapiefreiheit dadurch tendenziell bedroht. Ein Drittel gab an, Behandlungen schon mal aus Kostengründen verschoben zu haben, davon jeder achte häufig, jeder vierte gelegentlich. Der Anteil der Mediziner, die Behandlungen verschoben haben, ist im Vergleich zu den Vorjahren größer geworden: 2016 waren es 57 Prozent, 2012 58 Prozent.

Von den befragten Bürgern waren 34 Prozent überzeugt, dass ihnen schon mal medizinische Leistungen wegen zu hoher Kosten vorenthalten worden seien. Bei GKV-Mitgliedern lag der Anteil bei 37 Prozent, bei PKV-Versicherten bei 19 Prozent. In beiden Gruppen sind mehr Teilnehmer der Meinung, vom Kostensparen betroffen zu sein, als in den Vorjahren. Auf Zehnjahressicht rechnen viele Bundesbürger mit höheren Kosten und mit Leistungseinschränkungen. Am häufigsten werden genannt:

  • steigende Krankenversicherungsbeiträge;

  • Ärzte haben weniger Zeit für Patienten;

  • verstärkter Einsatz von Maschinen und Computern bei Diagnose und Behandlung;

  • Patienten müssen mehr Kosten selbst tragen;

  • der Trend zur Zwei-Klassen-Medizin verstärkt sich.

Diesen Aussagen stimmten jeweils 60 Prozent der Befragten und mehr zu.
 

Nach wie vor Ungleichbehandlung bei Terminvergaben

Lange Wartezeiten und Ungleichbehandlung bei Terminvergaben sind nach wie vor ein Reizthema. 40 Prozent der Teilnehmer bei der diesjährigen Befragung gab im Zweijahresrückblick an, mehrmals ziemlich lange auf einen Arzttermin gewartet zu haben. Bei 22 Prozent war das einmal der Fall. Bei GKV-Mitgliedern klagten insgesamt 65 Prozent über zu lang dauernde Terminvergaben, bei Privatversicherten waren es 42 Prozent. In beiden Gruppen hat die Unzufriedenheit zugenommen. Maßnahmen für bessere Terminvergaben (Stichwort: Terminservice-Stellen) werden mehrheitlich skeptisch beurteilt.
 

Kritische Haltung zur Gesundheitspolitik

Ebenfalls kritisch ist man bezüglich der Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Für mehr als zwei Drittel der Ärzte macht sie keinen guten Eindruck. In der Bevölkerung sind 35 Prozent dieser Meinung, während 29 Prozent sie positiv bewerten. 70 Prozent der Ärzte und 46 Prozent der Bundesbürger sehen umfassenden Reformbedarf im Gesundheitssystem. Ein Schwachpunkt ist zum Beispiel das Thema Digitalisierung. Hier meinen 58 Prozent der Ärzte, das mehr getan werden müsse. Mit 71 Prozent Anteil sind vor allem jüngere Ärzte dieser Ansicht.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
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