PKV – Positive Trendwende bei der Krankenvollversicherung?

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Eine Mehrzahl der PKV-Versicherten mussten zum Jahreswechsel 2016/17 teilweise erhebliche Beitragserhöhungen – nicht selten im zweistelligen Prozentbereich - in Kauf nehmen. Die Beitragsentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung blieb hiervon ebenfalls nicht verschont. Die Zahl der Versicherungsnehmer mit Krankenvollversicherung sinkt seit Jahren und im aufkommenden Bundestagswahlkampf spielt wieder einmal das Thema „Bürgerversicherung“ eine Rolle. Die Protagonisten des Modells würden die PKV am liebsten abschaffen. Die privaten Krankenversicherer bewegen sich gerade nicht in einem komfortablen Umfeld. Von daher überrascht fast ein wenig die positive Bilanz, die der PKV-Verband aktuell für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 zieht.

Am überraschendsten dürfte dabei die Feststellung sein, dass der Abwärtstrend bei der Krankenvollversicherung gestoppt sei und die Signale auf eine Trendumkehr hindeuten. Tatsächlich haben die PKV-Anbieter seit 2012 kontinuierlich in diesem Bereich im Bestand verloren. Mit rund 8,96 Mio. Krankenvollversicherungsverträgen war 2012 das „Spitzenjahr“ der PKV gewesen. Ende 2016 lag der Bestand noch bei 8,77 Mio. Verträgen – das bedeutet per Saldo einen Verlust von gut 190.000 Versicherungsnehmern.
 

Erstmals seit 2012 wieder eine positive Wanderungsbilanz

Den Zahlen des PKV-Verbandes zufolge hat sich dieser Abwärtstrend im vergangenen Jahr allerdings deutlich abgeschwächt. 2016 verringerte sich die Zahl der Vollversicherten nur noch um 17.300 oder 0,2 Prozent, der Versicherungsbestand blieb damit nahezu stabil. Es war die geringste Abschmelzung seit 2012. Im zweiten Halbjahr kam es sogar erstmals seit vier Jahren zu einem Nettoneuzugang bei den Verträgen. Auch die Wanderungsbilanz fiel 2016 erstmals seit Jahren wieder zugunsten der PKV aus. Während 120.000 Versicherte von der PKV zurück in die GKV wechselten, entschieden sich 121.000 GKV-Mitglieder für die PKV - ein leichtes Plus für die privaten Anbieter.

Ob es sich bei diesen Zahlen um eine „Eintagsfliege“ oder um eine Trendwende handelt, muss allerdings erst einmal abgewartet werden. Der PKV-Verband hatte den Abschmelzungsprozess in den letzten Jahren vor allem mit gesetzlichen Regelungen und der ausgezeichneten Beschäftigungslage erklärt. Viele Selbständige hätten dank der guten Konjunktur wieder Festanstellungen gefunden und seien wegen eines Arbeitseinkommens unterhalb der Versicherungspflichtgrenze gezwungen gewesen, in das GKV-System zurückzukehren.

Dieser Umstand gilt auch weiterhin, auch wenn das Wechselpotential bei den Selbständigen schon zu einem erheblichen Teil ausgeschöpft sein dürfte. Die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze auf 57.600 Euro in 2017 verbaut ebenfalls einigen wechselwilligen GKV-Mitgliedern erst einmal den Weg in die PKV. Und die zum Teil massiven Beitragserhöhungen sind nicht gerade ein Argument zum Versicherungswechsel. Von daher darf man auf die Zahlen der kommenden Monate gespannt sein.
 

Zusatzversicherungen und Altersrückstellungen auf Rekordniveau

Bei den privaten Krankenzusatzversicherungen hat sich dagegen der seit Jahren zu beobachtende positive Trend fortgesetzt. Erstmals konnte 2016 die „magische“ Grenze von 25 Mio. Zusatzversicherungs-Verträgen übersprungen werden. Der Zuwachs betrug hier 1,3 Prozent auf nunmehr 25,1 Mio. Verträge.

Einen neuen Rekord erreichten auch die Altersrückstellungen. Hier stieg der Bestand um 5,9 Prozent auf 233 Mrd. Euro. Die Altersrückstellungen müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben gebildet werden, um den ansonsten altersbedingt notwendigen Beitragsanstieg bei den Versicherten abzufedern. Dazu wird bei Neuverträgen ein zehnprozentiger Zuschlag zu den eigentlich zu zahlenden Versicherungsbeiträgen erhoben. Die Bildung von Altersrückstellungen in der PKV ist durch die anhaltende Niedrigzins-Situation belastet. Dies hat mit zu den jetzt stattgefunden Beitragserhöhungen geführt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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