Pflegeversicherung - Reform bringt mehr Leistungen und höhere Beiträge

Vor wenigen Tagen hat der Bundestag die zweite Stufe der Pflegereform verabschiedet. Ein entsprechendes Gesetz wird zum Jahresbeginn 2016 in Kraft treten. Damit werden ab 2017 die Leistungen in der Pflegeversicherung nochmals verbessert. Gleichzeitig steigen die Beiträge. Was bringt die Reform?

Künftig fünf Pflegegrade

Zunächst eine stärkere Differenzierung bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Die bisher drei Pflegestufen werden künftig durch fünf Pflegegrade ersetzt. Für die Einstufung ist eigens ein neues Begutachtungsverfahren entwickelt worden. Alle rund 2,7 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden kommendes Jahr entsprechend neu eingestuft. Dabei gilt für bereits Pflegebedürftige Bestandsschutz. Wer sich nach dem neuen System schlechter stellen würde, bekommt seine jetziges Leistungsniveau bis zum Lebensende garantiert.
 

Mehr Pflege für Demente

Bei den vorgesehenen fünf Pflegegraden werden vor allem geistige und psychische Einschränkungen stärker berücksichtigt. Davon profitieren zum Beispiel Demenzkranke, die sich in den alten Pflegestufen nur bedingt wiedergefunden haben. Insgesamt werden künftig mehr Menschen Anspruch auf Leistungen haben. Das Bundesgesundheitsministerium geht von 500.000 Anspruchsberechtigten zusätzlich aus. Gleichzeitig werden viele schon bisher Pflegebedürftige tendenziell besser gestellt werden.
 

Pflegende Angehörige besser geschützt

Auch Angehörige, die Pflege übernehmen, erhalten durch die Reform bessere Absicherung. So werden die Untergrenzen bei den Pflegezeiten, ab denen die Pflegeversicherung Rentenbeiträge zahlt, abgesenkt. Wer wegen der Pflege seine Arbeit aufgeben muss, hat während dieser Zeit Anspruch auf Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und nach dem Pflege-Ende auf Arbeitslosengeld - sofern erforderlich.
 

Verbesserungen bei Pflegeheimen

Darüber hinaus bringt die Reform eine Reihe zusätzlicher Änderungen. So ist künftig bei der stationären Pflege nur noch ein einheitlicher Pflege-Eigenanteil von wahrscheinlich 580 Euro monatlich zu zahlen, bisher stiegen die Eigenanteile mit den jeweiligen Pflegestufen an. Weitere Maßnahmen betreffen die Pflegeheime. Dabei geht es u.a. um ein neues Benotungssystem, die Vereinbarung der Pflegesätze und die Einführung fundierter Personalbemessungs-Verfahren.
 

Der Preis - höhere Beiträge ab 2017

Dass diese Verbesserungen Geld kosten, dürfte unmittelbar einleuchten. Der Beitragssatz in der sozialen (= gesetzlichen) Pflegeversicherung wird daher zum 1. Januar 2017 um weitere 0,2 Prozentpunkte angehoben. Versicherte mit Kindern zahlen dann 2,55 Prozent, Kinderlose 2,8 Prozent. Bereits zu Beginn dieses Jahres war eine Beitragserhöhung um 0,3 Prozentpunkte wirksam geworden, um die erste Stufe der Pflegereform zu finanzieren. Die für 2017 beabsichtigte Anhebung reicht dabei nicht einmal aus, weitere 4,4 Milliarden Euro sollen aus Rücklagen der Pflegeversicherung kommen. In der privaten Pflegepflichtversicherung dürften die Mehrleistungen ebenfalls höhere Beiträge bewirken, wenn auch die Kalkulation hier nach anderen Prinzipien erfolgt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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