Heal Capital - PKV-Branche gründet Innovationsfonds

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Die Digitalisierung eröffnet im Gesundheitswesen zahleiche neue Möglichkeiten. Viele Potentiale für digitale Anwendungen sind allerdings noch ungenutzt. Die Schwierigkeiten bei der elektronischen Gesundheitskarte in der GKV sind nur ein Beispiel. Auch viele private Krankenversicherer tun sich mit digitalen Lösungen schwer. Immerhin gibt es seit 2015 mit OTTONOVA einen privaten Anbieter, der rein digital funktioniert - eine Ausnahmeerscheinung.

Dass bei der Digitalisierung Nachholbedarf besteht, ist vielen PKV-Unternehmen wohl bewusst. Auch, dass dafür viel Geld in die Hand genommen werden muss. Denn die Entwicklung von Lösungen bedeutet zunächst einmal erhebliche Investitionen, Umsätze aus der Vermarktung fließen erst später. Ein anderes Problem der PKV-Branche ist, dass digitales Know How oft außerhalb der Unternehmen zu finden ist. Für viele Entwicklungen müssten erst einmal interne Kapazitäten aufgebaut werden. Das braucht Zeit und ist teuer.
 

100 Millionen Euro für Digital Health-Start-ups

Es sind wohl solche strukturellen Schwierigkeiten, die den PKV-Verband jetzt dazu veranlasst haben, einen Venture Capital-Fonds für digitale Gesundheits-Geschäftsmodelle ins Leben zu rufen. Heal Capital - Heil Kapital - heißt der neue Fonds. Er ist zur Finanzierung von Start-ups gedacht und soll dazu beitragen, Gründungen im Bereich „Digital Health“ zu fördern - zum Beispiel für Telemedizin-Anwendungen, für Apps zur Gesundheitsprävention oder für neue Vermittlungsplattformen zu Gesundheitsleistungen.

Heal Capital wird mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro ausgestattet sein. Beteiligen können sich alle Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes, das sind 49 private Krankenversicherer mit einer großen finanziellen Substanz. Noch ist das Geld erst zum Teil eingesammelt und es steht nicht fest, welche Versicherungsunternehmen sich am Ende im Fonds engagieren werden. Die Zeichnungsfrist läuft. Der Fonds ist nicht als Subventionsmodell gedacht. Er soll sich wirtschaftlich selbst tragen und eine angemessene Rendite erwirtschaften. Der wesentliche Förderaspekt liegt in der Anschubfinanzierung und in der Teilung des Risikos einer Digital Health-Gründung.
 

Kalkuliertes Wagnis - Beteiligung ab 3 Mio. Euro

Der PKV-Verband ist für den Fonds eine ungewöhnliche Partnerschaft eingegangen. Die beiden Partner Heartbeat Labs und Flying Health sollen das Management übernehmen. Das heißt: sie verwalten die Fondsmittel, entscheiden über finanzielle Beteiligungen und überwachen Engagements. Heartbeat Labs betätigt sich selbst als Gründer und Investor bei Unternehmen im Bereich Digital Health. Flying Health versteht sich eher als Inkubator - als Brutkasten -, der Digital Health-Geschäftsmodellen zum Leben verhilft und mit geeigneten Partnern zusammenbringt. Das Fondsmanagement ergänzt ideal die bisherigen Aktivitäten der beiden Firmen, bedeutet für sie aber auch Neuland.

Grundsätzlich will Heal Capital sich an Start-ups beteiligen, die ihre Lösungen bereits bis zur Marktreife entwickelt haben, am Markt auftreten und jetzt erfolgreich weiter wachsen wollen. Es geht also ausdrücklich nicht um Frühphasen-Finanzierung, sondern um Beteiligung an schon etablierten Geschäftsmodellen, die ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Das sind vergleichsweise gut kalkulierbare Wagnisse, was der Unternehmensphilosophie der Kapitalgeber entgegenkommt. Beteiligungen sollen ab einer Größenordnung von drei Millionen Euro eingegangen werden.

In diesem Rahmen wird es möglich sein, bis zu drei Dutzend Geschäftsmodellen gleichzeitig finanziell „auf die Sprünge“ zu helfen. Noch ist der Fonds selbst so etwas wie ein Start-up - allerdings mit starkem finanziellem Background. Auf den Erfolg darf man gespannt sein.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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