Sozialtarife wenig beansprucht - Ein gutes Zeichen für die PKV!

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Immer wieder sind Klagen zu hören, dass die private Krankenvollversicherung für manchen Versicherten zu teuer werde und kaum mehr bezahlbar sei. Das gilt insbesondere für ältere Menschen und solche, die durch gravierende Lebensereignisse wie Krankheit, Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung erhebliche Einkommenseinschnitte oder zusätzliche finanzielle Belastungen hinnehmen müssen.

Genau für solche Fälle sind in der PKV die sogenannten Sozialtarife vorgesehen. Diese gesetzlich geregelten Tarife müssen von jedem privaten Krankenversicherer angeboten werden und bieten mehr oder weniger stark abgespeckte Leistungen gegenüber dem herkömmlichen Versicherungsschutz. Dafür liegen auch die Prämien deutlich niedriger. Trotz der vielfältigen Beschwerden über zu hohe Prämien werden die Sozialtarife aber nur von einer kleinen Minderheit der Versicherten in Anspruch genommen. Das geht aus dem jüngsten Rechenschaftsbericht des PKV-Verbandes hervor.
 

Nutzung der Sozialtarife seit Jahren konstant

Danach bewegt sich die Zahl der Nutzer der Sozialtarife seit Jahren relativ konstant in einer Bandbreite von 180.000 bis 190.000 Versicherten. Relativ gesehen entspricht das einem Anteil von knapp über zwei Prozent an der Zahl der Privatversicherten insgesamt. Das heißt umgekehrt: rund 98 Prozent der Versicherten in der Krankenvollversicherung nutzen Normaltarife. Interessant ist eine Betrachtung der Entwicklung nach Sozialtarifen differenziert. Grundsätzlich sind in der PKV drei Sozialtarife vorgesehen:

  • der Basistarif

  • der Standardtarif

  • der Notlagentarif

Basistarif - leichte Zunahme

Der Basistarif ist das reguläre Angebot, wenn sonstiger privater Krankenversicherungsschutz zu teuer wird. Der 2009 eingeführte Tarif sieht vergleichbare Leistungen wie in der GKV vor und darf nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag bei den gesetzlichen Krankenkassen. Details sind in § 152 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) geregelt. Beim Wechsel in den Basistarif zu einem anderen Anbieter können die Altersrückstellungen ihrem Anteil am Basistarif entsprechend mitgenommen werden. Im Gegensatz zu anderen Anbieterwechseln in der PKV zu neuen Tarifen erleiden Versicherte hier daher keinen Verlust.

2018 nutzten rund 31.900 Versicherte den Basistarif. Damit setzte sich die in den vergangenen Jahren zu beobachtende moderate Zunahme fort. Als der Tarif 2009 eingeführt wurde, hatten ihn zunächst 13.500 Versicherte in Anspruch genommen. Bis 2012 stieg die Zahl dann relativ stark auf 30.200 an. Danach entwickelte sich der Bestand nur noch langsam nach oben.
 

Standardtarif - Wachstum trotz Auslaufmodell

Der Standardtarif ist eigentlich ein Auslaufmodell. Es handelt sich um die Vorgängerregelung zum Basistarif. Diese kann nur von Versicherten genutzt werden, die bereits vor 2009 länger privat krankenversichert waren und auch noch einige andere Voraussetzungen erfüllen. In mancher Hinsicht ist der Standardtarif komfortabler als der Basistarif. So können Altersrückstellungen - was besonders günstig ist - in voller Höhe mitgenommen werden und Ehepaare zahlen maximal 150 Prozent des Höchstbeitrags in der GKV. Das erklärt, warum der Standardtarif nach wie vor gerne dem Basistarif vorgezogen wird, wo das noch möglich ist.

2018 machten davon 51.300 Versicherte Gebrauch - mehr als anderthalbmal so viel wie vom Basistarif. Im Zeitraum 2011 bis 2018 hat sich die Zahl der Standardtarif-Versicherten um rund 13 Prozent erhöht. Das ist umso bemerkenswerter als die Zahl derjenigen, die den Standardtarif nutzen können, kontinuierlich sinkt.
 

Notlagentarif - eher rückläufig

Im Unterschied zum Basistarif und zum Standardtarif besteht beim Notlagentarif keine Wahlentscheidung. Die Einstufung erfolgt automatisch bei längeren Beitragsrückständen und endet ebenso automatisch, wenn das Beitragsproblem endet. Der 2013 eingeführte Notlagentarif (§ 153 VAG) bietet allenfalls eine medizinische Grundversorgung.

Die Inanspruchnahme ist tendenziell rückläufig. Es gibt eine hohe Fluktuation. Bei der Tarifeinführung 2013 wurden 93.400 Versicherte in den Notlagentarif eingestuft. 2014 stieg die Zahl auf 114.400. Seither ist sie mehr oder weniger kontinuierlich rückläufig. 2018 waren 102.200 Versicherte im Notlagentarif eingestuft. Diese rückläufige Tendenz dürfte der nach wie vor guten Wirtschaftslage mit hoher Beschäftigung geschuldet sein.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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