Krankenversicherung – das sind die Grenzwerte 2017

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Mit dem Jahreswechsel ändern sich auch die Beitragsbemessungsgrenze und die Jahresarbeitsentgeltgrenze in der Krankenversicherung. Nicht jedem ist die Bedeutung der beiden Begriffe klar. Dabei hat die Festlegung der Grenzwerte erhebliche Auswirkungen auf die Beitragsbelastung und die Möglichkeit, in die PKV wechseln zu können.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße zur Deckelung von einkommensabhängigen Beiträgen im gesetzlichen Sozialversicherungssystem. Sowohl bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung als auch bei der GKV gibt es – nicht unbedingt deckungsgleiche - Bemessungsgrenzen.
 

Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze – Mehrbelastung möglich

2016 lag die GKV-Beitragsbemessungsgrenze bei 50.850 Euro. Sie ist für 2017 auf 52.200 Euro angehoben worden. Mit diesem Anstieg um 2,65 Prozent wird der allgemeinen Lohnentwicklung Rechnung getragen. Die Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet dabei jenen Betrag, bis zu dem das relevante Erwerbseinkommen bei der GKV-Beitragsberechnung herangezogen wird. Darüber liegende Einkommensteile wirken sich beitragsmäßig nicht mehr aus.

Beim allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent steigt 2017 die höchstmögliche jährliche Beitragsbelastung von 7424,10 Euro (618,68 Euro monatl.) auf 7621,20 Euro (635,10 Euro monatl.). In dieser Rechnung sind Zusatzbeiträge nicht berücksichtigt, die als Zusatzbelastung quasi „obendrauf“ kommen. Für Einkommensbezieher unterhalb der 2016 geltenden 50.850 Euro-Grenze ändert sich mit der Anhebung nichts. Wer als GKV-Mitglied mehr als 50.850 Euro verdient, muss dagegen 2017 höhere Beiträge zahlen – maximal 197,10 Euro im Jahr (bzw. 16,42 Euro monatl.). Das Trostpflaster dabei ist: der Arbeitgeber übernimmt bei Arbeitnehmern die Hälfte.

Von der Beitragsbemessungsgrenze ist die sogenannte Versicherungspflichtgrenze oder Jahresarbeitsentgeltgrenze zu unterscheiden. Mit Einkommen jenseits dieses Grenzwertes besteht für Arbeitnehmer keine Versicherungspflicht mehr in der GKV. Ein Wechsel in die PKV ist dann möglich. Bei Selbständigen und Beamten ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze dagegen nicht von Bedeutung. Hier ist ein Wechsel in die PKV bzw. eine PKV-Wahl einkommensunabhängig möglich.
 

Jahresarbeitsentgeltgrenze – Hürde für PKV-Wechsel höher

Jahresarbeitsentgeltgrenze und Beitragsbemessungsgrenze sind nicht identisch. Dabei liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze etwa zehn Prozent über der Beitragsbemessungsgrenze. Es ist also bei Arbeitnehmern durchaus möglich, die Einkommensgrenze für den Höchstbeitrag zu überschreiten, ohne sich von der Versicherungspflicht befreien lassen zu können.

2017 steigt die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 52.200 Euro in 2016 auf 57.600 Euro. Prozentual bedeutet das eine Anhebung um 2,40 Prozent – etwas geringer als bei der Beitragsbemessungsgrenze. Durch die Anhebung wird die Hürde für Arbeitnehmer für einen Wechsel in die PKV etwas höher.

Was ist mit Arbeitnehmern, deren Einkommen durch die Anhebung wieder unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze rutscht? Sie müssten eigentlich zur GKV zurückkehren. Eine „Sonderregelung“ macht aber eine weitere Befreiung möglich, solange das Arbeitsverhältnis selbst unverändert bleibt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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