Wirtschaftliche Lage der privaten Krankenversicherer ist stabil

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Wer sich für privaten Krankenschutz interessiert, schaut in erster Linie auf die Leistungen der Tarife und auf die Beiträge. Die wirtschaftliche Lage der Versicherungsanbieter spielt eine untergeordnete Rolle. Hier vertraut der Verbraucher auf die Versicherungsaufsicht und darauf, dass Versicherungen ein vergleichsweise sicheres Geschäftsmodell darstellen. Das ist im Prinzip richtig, dennoch gibt es Unterschiede. Diese wirken sich letztlich auch in der Tarifkalkulation aus. Deshalb lohnt es sich durchaus, sich mit der wirtschaftlichen Situation zu befassen.

Das hat der jüngste map-Report „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ von Franke und Bornberg Research getan. Er untersucht über einen Zehnjahres-Zeitraum die Jahresabschlüsse der deutschen Krankenversicherer. So lässt sich nicht nur die aktuelle Lage untersuchen, fast noch interessanter sind Veränderungen im Zeitablauf. Die Ergebnisse sind „durchwachsen“. Mäßiges Umsatzwachstum, ein teures Neugeschäft und nach wie vor ein Abschmelzungsprozess in der Krankenvollversicherung - das sind keine Merkmale einer dynamisch positiven Geschäftsentwicklung. Dennoch bescheinigt der Report den Unternehmen eine stabile wirtschaftliche Lage.
 

Der „ewige“ Marktführer DEBEKA bestätigt

Gemessen an den Beitragseinnahmen konnte die DEBEKA einmal mehr ihre Position als Marktführer verteidigen. Mit gut 6 Mrd. Euro Beiträgen erreichte sie einen Marktanteil von 15,2 Prozent, die nächsten vier - DKV (12,3 Prozent), Allianz (8,7 Prozent), AXA (7,9 Prozent), Signal Iduna (7,2 Prozent) - folgen mit deutlichem Abstand. Allerdings wachsen andere Versicherer schneller als die DEBEKA, zum BeispielHanseMerkur, HUK COBURG, Allianz und AXA. Dennoch bleibt die Position der DEBEKA als Nummer 1 unangefochten.
 

Teures Neugeschäft

Insgesamt 2,51 Mrd. Euro mussten die Versicherer 2018 an Abschlusskosten für das Neugeschäft aufwenden. Die Abschlusskostenquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 6,28 Prozent auf 6,34 Prozent. Es ist teurer geworden, neues Geschäft zu akquirieren - auch eine Folge der schwierigen Marktbedingungen für die PKV.

Die Verwaltungskosten stiegen 2018 im Vorjahresvergleich um 1,84 Prozent auf 894,5 Mio. Euro. Da die Beitragseinnahmen sich fast gleich stark erhöht haben - um 1,85 Prozent -, blieb die Verwaltungskostenquote mit 2,26 Prozent konstant. Interessant dabei: bei den Verwaltungskosten bestehen strukturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern. Die HUK COBURG hat die niedrigsten Verwaltungskostenquote (0,89 Prozent Kostenquote), gefolgt von DEBEKA (1,43 Prozent), Landeskrankenhilfe (1,49 Prozent) und R+V (1,56 Prozent).
 

Krankenvollversicherung - Abschmelzung fortgesetzt

Seit 2011 geht die die Zahl der Krankenvollversicherten in der PKV zurück. Damals hatte sie mit fast 9 Mio. Verträgen ihren Höhepunkt erreicht. Seither hat der Bestand um über 240.000 abgenommen. Die jährlichen Verluste bleiben dabei überschaubar - 2018 waren es 17.100 gegenüber 19.300 in 2017 - und haben sich verlangsamt. Dennoch kumuliert sich der Rückgang im Zeitablauf.

Die Gründe für diesen Abschmelzungsprozess sind vielfältig: demografischer Wandel, Wiedereintritt der Versicherungspflicht (viele Selbständige haben wieder eine abhängige Beschäftigung gefunden), Unsicherheiten wegen der Zukunft der PKV und der Beitragsentwicklung sind nur einige Faktoren. Vor diesem Hintergrund schaut die Branche besonders kritisch auf Bestrebungen in einigen Bundesländern, die GKV für Beamte attraktiver zu machen. Die Beamten sind nach wie vor eine tragende Säule der privaten Krankenvollversicherung.
 

Altersrückstellungen wachsen - trotz Niedrigzinsen

Weiter gewachsen sind die Altersrückstellungen der Versicherer. Sie haben sich 2018 um 5,2 Prozent auf 259,9 Mrd. Euro erhöht. Die Kapitalanlagen insgesamt sind um 4,94 Prozent auf 287,7 Mrd. Euro gewachsen. Die Altersrückstellungen müssen in der PKV kraft Gesetz gebildet werden, um einen altersbedingten Beitragsanstieg abzufedern. Dazu zahlen Versicherte zwischen 20 und 60 Jahren seit 2009 einen 10prozentigen Zuschlag zum Beitrag. Dieser dient der Bildung der Altersrückstellungen. Sowohl die Anlagen aus den Rückstellungen als auch die übrigen Kapitalanlagen leiden unter der anhaltenden Niedrigzinssituation. Trotzdem lag die Durchschnittsverzinsung 2018 noch bei 3,13 Prozent. Das ist vor allem besser verzinsten Anlagen aus der Vergangenheit zu verdanken, aber die Verzinsung sinkt von Jahr zu Jahr. Die Kapitalerträge können daher immer weniger zur Kapitalakkumulation beitragen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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