Neue Studie - warum wechseln GKV-Mitglieder ihre Krankenkasse?

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Auch wenn der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen weitgehend feststeht und der allgemeine Beitragssatz überall gleich ist, gibt es Unterschiede. Spätestens seit jede Kasse ihren Zusatzbeitrag selbst festlegt, herrscht Wettbewerb unter den Krankenkassen. Und auch bei den Leistungen lassen sich die Anbieter nicht über einen Kamm scheren. Zwar sind zusätzlichen Leistungsangeboten Grenzen gesetzt, aber die bestehenden Möglichkeiten werden ausgeschöpft.

Es gibt also durchaus Gründe, über den Krankenkassenwechsel nachzudenken. Und immer mehr Versicherte machen davon Gebrauch. Mit den Wechselgründen von Kassenmitgliedern befasst sich eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts „Heute und Morgen“. Was sind die Motive für den Krankenkassenwechsel? Wie wird dabei vorgegangen? Und welche Anbieter sind besonders gefragt?
 

Customer Journey zum GKV-Wechsel

Diesen Fragen geht die „Heute und Morgen“-Studie „Customer Journey zum GKV-Wechsel“ nach. Die Studienergebnisse basieren auf einer Online-Befragung von 525 GKV-Mitgliedern im Alter von 18 bis 65 Jahren, die sich in den vergangenen zwölf Monaten aktiv mit einem Wechsel befasst oder diesen tatsächlich vollzogen hatten. Befragungszeitraum war der 30. August bis 5. September 2019. Eine vergleichbare Untersuchung war bereits vor fünf Jahren durchgeführt worden. Die jetzige Analyse stellt eine Folgestudie dar.

Vier von fünf GKV-Mitgliedern mit „Wechsel-Gedanken“ möchte sich zunächst allgemein informieren und sich ein Bild machen, ehe eine Entscheidung getroffen wird. Tatsächlich wechselt aus dieser Gruppe dann nur jeder Dritte tatsächlich zu einem anderen Anbieter. Jeder Fünfte ist dagegen von Anfang an wechselwillig und zwei Drittel davon setzen dies auch in die Tat um. Interessant dabei: Frauen haben eine größere Wechselbereitschaft (58 Prozent) als Männer (42 Prozent). Jüngere Versicherte und Versicherte mit mittlerem Einkommen und Bildungsabschluss sind wechselaffiner als andere.
 

Oft kommt der Anstoß aus dem sozialen Umfeld

Unterschiedliche Leistungen der Krankenkassen sind das Hauptmotiv für den Wechsel. Bei den Wechselgründen stehen wahrgenommene Leistungsunterschiede mit 41 Prozent an der Spitze. Ebenfalls wichtig: die Höhe der Mitgliedschaftsbeiträge. Sie wurde von 35 Prozent genannt - 23 Prozent mehr als in der letzten Studie 2014 (Kassenindividuelle Zusatzbeiträge wurden 2015 eingeführt). Auch die Servicequalität spielt beim Wechselwillen eine Rolle. Häufig kommt der Anstoß zum Wechsel auch von Freunden, Familienangehörigen oder Bekannten durch entsprechende Empfehlung.

Das Internet ist eine wichtige Info-Quelle für GKV-Mitglieder mit Wechselgedanken. 87 Prozent der späteren Nicht-Wechsler und 69 Prozent der tatsächlichen Wechsler haben sich aus dem Internet informiert. Persönliche Beratung im Gespräch ist dagegen eher die Ausnahme. Wenn diese Möglichkeit genutzt wird, erkennt man dem Beratungsgespräch aber einen höheren Informationsnutzen zu als der Internet-Recherche. Gerade bei den Online-Infos herrscht oft der Eindruck: alle Krankenkassen sind mehr oder weniger gleich. Aber auch bei mehr als jeder dritten persönlichen Beratung werden die Vorteile eines Wechsels nicht klar erkennbar. Das erklärt, warum viele Versicherte dann doch auf einen Wechsel verzichten.
 

Häufig Wechsel zu Techniker Krankenkasse

Am häufigsten wird der Wechsel zu einer anderen Kasse „direkt vor Ort“ - in einer Geschäftsstelle (38 Prozent) - vollzogen, gefolgt vom Online-Abschluss (27 Prozent) über die Krankenkassen-Homepage. Deutlich zugenommen hat der schriftliche Abschluss per Brief oder Fax (2019: 17 Prozent; 2014: 2 Prozent). Besonders profitieren vom Wechsel kann aktuell die Techniker Krankenkasse: sie wurde von 19 Prozent der Wechsler gewählt. Auch kleinere Kassen wie die hkk Krankenkasse sind beliebt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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