Neue Versicherungspflichtgrenze ab 2016

Allmählich rückt der Jahreswechsel näher. Zeit, sich mit geplanten Änderungen zu befassen - auch in der Krankenversicherung. Hier stehen wie alljährlich Anpassungen wichtiger Größen an. Auch die Versicherungspflichtgrenze wird wieder steigen. Sie folgt damit der allgemeinen Lohnentwicklung. Liegt sie in diesem Jahr noch bei 54.900 Euro, wird 2016 eine Anhebung auf 56.250 Euro vorgenommen. Das bedeutet ein Mehr von 1.350 Euro, oder - relativ - ein Anstieg um 2,46 Prozent.
 

Die Grenze zwischen GKV und PKV

Für viele Versicherte in GKV oder PKV sind Anpassungen der Versicherungspflichtgrenze kaum relevant, solange sich ihr Einkommen deutlich darüber oder darunter bewegt. Anders sieht es bei „Grenzfällen“ aus, bei denen das Einkommen nahe der Grenze liegt. Hier haben selbst geringe Anpassungen unter Umständen gravierende Auswirkungen. Betroffen sind grundsätzlich Arbeitnehmer, da für Beamte, Selbständige und Freiberufler besondere Regelungen gelten.

Die Versicherungspflichtgrenze entscheidet, ob man als Arbeitnehmer in der GKV pflichtversichert sein muss oder ggf. in die PKV wechseln kann. Überschreitet das Jahresarbeitsentgelt die Grenze, können betroffene GKV-Mitglieder wählen, ob sie weiter freiwillig gesetzlich krankenversichert bleiben möchten oder sich privat versichern. Das Jahresarbeitsentgelt entspricht dem Brutto-Jahresgehalt einschließlich Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zuschlägen etc.. Die Möglichkeit zum Wechsel in die PKV tritt dabei immer mit Ablauf des Kalenderjahres der erstmaligen „Grenzüberschreitung“ ein.
 

Wie sich Anpassungen bei Grenzfällen auswirken

Die vorgesehene Anhebung der Versicherungspflichtgrenze hat für Wechselwillige aus der GKV unter Umständen unschöne Konsequenzen. Steigt das Einkommen im nächsten Jahr über die in 2015 geltende Grenze von 54.900 Euro hinaus, bleibt es aber unter der neuen Versicherungspflichtgrenze von 56.250 Euro, ist auch weiterhin kein Systemwechsel möglich und man muss auf 2017 hoffen.

Aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar: das Einkommen eines privat Krankenversicherten liegt in diesem Jahr über den geltenden 54.900 Euro, aber im kommenden Jahr unter der neuen Versicherungspflichtgrenze von 56.250 Euro. Dann tritt eigentlich erneut Versicherungspflicht in der GKV ein. Der Gesetzgeber hat hier aber eine Ausnahmeregelung geschaffen. Ergibt sich die Versicherungspflicht alleine wegen einer Änderung der Versicherungspflichtgrenze, besteht die Möglichkeit, sich davon befreien zu lassen. Der entsprechende Antrag muss binnen drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht gestellt werden - in diesem Fall im ersten Quartal 2017.

Wer als Arbeitnehmer am 31. Dezember 2002 bereits privat krankenversichert war, für den gilt übrigens eine niedrigere Versicherungspflichtgrenze, die betragsmäßig mit der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV identisch ist. Hier liegt der Grenzwert 2015 bei 49.500 Euro und 2016 bei 50.850 Euro.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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