Was wünschen sich Krankenversicherte an digitalen Lösungen?

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Wir leben bekanntlich im Zeitalter der Digitalisierung. Daher gewinnen digitale Lösungen auch im Gesundheitswesen und im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung immer mehr an Bedeutung. Allerdings werden die Potenziale erst zum Teil genutzt. Dabei wären GKV-Mitglieder durchaus aufgeschlossen für mehr digitale Angebote.

Das belegt zumindest die Studie „Was sich Mitglieder an digitalen Lösungen von ihrer Kasse wünschen“ des Markforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN. In der Untersuchung wurden in der zweiten Märzhälfte 2018 1.500 GKV-Mitglieder im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Hier die wesentlichen Ergebnisse im Überblick.
 

Wunsch nach mehr Online-Abwicklung statt Schriftverkehr

Insgesamt ermittelten die Forscher bei den Befragten einen deutlichen Wunsch, Krankenversicherungs-Themen online regeln zu können. Rund zwei Drittel erklärten (Antworten: trifft voll zu, trifft eher zu), es spare ihnen Zeit, wenn Sie solche Angelegenheiten online erledigten. 54 Prozent würden gerne bevorzugt auf diesem Weg mit ihrer Krankenkasse in Verbindung treten, sogar 57 Prozent trauen sich zu, ihre Krankenkassen-Geschäfte komplett online durchzuführen. 41 Prozent wünschten sich mehr digitale Lösungen von ihrer Krankenkasse.

Ein etwas gemischteres Bild gab es nach der Frage nach der Einschätzung der digitalen Kompetenz der gesetzlichen Krankenkassen. Immerhin beklagte sich fast jeder Dritte darüber, dass in puncto Krankenversicherung noch zu viel Schriftverkehr erforderlich sei und fast 30 Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, dass die Krankenkassen bei der Digitalisierung hinter anderen Branchen „hinterherhinken“. Andererseits waren nur 20 Prozent mit den digitalen Leistungen ihrer Krankenkasse unzufrieden, 44 Prozent zeigten sich dagegen voll oder eher zufrieden.
 

Elektronische Gesundheitsakte – viel Unwissen, aber große Hoffnungen

Dabei zeigte sich bei den Antworten auch eine gute Portion Unwissenheit bei den Befragten selbst. So gab es bei einigen Fragen zur digitalen Kompetenz der GKV einen hohen Anteil, der mit „weiß nicht“ antwortete. Ein „weißer Fleck“ ist für viele auch die elektronische Gesundheitsakte. Sie ist ein zentrales Anliegen des E-Health-Gesetzes und soll die elektronische Verfügbarkeit aller relevanten Patientendaten für die an der Gesundheitsversorgung Beteiligten ermöglichen. Die bereits im Einsatz befindliche Elektronische Gesundheitskarte ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheitsakte. Bei der Befragung konnten nur 58 Prozent der Teilnehmer etwas mit dem Begriff anfangen. Überdurchschnittlich gut informiert zeugten sich chronisch Erkrankte, was vermutlich der krankheitsbedingt stärkeren Beschäftigung mit Gesundheitsthemen geschuldet ist.

Diejenigen, denen die elektronische Gesundheitsakte etwas sagt, setzen darauf große Hoffnungen. 88 Prozent erwarten dadurch eine bessere Zusammenarbeit von behandelnden Ärzten und Therapeuten. Fast genauso viele erhoffen sich eine bessere und umfassendere Informationsbasis zu ihrem Gesundheitszustand. Mehr als zwei Drittel wünschen sich die eigene „Datenhoheit“ über die elektronischer Gesundheitsakte. Sie wollen selbst bestimmen können, welche Daten dort gespeichert werden und wie bzw. an wen sie weitergegeben werden.
 

Offen für die Datenweitergabe

Recht offen zeigten sich die Teilnehmer bezüglich der Weitergabe von Gesundheits- und Fitnessdaten an ihre Krankenkasse. Gut 70 Prozent wären dazu bereit, wenn das für die Früherkennung von Krankheiten oder die Diagnose schwerer Krankheiten förderlich wäre. Knapp die Hälfte könnte sich das vorstellen, wenn es für „gute“ Daten besondere Boni oder Vorteile gäbe. Für Forschungszwecke wären noch gut 40 Prozent zur Datenweitergabe bereit.

Insgesamt zeigt die Studie, dass GKV-Mitglieder mehr digitale Angebote ihrer Krankenkassen durchaus begrüßen würden. Diese sind gefordert, dem Wunsch noch stärker Rechnung zu tragen als bisher.

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