Morgen & Morgen: Beitragsanpassungen in PKV 2022 unter Vorjahresniveau

News-Artikel vom: 21.08.2022

Das Analysehaus Morgen & Morgen untersucht fortlaufend die Beitragsentwicklung der PKV-Tarife. Vor wenigen Tage hat das Unternehmen sein Rating zur Beitragsstabilität in der PKV für 2022 vorgelegt. Sie zeigen in diesem Jahr insgesamt moderate Beitragsanpassungen. In das diesjährige Rating sind 994 Tarife eingeflossen. Bewertet wurden Tarife, die seit mindestens fünf Jahren am Markt sind. Untersucht und bewertet wurden die Beiträge im Neugeschäft.

Mit 2,07 Prozent fiel die durchschnittliche Beitragsanpassung 2022 relativ gering aus und ist sogar niedriger als im Vorjahr. 2021 hatte sie noch bei 2,53 Prozent gelegen. In den beiden Jahren vorher war sie mit 1,77 Prozent (2020) und 1,68 Prozent (2019) allerdings noch geringer gewesen. Trotz des Rückgangs ist im Zeitablauf ein Trend nach oben bei den Beitragsanpassungen festzustellen. Er sei hauptsächlich dem medizinischen Fortschritt und der Alterung des Bestands zu verdanken, so die Morgen & Morgen-Analyse.
 

Erhebliche Bandbreite bei Beitragsanpassungen

Die Angaben beziehen sich jeweils auf die durchschnittliche Anpassung pro Jahr. Sprünge durch Jahre der Beitragskontinuität aufgrund des gesetzlichen Anpassungsmechanismus werden so „geglättet“. Bei den Beitragsanpassungen besteht eine erhebliche Bandbreite. Im Maximum lagen Beitragserhöhungen 2022 bei 7,48 Prozent, im Minimum bei -0,57 Prozent. Vereinzelt gab es also sogar Beitragssenkungen.
 

Corona, Inflation und Zinswende - bisher kaum Einfluss auf Beitragsstabilität

Trotz des Pandemie-Geschehens: Corona-Auswirkungen sind für die Beitragsanpassungen in diesem Jahr weitgehend irrelevant gewesen. Mehrausgaben durch Schutzmaßnahmen, Hygienevorkehrungen usw. wurden durch Minderausgaben infolge aufgeschobener oder unterlassener Behandlungen weitgehend ausgeglichen, so dass sich unter dem Strich ein Null-Effekt ergeben hat. Allerdings sind Nachholeffekte in den nächsten Jahren nicht auszuschließen. Auch Langzeitfolgen von Corona wie Long Covid können Mehrkosten bewirken.

Die stark gestiegene Inflation hat sich noch nicht in den Beitragsanpassungen niederschlagen können. Ebenfalls ohne Auswirkungen bleiben vorerst die wieder höheren Zinsen am Kapitalmarkt. Morgen & Morgen rechnet hier erst langfristig mit Effekten, sollte sich die Zinsentwicklung nach oben verstetigen.
 

Etwas weniger TOP-Tarife, mehr schwache Tarife

Interessant ist die Veränderung der Tarifverteilung im Rating. Morgen & Morgen vergibt hier - angelehnt an das Schulnoten-Schema - Sterne für die Beitragsstabilität. Von 994 bewerteten Tarifen erzielten in diesem Jahr 233 Tarife (23,4 Prozent) die höchste Bewertung 5 Sterne (= „ausgezeichnet“). Weitere 257 (25,9 Prozent) schnitten mit „sehr gut“ ab. Dem standen 232 Tarife (23,3 Prozent) mit „schwach“ oder „sehr schwach“ ab.
 

Herausforderungen für stabile PKV-Beiträge

Alterung der Bestände, erhöhte Leistungsausgaben durch Pandemie-Nachholeffekte sowie höhere Kosten induziert durch medizinischen Fortschritt werden auch in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen für die PKV-Beitragsstabilität sein bzw. bleiben, so lautet das abschließende Resümee der Morgen & Morgen-Analysten. Auf das nächstjährige Rating darf man gespannt sein.

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