Rekord bei Altersrückstellungen, Pflegeversicherung wird teurer

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Trotz anhaltend niedriger Zinsen, die Altersrückstellungen der privaten Krankenversicherer erreichen im ersten Halbjahr 2018 voraussichtlich einen neuen Rekord. Das hat zumindest Uwe Laue, der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, anlässlich der aktuellen Jahrestagung seiner Organisation erklärt. Danach könnte erstmals die Marke von 250 Milliarden Euro beim Rückstellungsbestand überschritten werden. Ende 2017 hatten sich die Altersrückstellungen noch auf 245 Milliarden Euro belaufen, nach knapp 233 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Mit einem Plus von 12,3 Milliarden Euro hat das Rückstellungspolster bereits 2017 einen beachtlichen Zuwachs erfahren. Besonders bemerkenswert dabei: die privaten Krankenversicherer konnten immer noch eine Nettoverzinsung von 3,5 Prozent erwirtschaften. Das ist angesichts der Zinslage eine Leistung und vor allem den noch höher verzinsten Anlagen aus der Vergangenheit zu verdanken. Je mehr diese auslaufen und durch Investments mit niedrigeren Renditen ersetzt werden müssen, umso weniger wird sich dieser Anlageerfolg halten lassen. Die PKV-Anbieter befinden sich hier in einer ähnlichen Zwangslage wie die Lebensversicherer.
 

Altersrückstellungen – für stabile Beiträge im Alter

Die Altersrückstellungen sollen den altersbedingten Beitragsanstieg bei PKV-Tarifen abfedern, am besten ganz verhindern. Seit dem 1. Januar 2000 wird bei PKV-Neuverträgen ein zehnprozentiger Beitragszuschlag erhoben, der für die Bildung von Altersrückstellungen verwandt wird. Der Zuschlag ist von Versicherten vom 22. bis zum 61. Lebensjahr zu zahlen. So positiv die beitragsstabilisierende Wirkung der Altersrückstellungen ist, es gibt auch Kritik an der Ausgestaltung.  Die Rückstellungen wirken als „Wettbewerbs-Bremse“. Bei einem Anbieter-Wechsel können Versicherte nämlich nur den Teil der Altersrückstellungen mitnehmen, der dem Basistarif entspricht. Dadurch erleiden gerade bereits länger in höherwertigen Tarifen versicherte PKV-Kunden bei einem Wechsel erhebliche finanzielle Nachteile. Deshalb wird in der Regel darauf verzichtet. Für diesen „Bestands-Schutz“ der privaten Krankenversicherer gibt es keine sinnvolle Begründung. Im Gegenteil: erst vor wenigen Wochen hat sich die Monopolkommission dafür stark gemacht, künftig die volle Mitnahme der Altersrückstellungen zuzulassen. Berechnungstechnisch sei das kein Problem. 
 

Weniger Krankenvollversicherte, mehr Zusatzversicherte

Bei der Zahl der Krankenvollversicherungen hat sich der seit Jahren festzustellende Abschmelzungsprozess auch 2017 fortgesetzt. Zum Jahresende verfügten noch 8,75 Millionen Menschen in Deutschland über eine private Krankenvollversicherung, 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor diesem Hintergrund beobachtet der PKV-Verband Ansätze wie in Hamburg, die GKV-Mitgliedschaft für Beamte weiter zu öffnen und attraktiver zu machen, mit Argwohn. Beamte sind nach wie vor eine tragende Säule der privaten Krankenvollversicherung. Aufweichungen würden das Geschäftsmodell empfindlich berühren. Weiter nach oben zeigt dagegen die Entwicklung der privaten Zusatzversicherungen. 25,52 Millionen Menschen verfügten Ende 2017 über mindestens eine private Krankenzusatzversicherung, 436.000 - oder 1,7 Prozent - mehr als 2016.
 

Deutlich höhere Pflegeversicherungsbeiträge zu erwarten

In der privaten Pflegepflichtversicherung müssen sich die Versicherungsnehmer auf steigende Beiträge einstellen. Derzeit ist die Versicherung nach Angaben von Laue mit 37 Euro im Monat noch etwas günstiger als in der sozialen Pflegeversicherung der GKV, die im Schnitt 40 Euro kostet. Seit 2014 sind die Pflegebeiträge bei den „Privaten“ stabil. Doch die starke Ausweitung der Pflegeleistungen wird unweigerlich zu Beitragsanpassungen führen, die – wie im Krankenversicherungsbereich – dem Anpassungsmechanismus gemäß sprunghaft ausfallen werden. Beamte bleiben wohl zunächst verschont, der Rest der PKV-Versicherten muss sich auf Erhöhungen in einer Bandbreite von 10 bis 20 Euro einstellen. Das würde einem Anstieg von 20 bis 30 Prozent entsprechen. 

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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