Neue Grenzen bei der Krankenversicherung 2021

Am 4. September hat das Bundesarbeitsministerium den Referentenentwurf zur Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2021 veröffentlicht. Damit sollen die wesentlichen Rechengrößen für die Sozialversicherung im kommenden Jahr geregelt werden. Für die Krankenversicherung ist die Regelung der Versicherungspflichtgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze relevant.

Beide Größen werden jedes Jahr entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung angepasst. Grundlage sind die Löhne des Verordnungsjahres im Verhältnis zum Vorjahr - im aktuellen Entwurf die Löhne 2020 in Relation zu 2019. Da die Einkommen im Vergleich zu 2019 spürbar gestiegen sind, macht sich das auch bei den Rechengrößen bemerkbar. Sie sollen deutlich angehoben werden, in welchem Umfang - das zeigt folgende Tabelle:
 

Tabelle: Rechengrößen in der Krankenversicherung

Rechengröße

2021

2020

monatlich

Jahr

monatlich

Jahr

Versicherungspflichtgrenze

5.362,50 €

64.350 €

5.212,50 €

62.550 €

Beitragsbemessungsgrenze

4.837,50 €

58.050 €

4.687,50 €

56.250 €


Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze steigen

Die Versicherungspflichtgrenze zeigt die Einkommensgrenze, bis zu der für Arbeitnehmer eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Dieser Betrag steigt im nächsten Jahr um knapp 2,9 Prozent. Arbeitnehmer „an der Grenze“ müssen dann 150 Euro im Monat mehr verdienen als 2020, um in die PKV wechseln zu können. Privat versicherte Beschäftigte, die wegen Änderung der Versicherungspflichtgrenze wieder versicherungspflichtig würden, weil ihr Einkommen nicht ausreichend steigt, können sich dagegen von der Versicherungspflichtgrenze befreien lassen und weiter in der PKV bleiben.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der in der GKV maximal Beiträge erhoben werden. Diese Größe steigt 2021 um 3,2 Prozent. Bei einem monatlichen „Grenzwert“ von neu 4.837,50 Euro errechnet sich daraus beim allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ein monatlicher Höchstbeitrag von 706,28 Euro für die gesetzliche Krankenkasse. Der Zusatzbeitrag kommt noch oben drauf, er wird von jeder Krankenkasse individuell festgelegt. Dafür gibt es eine amtliche Orientierungsgröße: den sogenannten durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Dessen Höhe für 2021 steht noch nicht fest. Schätzungen gehen davon aus, dass er im kommenden Jahr deutlich steigen könnte. von derzeit 1,1 Prozent auf bis zu 1,5 Prozent. Das würde die „Gesetzliche“ zusätzlich verteuern.
 

Mindestbemessungsgrundlage für GKV-versicherte Selbständige

Angepasst wird auch die allgemeine Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte in der GKV. Sie liegt derzeit bei 1.061,67 Euro monatlich und soll 2021 auf 1.096,67 Euro steigen. Die Mindestbemessungsgrundlage ist für gering verdienende Selbständige relevant, die sich freiwillig gesetzlich versichern. Sie wird auch dann zur Beitragsberechnung herangezogen, wenn die monatlichen Einkünfte unter diesem Betrag bleiben. Bei einem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent ergibt sich daraus ein monatlicher Mindestbeitrag von 153,53 Euro statt bisher 148,63 Euro.
 

Regierung entscheidet im Oktober

Das Bundeskabinett wird sich im Oktober mit dem Referentenentwurf befassen. Anschließend muss der Bundesrat noch zustimmen. In den vergangenen Jahren sind die in den Entwürfen vorgesehenen Rechengrößen stets anstandslos akzeptiert worden. Das dürfte diesmal nicht anders sein. Es handelt sich daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die im kommenden Jahr gültigen Werte.

"Privatpatient" werden und trotzdem weniger bezahlen, als ein Kassenpatient?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt man ist beim richtigen Anbieter.

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