Private Krankenvollversicherung - Zahl der Versicherten stabil

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Die PKV bewegte sich zuletzt bei der Krankenvollversicherung in einem schwierigen Umfeld. Die deutliche Anhebung der Jahresarbeitsentgeltgrenzen, Bestrebungen, Beamte in die GKV zu locken (Stichwort Hamburger Modell), die anhaltende Niedrigzinssituation und entsprechender Beitragsdruck sind nicht unbedingt geeignet, für Zulauf zu sorgen.

Dennoch konnte die PKV im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 wieder mehr Zugänge aus der GKV verzeichnen als umgekehrt in Richtung GKV abwanderten. Der Wanderungssaldo fällt zwar mit rund 2.100 Personen nahezu ausgeglichen aus. Er stellt aber eine bemerkenswerte Umkehrung einer länger anhaltenden Entwicklung dar. Im Jahr zuvor gab es noch 4.500 Netto-Abwanderungen.
 

Demografie sorgt für Minus von 0,2 Prozent

Trotzdem hat die Zahl der Versicherten in der privaten Krankenvollversicherung weiter abgenommen. Das weist derRechenschaftsbericht 2018/2019 des PKV-Verbandes aus. Danach gab es zum Jahresende 2018 8,736 Mio. Versicherte, rund 17.100 weniger als ein Jahr zuvor. Relativ gesehen ist der Versicherten-Bestand um 0,2 Prozent zurückgegangen. Dies ist in erster Linie demografisch bedingt - durch „Wegsterben“ von Versicherten.

Insgesamt hat sich der seit einigen Jahren zu beobachtende Abschmelzungsprozess bei der Krankenvollversicherung fortgesetzt. Aber der Rückgang verlangsamt sich. Die Zahl der Versicherten ist nahezu stabil. Interessant sind die Bewegungen innerhalb der PKV-Branche. Hier gibt es deutliche Unterschiede, wie sich aus einer Auswertung der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur ergibt.
 

Gewinner und Verlierer in der PKV-Branche

Dabei findet man weniger Gewinner als Verlierer. Von 30 untersuchten Versicherern haben 11 einen Zuwachs erzielt, 19 mussten abgeben. Am meisten zugelegt hat danach die DEBEKA, deren Versicherten-Zahl sich um 32.870 erhöht hat - mehr als bei allen anderen Gewinnern zusammen. Damit konnte die DEBEKA ihre Position als Marktführer weiter ausbauen. Ebenfalls deutlich zugelegt haben:

HanseMerkur

+ 8.076

Signal Iduna

+ 5.658

HUK-Coburg

+ 2.024


Bei den übrigen Gewinnern lagen die Zuwächse jeweils unter 1.000 Versicherten.
 

„Spitzenreiter“ bei den Verlierern ist die DKV mit einem Minus von 18.410. Auf den nächsten Plätzen folgen:

Allianz

- 10.615

Central

- 6.896

Bayer. Beamtenkrankenkasse

- 6.855


Neun weitere Versicherer haben jeweils mehr als 2.000 Versicherte verloren. Interessant ist der Rückgang bei der Allianz. Hier gab es in den letzten Jahren ebenfalls Rückgänge, die sich aber im Zeitablauf verlangsamt haben - zuletzt auf rund 7.000 in 2017. in 2018 beschleunigte sich der Rückgang wieder.
 

Vorsicht bei Interpretationen

Die Veränderungen innerhalb der Branche sind sicher zu einem guten Teil dem Wettbewerb geschuldet. Dabei haben vor allem Versicherer zugelegt, die bereits zuvor eine starke Marktstellung hatten. Dennoch warnen die Assekurata-Experten vor einseitigen Interpretationen - gerade bei den Verlierern. Bei den Veränderungen spielen auch unterschiedliche Versicherten-Strukturen eine Rolle.

In diesem Zusammenhang wird auf das Beispiel der Allianz hingewiesen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren ihre Neuzugänge bei den Versicherten kontinuierlich gesteigert – agierte also durchaus erfolgreich am Markt. Dies wurde aber durch „Abgänge“ infolge der „Überalterung“ des Versicherten-Bestandes und die Rückkehr von Versicherten in die Versicherungspflicht überkompensiert -„per Saldo“ entwickelte sich die Versichertenzahl rückläufig.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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