Beitragserhöhung in gesetzlicher Pflegeversicherung 2019 - keine unmittelbare Auswirkung auf PKV

© Jeanette Dietl - fotolia.com

Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen müssen sich kommendes Jahr auf deutlich höhere Beiträge zur „sozialen Pflegeversicherung“ - der gesetzlichen Pflichtversicherung bei der Pflege - einstellen. Das Bundeskabinett hat vor wenigen Tagen einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Beitragssatzanpassung beschlossen.

Sofern es nicht noch Änderungen im parlamentarischen Verfahren gibt - wovon nicht unbedingt auszugehen ist -, dürfte der höhere Beitragssatz zum 1. Januar 2019 Wirklichkeit werden. Danach steigt der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte von bisher 2,55 Prozent auf 3,05 Prozent. Für Kinderlose, die derzeit noch 2,8 Prozent zahlen, sind es 3,30 Prozent. Die Beiträge sollen anschließend bis mindestens 2022 stabil bleiben.
 

Fast ein Nullsummen-Spiel oder eine Schwarze Null

Bei Arbeitnehmern wird die Hälfte des höheren Beitrags (mit Ausnahme Sachsen) durch den Arbeitgeber getragen werden. Da 2019 gleichzeitig auch bei den Zusatzbeiträgen in der GKV (erstmalig) die hälftige Arbeitgeberbeteiligung eingeführt wird, dürfte unter dem Strich keine zusätzliche Belastung entstehen, da sich Be- und Entlastungen gegenseitig aufheben. Die Mehrkosten werden faktisch großteils von der Wirtschaft getragen. Sogar ein kleines Plus könnte am Ende bei dieser „Umverteilungs-Aktion“ bei privaten Haushalten übrig bleiben. Es dürfte sich aber auf wenige Euro im Monat belaufen - so etwas wie eine Schwarze Null. Selbständige müssen die Beitragserhöhung dagegen alleine schultern.
 

Warum höhere Beiträge nötig sind

Zuletzt waren die Beitragssätze zum 1. Januar 2017 angehoben worden. Damals stieg der Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte. Dass die Beiträge bereits zwei Jahre später und in diesem Umfang steigen sollen, hat vor allem zwei Gründe:

die verschiedenen Pflegereformen in der letzten Legislaturperiode haben mehr Pflegebedürftigen den Zugang zu Pflegeleistungen eröffnet, gleichzeitig wurde das Pflegeniveau verbessert. Durch diese Maßnahmen hat sich die Zahl der Menschen mit Pflegeleistungen bereits im vergangenen Jahr auf 700.000 erhöht - 2013 waren es noch 300.000. Sie dürfte bedingt durch den demografischen Wandel weiter steigen. Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung sind entsprechend 2017 auf 35,5 Mrd. Euro angewachsen. Das bedeutet gegenüber 2013 eine Zunahme um mehr als 12 Mrd. Euro. Mit einem solch starken Ausgabenanstieg war ursprünglich nicht kalkuliert worden. 0,3 Prozentpunkte der Beitragssatzanhebung sollen diese „unerwarteten“ Mehrausgaben kompensieren helfen.

mit den Einnahmen aus den übrigen 0,2 Prozentpunkten sollen verschiedene Maßnahmen finanziert werden, um mehr Pflegekräfte zu gewinnen sowie deren Einkommenssituation und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Unter anderem ist vorgesehen, dass stationäre Pflegeeinrichtungen ab kommendem Jahr 13.000 zusätzliche Pflegekräfte einstellen können. Bereits heute leidet die Pflege unter zu wenig Pflegepersonal. Ohne Gegensteuerung würde sich die schon angespannte Pflegesituation in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen.
 

Finanzierung durch Beiträge oder aus Steuern?

Trotz guter Gründe ist die Erhöhung nicht unumstritten. Von Sozialverbänden - darunter dem GKV-Verband - wird unter anderem kritisiert, dass der finanzielle Mehrbedarf der sozialen Pflegeversicherung alleine aus höheren Beiträgen gedeckt werden soll. Bei der Pflege handele es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch Steuermittel eingesetzt werden müssten. Die Verbände stoßen sich also nicht am Finanzbedarf, sondern an dessen Deckung.
 

Und die Beiträge in der privaten Pflegepflichtversicherung?

Die jetzt beschlossene Beitragserhöhung hat keine unmittelbare Auswirkung auf die Beiträge in der privaten Pflegepflichtversicherung. Hier sind die Beiträge bekanntlich einkommensunabhängig. Die Kalkulation orientiert sich vielmehr an den zu erwartenden Ausgaben, wobei für die Beitragsfestsetzung bestimmte gesetzliche Vorgaben gelten. Da die Entwicklung zu mehr und teureren Pflegeleistungen auch privat versicherte Pflegebedürftige betrifft, dürfte es im Bereich der privaten Pflegepflichtversicherungen aber ebenfalls zu Beitragserhöhungen kommen. Diese folgen allerdings anderen Regularien als in der sozialen Pflegeversicherung.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>