Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung

Mit der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung haben erstmals alle Menschen die Möglichkeit, sich gegen die drohende Finanzierungslücke im Fall der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung ist nicht weniger als ein historischer Schritt für das System der sozialen Sicherung in Deutschland. Denn sie zeugt von der Erkenntnis, dass in unserer alternden Gesellschaft das Umlageverfahren in der Sozialversicherung allein nicht ausreichen wird, um die Menschen hinlänglich vor den finanziellen Risiken einer Pflegebedürftigkeit zu schützen.

Angesichts des steigenden finanziellen Bedarfs und der sinkenden Zahl von Beitragszahlern braucht unsere Gesellschaft mehr Demografie-Vorsorge, damit die Pflegeversicherung auf lange Sicht leistungsfähig bleibt.
Daher ist die Einführung der staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherung Ausdruck einer vorausschauenden und generationengerechten Politik, die es vielen Menschen ermöglicht, sich ohne Risikoprüfung gegen eine drohende Verarmung im Pflegefall zu schützen. Durch die neue Zusatzversicherung haben erstmals alle erwachsenen Menschen einen Rechtsanspruch darauf, Finanzierungslücken zu schließen, die eine wachsende Zahl von Menschen bei Eintritt von Pflegebedürftigkeit betreffen werden. Dank unbürokratischer Rahmenbedingungen ist es zudem möglich, das neue Produkt zu besonders günstigen Bedingungen anzubieten.



Die Geförderte Ergänzende Pflegezusatzversicherung (GEPV) bietet allen die Chance, Hilfebedürftigkeit im Pflegefall zu verhindern, die eigene Rente zu schonen und einen Rückgriff auf Zahlungspflichten ihrer Angehörigen zu vermeiden. Insbesondere junge Menschen und Geringverdiener profitieren dabei von den vergleichsweise günstigen Monatsbeiträgen. Damit ist die neue Versicherungsform ein wichtiger Baustein zur Entlastung zukünftiger Generationen.

Pflegepflichtversicherung – eine Teilkaskoversicherung


Den meisten Menschen ist bisher nicht bewusst, dass die Pflegepflichtversicherung lediglich eine Art Teilkaskoversicherung ist. Schon heute sind viele pflegebedürftige Menschen trotz bestehender Pflegepflichtversicherung nicht in der Lage, für ihre Pflegekosten allein aufzukommen. Einschneidende Veränderungen durch die stetige Alterung unserer Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten kommen erschwerend hinzu.

So ist genau definiert, wie hoch die Leistungen aus der neuen Zusatzversicherung mindestens sein müssen: Damit der Versicherungsvertrag förderfähig ist, muss er ein Pflegemonatsgeld für alle Pflegestufen von 0 bis III vorsehen, auf jeden Fall jedoch eine Mindestleistung von 600 Euro in Pflegestufe III. In der Pflegestufe I beträgt das Monatsgeld mindestens 20 Prozent und in Pflegestufe II mindestens 30 Prozent der Summe von Pflegestufe III. Besteht eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz (die sogenannte Pflegestufe 0), beträgt das Pflegemonatsgeld mindestens 10 Prozent der Leistungen in Pflegestufe III.



Die Versicherungsunternehmen können natürlich auch höhere Leistungen in ihren Tarifen anbieten. Der Höchstbetrag darf laut Gesetz aber die Höhe der bei Vertragsabschluss geltenden Leistungen aus der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung bei Pflegestufe III nicht überschreiten. Anspruch auf die vereinbarten Leistungen besteht nach einer Wartezeit von maximal fünf Jahren nach Vertragsschluss.

Anspruch auf Abschluss der geförderten Pflegezusatzversicherung hat jeder, der in der sozialen bzw. der privaten Pflegepflichtversicherung versichert ist, sofern er das 18. Lebensjahr vollendet hat und bei Vertragsabschluss noch keine Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung bezieht. Es gibt keine Altersgrenze nach oben. Für die Versicherungsunternehmen gilt Annahmezwang, etwaige Vorerkrankungen dürfen für den Vertragsabschluss nicht abgefragt werden und haben daher keinen Einfluss auf das Zustandekommen des Vertrages, den Versicherungsumfang oder die Beitragshöhe. Dies bedeutet konkret, dass Menschen, die bisher aufgrund bestimmter Erkrankungen keine Pflegezusatzversicherung abschließen konnten, von der neuen Vorsorgemöglichkeit profitieren können.

Beitragshöhe


Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem vereinbarten Pflegemonatsgeld und dem Lebensalter des Versicherten bei Vertragsabschluss. Der Beitrag ist für Männer und Frauen gleich hoch. Jüngere Versicherte können für den gleichen Beitrag eine höhere Leistung versichern als ältere Versicherte. Damit die Versicherung förderfähig ist, muss der Eigenbeitrag des Versicherungsnehmers mindestens 10 Euro betragen. Die staatliche Zulage beträgt immer 5 Euro pro Monat.

Staatliche Zulagen


Die staatliche Zulage von 5 Euro pro Monat in der geförderten Pflegezusatzversicherung entspricht einer Förderquote von bis zu 33 Prozent des Beitrags (5 Euro Zuschuss bei 15 Euro Mindestbeitrag). Diese Förderquote ist höher als bei anderen staatlich geförderten Vorsorgeinstrumenten. Insbesondere für jüngere Versicherte ist die geförderte private Pflegezusatzversicherung damit eine preiswerte Möglichkeit der Vorsorge, weil sie die kapitalgedeckten Rückstellungen für den Pflegefall über einen sehr langen Zeitraum aufbauen können. Wer die neue Pflegezusatzversicherung bereits in jungen Jahren abschließt, wird am ehesten die prozentuale Förderung von 33 Prozent des Eigenbeitrags erhalten und sogar noch einen Leistungsanspruch haben, der über die gesetzlich definierten Rahmenbedingungen hinausgeht. Je später man mit der Vorsorge anfängt und je älter man beim Beginn der Pflegezusatzversicherung ist, desto höher sind naturgemäß die erforderlichen Eigenbeiträge, weil der verbleibende Zeitraum zum Aufbau der nötigen Kapitalreserven entsprechend kürzer ist.

Quelle: Auszug aus PKV-Publik Ausg. 10/2012 (Verband der privaten Krankenversicherung e.V.)
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