PKV – weniger Versicherte in der Krankenvollversicherung

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Die Zahl der PKV-Vollversicherten ist rückläufig. Dies wird einmal mehr aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag deutlich. Danach haben die privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren per Saldo 189.000 Vollversicherte verloren. Die Zahlen beleben im heraufziehenden Bundestagswahlkampf die Diskussion um die Zukunft der privaten Krankenversicherung neu.

Seit 2012 wechseln jährlich mehr Versicherte von der PKV in die GKV als umgekehrt. Den Angaben der Bundesregierung zufolge haben zwischen 2012 und 2015 609.000 Versicherte die PKV verlassen. Diesem Abgang stand ein Zugang aus den gesetzlichen Krankenkassen von 520.000 Versicherten gegenüber. Unter dem Strich bedeutet das einen Verlust von 90.000 Versicherten an das gesetzliche System in diesem Zeitraum.
 

Gute Konjunktur- und Beschäftigungslage als Ursache?

Tatsächlich scheint die Zahl der Versicherten in der PKV einen Höhepunkt überschritten zu haben. Der war im Jahre 2011 erreicht, als der Versicherten-Bestand bei 8.976.400 Personen lag. Vorher waren die Versicherten-Zahlen Jahr für Jahr gestiegen. Die Rückgänge seither fallen insgesamt moderat aus. Auf Fünf-Jahres-Sicht sind es gerade einmal 2,1 Prozent – im Schnitt also gut 0,4 Prozent pro Jahr. Es ist daher weniger der Rückgang an sich, als die Kontinuität des Abschmelzungsprozesses, die Sorgen macht.

Der Verband der privaten Krankenversicherungen begründet die Entwicklung mit der guten Konjunktur. Dank der ausgezeichneten Lage am Arbeitsmarkt sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland so hoch wie nie. So sei 2015 die Zahl der abhängig beschäftigten Arbeitnehmer um 426.000 Personen gestiegen, während die Zahl der Selbständigen um 97.000 zurückgegangen sei. Viele, die vorher selbständig tätig waren, haben demzufolge wieder eine Festanstellung gefunden. Da das dort erzielte Einkommen oft nicht mehr die Voraussetzungen für die PKC erfüllte, sei der Wechsel in das GKV-System zwangsläufig gewesen.

Nicht die mangelnde Attraktivität der PKV, sondern die gesetzlichen Regelungen zum Krankenversicherungssystem in Verbindung mit der Wirtschaftslage hätten danach zum Abschmelzen des Versicherten-Bestandes geführt. Ob das alleine als Erklärung ausreicht, ist zumindest eine nähere Untersuchung wert. Die zum Teil massiven Beitragserhöhungen in der PKV zum Jahreswechsel sind jedenfalls kein Werbeargument zum Beitritt.
 

Gegner der PKV wittern Morgenluft

Den politischen Gegnern des PKV-Systems bieten die jüngsten Zahlen aus der Antwort der Bundesregierung eine gute Vorlage. Ihnen ist die Zweiteilung von GKV und PKV eine Dorn im Auge. Sie sprechen von Zwei-Klassen-Medizin. Die Forderung nach einer Bürgerversicherung, die – wenn auch in unterschiedlicher Form – von SPD, Grünen und Linken geteilt wird, dürfte im anlaufenden Bundestagswahlkampf verstärkt erhoben werden.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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