Terminservicestellen – weniger gefragt als gedacht

Am 25. Januar ist der Startschuss für die neuen Terminservicestellen gefallen. Mit dieser Initiative von Bundesgesundheitsminister Gröhe sollte bundesweit der vielfach beklagten Facharzt-Terminnot von GKV-Mitgliedern begegnet werden. Diese müssen für Termine beim Facharzt oft etliche Wochen, zum Teil sogar Monate warten und sehen sich gegenüber Privatpatienten benachteiligt.

Nach gut sechs Wochen im Praxiseinsatz haben jetzt einige Kassenärztliche Vereinigungen eine erste Bilanz des Terminservice gezogen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind für die Terminservicestellen zuständig. Um es vorwegzunehmen - das neue Angebot hat bisher eher enttäuscht. Die Nachfrage ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und die Zahl der tatsächlich erfolgten Terminvermittlungen hält sich in engen Grenzen.
 

Das Leistungsversprechen des Terminservice…

Dabei arbeiten die Terminservicestellen mit dem Versprechen, Patienten binnen vier Wochen einen Termin beim Facharzt zu besorgen. Wo dies nicht gelingt, erfolgt die Vermittlung in eine ambulante Behandlung im Krankenhaus. Allerdings sind an diese Garantie Bedingungen und Einschränkungen geknüpft. So besteht weder freie Arztwahl, noch können individuelle Terminwünsche berücksichtigt werden. Außerdem muss der Hausarzt im Vorfeld die Dringlichkeit der Behandlung festgestellt haben. Wenn es um Termine beim Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Psychotherapeuten geht, sind die Terminservicestellen - zumindest derzeit - ohnehin nicht zuständig.
 

… wird nur wenig genutzt

Nach den Erfahrungen der ersten Wochen ergibt sich für einzelne Bundesländer folgendes Bild:

  • In Baden-Württemberg meldeten sich rund 2.200 Patienten beim Terminservice, von denen aber nur ein Viertel vermittelt werden konnte;
  • in Hessen waren es knapp 3.600 Anrufer, die in gut 1.000 Fällen einen Termin vermittelt bekamen;
  • nicht viel anders sieht es in anderen Bundesländern aus. Auch hier ist die Resonanz eher bescheiden, wie die Zahlen aus Bremen (80 Terminvermittlungen), Thüringen (228 Terminanfragen) und Brandenburg (404 Terminanfragen und 184 Vermittlungen) zeigen.

Die auffällige Diskrepanz zwischen Anfragen und tatsächlichen Vermittlungen hat einen wesentlichen Grund. In vielen Fällen können die Anrufer die geforderte dringliche Überweisung durch den Hausarzt nicht vorweisen. Nur bei Augenarzt- und Frauenarzt-Terminen ist sie nicht zwingend. In Einzelfällen war auch der zu weite Weg die Ursache, warum die Vermittlung fehlgeschlagen ist.
 

Noch zu früh für Schlussfolgerungen

In Hessen wurde immerhin die Erfahrung gemacht, dass von den vermittelten Terminen 97 Prozent auch wahrgenommen werden. Besonders begehrt sind Terminvermittlungen bei Neurologen, Internisten und Rheumatologen sowie bei Psychotherapeuten - letztere allerdings aktuell nicht im Angebot.

Angesichts der enttäuschenden Bilanz sehen sich Kritiker der Terminservice-Einrichtung bereits bestätigt. Dies mag zu früh sein, doch ihre Daseinsberechtigung müssen die Terminservicestellen erst noch beweisen.

Titelbild: M. Schuppich – fotolia.com

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