Wie solvent sind die privaten Krankenversicherer?

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Mit dem Begriff „Solvency II“ werden nur die wenigsten Versicherungskunden etwas anfangen können. Versicherungsexperten verbinden damit eine ganze Menge - handelt es sich doch um ein maßgebendes europäisches Regelwerk für die Branche. Es setzt den aufsichtsrechtlichen Rahmen für die Versicherungstätigkeit - auch für PKV-Anbieter.

Seit dem vergangenen Jahr wird Solvency II in Deutschland angewandt. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, die zahlreichen Vorschriften zu erläutern. Im Kern bringt das neue Aufsichtssystem drei wesentliche Verschärfungen: es gelten strengere Anforderungen für die Eigenkapitalunterlegung des Versicherungsgeschäfts. Das Risikomanagement muss intensiviert werden und bestimmten Vorgaben genügen. Und die Öffentlichkeit ist besser und regelmäßig über die „Solvenz“ - die Finanzlage, die Risikosituation und wesentliche Geschäftsbereiche - zu informieren. Dies geschieht über eine entsprechende Berichterstattung.
 

Solvenzberichte zeigen ein durchwachsenes Bild

Der Bund der Versicherten (BdV) hat jetzt gemeinsam mit Zielke Research Consult die Solvenzberichte von 40 privaten Krankenversicherungsunternehmen näher unter die Lupe genommen. Bereits im Sommer war das für die Lebensversicherungsbranche erfolgt - mit verheerenden Resultaten. Die Ergebnisse im PKV-Bereich fallen durchwachsen aus und bieten einige Überraschungen. Bei der Untersuchung ging es um drei Aspekte:

  1. die Transparenz der Risikosituation in den Solvenzberichten;
  2. die finanzielle Solidität der Versicherer, wie sie sich im Reporting darstellt;
  3. das Agieren der Versicherer bei der Beitragsgestaltung.
     

Alle PKV-Anbieter sind solvent - aber …

Die positive, aber auch nicht so ganz überraschende Erkenntnis der Analyse: alle untersuchten PKV-Anbieter sind solvent. Tatsächlich ist die Insolvenz eines privaten Krankenversicherers ziemlich unwahrscheinlich. Wenn die ursprüngliche Kalkulation sich als nicht mehr als tragfähig erweist, werden die Beiträge erhöht. Das ist zum Beispiel bei Lebensversicherern wegen des anderen Geschäftsmodells nicht möglich. Die PKV-Versicherten sorgen also letztlich selbst für die finanzielle Solidität. Das genügte den Analysten aber nicht für eine ausreichende Solvenz.

Weniger positiv ist das Bild nämlich, wenn die Solvenz in Verbindung mit der künftigen Beitragsstabilität betrachtet wird. Die Analysten rechnen bei 16 PKV-Anbietern in den nächsten Jahren mit Beitragserhöhungen über den üblichen Ausgabenanstieg bei PKV-Leistungen hinaus. Bei sieben Unternehmen werden sich die Prämien parallel zu den Ausgaben entwickeln. Immerhin 13 Anbieter werden wahrscheinlich bei Beitragsanpassungen unter dem Ausgabenanstieg bleiben können.

Interessanterweise sind unter den Unternehmen mit einer ungünstigen Beitragsentwicklung namhafte Größen der Branche: zum Beispiel Marktführer DEBEKA, DKV, Axa, HUK Coburg und die Bayerische Beamtenkrankenkasse. Relativ stabile Beiträge sind dagegen bei den größeren Anbietern Allianz Private Krankenversicherung und Central Krankenversicherung zu erwarten. Ansonsten sind es eher kleinere private Krankenversicherer, die punkten können. Bei der Wahl eines Versicherers sind allerdings nicht nur voraussichtliche Beitragsveränderungen zu berücksichtigen, sondern auch das aktuelle Beitragsniveau.
 

Transparenz - es gibt noch viel zu tun

Die Transparenz in der Berichterstattung wurde ebenfalls einer Bewertung unterzogen. Hier waren die Ergebnisse eher bescheiden. Nur bei jedem viertem Unternehmen lag die Berichterstattung in dieser Hinsicht „im grünen Bereich“, bei 16 war sie mittelmäßig und bei 14 weniger als das. Besonders „intransparent“ zeigten sich die DEBEKA, die Alte Oldenburger und die Landeskrankenhilfe. Am „durchsichtigsten“ waren dagegen die Hallesche Krankenversicherung, die Universa Krankenversicherung und die Signal Krankenversicherung.
 

Mehr Infos zur Untersuchungsdurchführung und zu den Ergebnissen gibt es hier.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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