Unisex-Tarife in der PKV – Beiträge sind stabiler als gedacht

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PKV-Anbieter stehen immer wieder in der Kritik, wenn Beiträge in einzelnen Tarifen drastisch angehoben werden. Dabei hat dies weniger mit der Geschäftspolitik des jeweiligen Versicherungsunternehmens zu tun als mit dem gesetzlich festgelegten Anpassungs-Mechanismus. Dieser sieht Beitragsanpassungen erst dann vor, wenn sich die ursprüngliche Kalkulation als nicht mehr tragfähig erweist und dabei bestimmte „Schwellenwerte“ überschritten werden. Dadurch gibt es bei Tarifen, die jahrelang stabil waren, plötzlich „ruckartige“ Beitragserhöhungen.

Untersuchungen zeigen, dass die PKV-Beiträge auf längere Sicht und im Schnitt nicht stärker steigen als in der GKV. Viel mehr ist die Beitragsentwicklung in beiden Systemen - trotz unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen - recht ähnlich. Dies wird allerdings nicht unbedingt so wahrgenommen. Während in der GKV Beitragserhöhungen überwiegend „schleichend“ - nämlich automatisch mit steigendem Einkommen - stattfinden, bedarf es in der PKV dazu immer eines einseitigen Anpassungs-Aktes seitens des Versicherers. Dass dies unmittelbarer „gespürt“ wird – zumal, wenn zuvor jahrelang nichts passiert ist - leuchtet ein.
 

837 Unisex-Tarife zur Beitragsstabilität untersucht

Dabei sind Beitragserhöhungen in der PKV gar nicht so gang und gäbe, wie das der „Nachrichtenlage“ nach der Fall zu sein scheint. Das Analyse-Haus Morgen & Morgen hat jetzt die Unisex-Tarife in der PKV untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass diese insgesamt eine hohe Beitragsstabilität aufweisen. Es ist das erste Mal, dass Morgen & Morgen die Beitragsstabilität der Unisex-Tarife bewertet. Die gibt es nämlich noch nicht so lange. Erst seit dem 21. Dezember 2012 sind sie generell bei Versicherungen Pflicht und werden bei Neu-Verträgen angewandt. Für diese Tarife liegt erst jetzt eine - gut fünfjährige - Beitrags-Historie vor, die Aussagen zur Beitragsstabilität erlaubt.

Um diese zu beurteilen, haben die Analysten insgesamt 837 Tarife von 29 Versicherungsunternehmen untersucht. Dabei wurden für jeden Tarif die Beiträge bei unterschiedlichen Eintrittsaltern zwischen 21 und 50 Jahren über einen Fünf-Jahres-Zeitraum ermittelt. Um die Vergleichbarkeit von Tarifen mit unterschiedlichen Selbstbehalten zu gewährleisten, wurde der sogenannte „Effektivbeitrag“ berechnet - der Beitrag unter Zurechnung des Selbstbehalts. Die durchschnittliche Beitragssteigerung in einem Jahr ergab sich daraus als Mittelwert der Beitragssteigerungen bei 30 verschiedenen Eintrittsaltern (21 bis 50 Jahre). Diese Mittelwerte wurden dann zu Berechnung der durchschnittlichen Beitragssteigerung im Fünf-Jahres-Zeitraum herangezogen. Auch die Schwankungsbreite wurde mit Hilfe des statistischen Maßes der Standardabweichung betrachtet.
 

Mehr als zwei Drittel mit Bestnoten

Die Ergebnisse wurden dann „geratet“, wobei sowohl die Höhe von Beitragsänderungen als auch deren Schwankungsbreite bewertet wurde. Es kam eine Ratingskala von fünf Sternen = ausgezeichnet bis ein Stern = sehr schwach zum Einsatz. Dabei erzielten 318 Tarife (38 Prozent) fünf Sterne und 282 (33,7 Prozent) vier Sterne (sehr gut). Sehr schwach (ein Stern) schnitten nur 25 Tarife (drei Prozent) ab und schwach (zwei Sterne) 39 Tarife (4,7 Prozent). 

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