Die Qualität der PKV-Anbieter 2018/2019

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Die DFSI Ratings GmbH ist eine Ausgründung des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) mit Sitz in Köln. Wie der Name schon sagt, befasst sich das Unternehmen mit Ratings - vorzugsweise mit solchen im Bereich der Versicherungen. Seit einigen Jahren führt DSFI Ratings eine regelmäßige Qualitäts-Bewertung der privaten Krankenversicherer in Deutschland durch. Die Rating-Ergebnisse für den Zeitraum 2018/2019 wurden kürzlich veröffentlicht.
 

Was ein Rating aussagt - und was nicht

Ein Rating ist grundsätzlich eine zusammenfassende Bewertung, die nach einem festgelegten Verfahren aus Einzelbewertungen eines bestimmten Bewertungs-Sachverhaltes ermittelt wird. Bekannt sind zum Beispiel die Bonitäts-Ratings der internationalen Ratingagenturen, mit denen die Kreditwürdigkeit großer Unternehmen oder ganzer Länder beurteilt wird. Um eine Bonitätsbeurteilung geht es beim Rating von DFSI Ratings ausdrücklich nicht. Hier steht die Unternehmensqualität im Fokus - oder anders ausgedrückt: die „Güte“ des jeweiligen PKV-Anbieters in der Gesamtbetrachtung. Das Rating bewertet damit auch nicht, wie gut oder schlecht einzelne Tarife des Krankenversicherungsunternehmens sind. Es ist wichtig, dies vorauszuschicken, um die Rating-Ergebnisse richtig einstufen zu können.
 

Qualitätsrating - Substanzkraft, Produktqualität und Service

DSFI Ratings differenziert beim PKV-Qualitätsrating drei Bereiche:

  1. Die Substanzkraft: hier wird die strukturelle wirtschaftliche Situation des jeweiligen Krankenversicherungsunternehmens bewertet. Als Basis dienen die Substanzkraftquote (50 %-Gewichtung), das versicherungstechnische Ergebnis (15 %), der Marktanteil (10 %) und Veränderungen der Versicherten-Zahl (10 %). In erster Linie werden hierfür Daten aus Geschäftsberichten, Jahresabschlüssen und Marktanalysen zugrunde gelegt.

  1. Die Produktqualität umfasst zwei Unterbereiche: die Produktqualität im engeren Sinne, die anhand von repräsentativen Tests in der Vollkostenversicherung, Zusatzversicherung und Pflegeversicherung ermittelt wird, und die Produktvielfalt. Sie betrifft Umfang und Differenzierung des Produktangebots. Beide Bereiche gehen gleichgewichtet in die Bewertung ein.

  1. Den Service: in diesem Bereich werden Beschwerdehäufigkeit (30 %-Gewicht) und Gesundheitsservices (70 %) berücksichtigt. Bei den Beschwerden dient die BaFin-Beschwerdestatistik als Basis. Die Gesundheitsservices umfassen Leistungen im Hinblick auf Vorsorge, Bonusprogramme oder Unterstützungsleistungen - zum Beispiel bei der Vermittlung auf bestimmte Krankheiten spezialisierter Ärzte. Die Service-Bewertung findet wiederum anhand von Tests statt.

Zu jedem Bewertungskriterium werden „Punktnoten“ auf einer Skala von Null bis Hundert vergeben. Die Einzelnoten werden dann (gewichtet) zur Bewertung für den jeweiligen Bereich zusammengeführt. Daraus wird dann die Gesamtbewertung mit einem Rating ermittelt. Substanzkraft und Produktqualität fließen zu jeweils 40 % ein, der Service zu 20 %.

 

Qualitätsurteile zu PKV-Anbietern im Überblick

Bewertet wurden im Rahmen des Qualitäts-Ratings 2018/2019 alle 34 deutschen PKV-Anbieter. Den „Spitzenplatz“ nahm in der Gesamtbewertung die Allianz Private Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft ein. Sie erreichte mit 90,28 Punkten als einziges Unternehmen - wie im vergangenen Jahr - die Beurteilung „Exzellent“ und das Rating AAA. Sechs weitere Anbieter schnitten mit dem Urteil „sehr gut“ ab, darunter die Signal IDUNA Krankenversicherung a.G. und die Barmenia Krankenversicherung a.G. auf den Rängen zwei und drei. 21 Unternehmen erzielten immerhin noch die Bewertung „Gut“. Sechs PKV-Anbieter mussten sich mit einem „Befriedigend“ begnügen. Das Schlusslicht bildete die vigo Krankenversicherung VVaG mit 58,01 Punkten und einem einfachen A-Rating.

Die Allianz Krankenversicherung konnte in allen drei Bereichen überzeugen. In puncto Produktqualität und Service lag sie auf dem ersten Platz unter allen PKV-Anbietern, beim Service sogar mit voller Punktzahl. Hinsichtlich der Substanzkraft erreichte sie Rang zwei und die Note „Sehr gut“. Relativ bescheiden schnitt der Marktführer DEBEKA ab. Mit 76,89 Punkten landete die Versicherung auf Platz neun. Das reichte allerdings immer noch für die Gesamtnote „Gut“ und ein AA-Rating. Am schlechtesten wurde die DEBEKA im Bereich Substanzkraft bewertet (63,83 Punkte; A+-Rating), bei der Produktqualität und beim Service erhielt sie dagegen ein „Sehr gut“.  

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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