Psychotherapeuten - neue Sprechstunde seit 1. April 2017

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Vor allem für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen ist es oft schwer, zeitnah Zugang zu Psychotherapien zu erhalten. Bis zum ersten Gespräch vergehen oft etliche Wochen bis zu mehreren Monaten. Für die wirksame Behandlung psychischer Leiden ist das mehr als kontraproduktiv. Eine gewisse Entlastung soll die psychotherapeutische Sprechstunde bringen, die zum 1. April 2017 neu eingeführt worden ist.

Die Sprechstunde war bereits Ende vergangenen Jahres vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen einer entsprechenden Anpassung der Psychotherapie-Richtlinie beschlossen worden. Das Gremium folgte damit einer Auflage von Bundesgesundheitsminister Gröhe, der zuvor eine bessere psychotherapeutische Versorgung gefordert hatte.
 

100 Minuten pro Woche

Die Vorgabe gilt für alle Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten sowie für Fachärzte, die eine Richtlinien-Psychotherapie abrechnen dürfen. Danach müssen „Voll“-Therapeuten künftig jede Woche mindestens 100 Minuten für die Sprechstunde reservieren und dafür kurzfristig Termine zur Verfügung stellen. Mehr als ein bis zwei Wochen soll man darauf nicht warten müssen. Ob sich dies in der Praxis allerdings so halten lässt, muss sich noch erweisen.

Die psychotherapeutische Sprechstunde ist noch keine ambulante Psychotherapie. Sie soll vielmehr eine erste Abklärung ermöglichen, wie psychische Beschwerden überhaupt einzuschätzen sind. Darüber hinaus soll sie Orientierung geben, was man selbst für besseres Befinden tun kann, welche Behandlung ggf. angezeigt ist und wie dringlich Hilfe benötigt wird. In diesem Sinn kann die Sprechstunde als Instrument wirken, die die Unterstützung für Menschen mit psychischen Beschwerden kanalisiert und effizienter organisiert. Der Besuch der Sprechstunde ist künftig für GKV-Mitglieder Voraussetzung für Zugang zu einer Psychotherapie.
 

Bessere Erreichbarkeit und Terminservice

Auch bei telefonischer Erreichbarkeit soll es Verbesserungen geben. Seit dem 1. April müssen psychotherapeutische Praxen in „Vollzeit-Betrieb“ mindestens 200 Minuten pro Woche telefonisch erreichbar sein. Diese Zeiten dafür müssen der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung mitgeteilt und veröffentlicht werden.

Die ebenfalls bei den Kassenärztlichen Vereinigungen angesiedelten Terminservice-Stellen, die bisher primär für die Vermittlung von Facharzt-Terminen zuständig waren, kümmern sich seit Monatsbeginn zusätzlich auch um Termine beim Psychotherapeuten. Allerdings hat man hier keine Therapeuten-Wahl und muss ggf. auch gewisse räumliche Entfernungen in Kauf nehmen.
 

Ein Instrument der Mangelverwaltung

Inwieweit die psychotherapeutische Sprechstunde tatsächlich zu einer besseren Versorgung beiträgt, werden die nächsten Monate zeigen. Möglicherweise führt das Angebot erst einmal zu einer stärkeren Beanspruchung der Praxen durch Menschen, die sich bisher noch nicht zu einer Psychotherapie entschließen konnten. Insofern ist ein gewisser „Run“ auf die Sprechstunde nicht ausgeschlossen.

Unmittelbar „frisst“ die Maßnahme an der Zeit, die für ambulante Psychotherapien selbst zur Verfügung steht, denn die Therapeuten-Kapazitäten an sich sind nicht größer geworden. Daher werden Patienten mit Behandlungsbedarf auch künftig länger auf den Beginn einer Therapie warten müssen. GKV-Mitgliedern mit psychischen Beschwerden, die nicht therapiebedürftig sind, kann vielleicht schneller geholfen werden. Das kann auch dazu beitragen, auf längere Sicht mehr Zeit für Patienten mit Therapie-Bedarf freizuschaufeln. Dennoch ist die Sprechstunde eher ein Instrument der „Mangelverwaltung“ als eine Lösung für die klaffende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei Psychotherapien.

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