Private Krankenversicherer – stabil in schwierigem Umfeld

Die Zeiten für die PKV sind kompliziert. Wachsende Gesundheitsausgaben, stagnierende bis rückläufige Zahlen in der Krankenvollversicherung sowie anhaltende Niedrigzinsen wirken belastend. Trotzdem ist die Lage der Krankenversicherungen stabil. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Rating-Agentur MORGEN & MORGEN.

Die Analysten haben 31 private Krankenversicherer in Deutschland untersucht. Die Betrachtung erfolgte dabei für den 5-Jahres-Zeitraum 2011 bis 2015. Dabei wurden jeweils 10 relevante Kennzahlen in die Bewertung einbezogen, die eine fundierte Aussage über Wachstum, Solidität und Kosten erlauben

Rund 30.000 Daten ausgewertet

Für die Ermittlung der Kennzahlen setzt MORGEN & MORGEN ein komplexes, selbst entwickeltes Analyseschema ein, das sich aus den Daten der Geschäftsberichte der PKV-Anbieter speist. Bei der Analyse werden insgesamt rund 30.000 Daten verarbeitet, um für die untersuchten Versicherer jeweils die zehn Kennzahlen-Ausprägungen zu ermitteln und zu bewerten. Die Einzelergebnisse werden dann zu einem Gesamturteil zusammengeführt, das sich in einer 5-Sterne-Range bewegt. 5 Sterne stellt dabei die beste Bewertung dar, ein Stern die schlechteste.

Insgesamt stellt MORGEN & MORGEN für die PKV-Branche ein verhaltenes Wachstum im Jahre 2015 fest. Die Entwicklung sei durch einen Rückgang bei der Krankenvollversicherung gekennzeichnet gewesen, während im Bereich der Zusatzversicherungen Wachstum erzielt wurde.
 

Gute Eigenkapitalausstattung, weniger Rückstellungen

Die Eigenkaptal-Ausstattung der Unternehmen wird von MORGEN & MORGEN insgesamt als gut bewertet. Bei den Eigenkapitalquoten konnte sogar ein leicht steigender Trend festgestellt werden. Auch die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung – im Fachjargon kurz RfB – bewegten sich weiter auf hohem Niveau, wenn auch mit weniger Zuführungen. Die RfB dient den Versicherern als Risikopuffer, um Beitragsanpassungen zu vermeiden.

Gerade in den geringeren Zuführungen zu dieser Rückstellungsposition sieht die Rating-Agentur ein Anzeichen für die Belastung der Versicherer. Sie sei auf der einen Seite durch steigende Leistungsausgaben aufgrund höherer Medikamenten-Kosten und anspruchsvollere Behandlungsmethoden bedingt. Zum anderen mache sich die Zinssituation negativ bemerkbar. Die Nettoverzinsung der PKV-Anlagen erreichte 2015 mit 3,7 Prozent erstmals weniger als 4,0 Prozent.
 

Keine Aussage über Tarife

Die höchste Bewertung (5 Sterne) erreichten Allianz, Alte Oldenburger, Mecklenburgische und Provinzial. Ebenfalls solide (4 Sterne) zeigten sich Debeka, Deutscher Ring, Hallesche, Inter, LKH, LVM, R+V und Signal. Das Schlusslicht der Rangfolge bildet die Württembergische mit einem Stern.

Das Rating von MORGEN & MORGEN stellt ausschließlich auf die wirtschaftliche Lage der Versicherer ab und ist keine Aussage über die Güte von Tarifen. Dennoch besteht zumindest ein indirekter Zusammenhang. Denn auf Dauer sind nur wirtschaftlich gut gestellte Versicherer in der Lage, leistungsstarke und günstige Tarife zu bieten.

Titelbild: Coloures-Pic – fotolia.com

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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