Morgen & Morgen-Analyse - leistungsstarke private Krankenzusatztarife

Im Rahmen seiner laufenden Bewertung von Krankenversicherungen beurteilt das Analyse-Haus Morgen & Morgen auch private Krankenzusatztarife. Im Jahr 2020 verfügten rund 13 Mio. Bundesbürger ab 14 Jahren über privaten Krankenzusatzschutz. Die am häufigsten gewählte Versicherung ist der Zahnzusatzschutz. Weitere wichtige Versicherungen in diesem Bereich:stationärer Zusatzschutz,Krankentagegeldversicherungen und ambulante Zusatzversicherungen.

Alle diese Zusatzangebote sind in der jüngsten Untersuchung von Morgen & Morgen berücksichtigt worden. Die Ergebnisse wurden Anfang August 2021 veröffentlicht. Insgesamt flossen 670 Tarife in die Bewertung ein, davon über 170 Zahnzusatztarife, 133 stationäre Zusatztarife, rund 90 Krankentagegeldtarife sowie 150 Tarife bzw. Tarifkombinationen für ambulantem Zusatzschutz. Bei der Analyse wurden Veränderungen gegenüber den Untersuchungen 2020 und 2019 einbezogen.
 

Zahnzusatztarife leistungsstark auf hohem Niveau

Die meisten Zahnzusatztarife übernehmen 70 bis 90 Prozent der als GKV-Mitglied selbst zu tragenden Kosten für Zahnbehandlungen oder Zahnersatz, die Analysten beobachten aber einen Trend zur 100 Prozent-Kostenerstattung. Einige Tarife leisten inzwischen auch bei rein ästhetischen Zahnbehandlungen, zum Beispiel bei Bleaching. Die „Mehrleistungen“ sind Folge des intensiven Wettbewerbs in diesem Segment. Sie wirken sich auch in der Preisspanne aus. Tarife, die mehr leisten, kosten tendenziell mehr. Bei einem 30-jährigen Angestellten lag - bei mindestens 70 Prozent Erstattung - der teuerste Tarif bei 29,69 Euro und der günstigste Tarif bei 9,70 Euro monatlich.

Insgesamt wurden 122 Zahnzusatztarife oder knapp 70 Prozent mit „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“ bewertet. 34 bzw. fast 20 Prozent waren immerhin noch „durchschnittlich“. Zwei Jahre früher erreichten nur weniger als 60 Prozent der Zahnzusatztarife die beiden Bestnoten. Ca. 28 Prozent waren damals mit „durchschnittlich“ bewertet worden. Das Bild zeigt eine deutliche Verbesserung gegenüber einem schon vorher hohen Niveau.
 

Stationäre Zusatztarife - immer mehr Tarife mit Einbettzimmer-Anspruch

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Krankenhauszusatztarifen. Kernleistung ist hier die Erstattung von Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern im Krankenhaus sowie der Kosten für Chefarztbehandlung. Die Zahl der Einbettzimmer-Tarife nimmt den Analysten zufolge zu, ebenso steigt die Nachfrage nach solchen Angeboten. Die Preis-Range bewegt sich aktuell zwischen 29,81 Euro und 47,99 Euro pro Monat. Unterstellt wurde wiederum ein 30jähriger Angestellter - mit Einbettzimmer-Tarif und Anspruch auf Chefarztbehandlung.

In diesem Jahr wurden 98 Tarife bzw. knapp drei Viertel mit den beiden Bestnoten beurteilt. 22 Tarife - jeder sechste - erhielten die Bewertung „durchschnittlich“. Zum Vergleich: 2019 waren gut 70 Prozent der Krankenhauszusatztarife „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“ und fast jeder fünfte „durchschnittlich“. Auch in diesem Bereich ist also in den letzten beiden Jahren eine weitere Niveauverschiebung nach oben festzustellen.
 

Krankentagegeldtarife - oft nur durchschnittlich

Mäßiger waren die Ergebnisse bei den Krankentagegeldversicherungen. Von 89 Tarifen erreichten 48 Angebote bzw. 54 Prozent die Bewertung „durchschnittlich“. 36 Tarife bzw. gut 40 Prozent waren „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“. Die Verteilung hat sich im Vergleich zu 2019 nur wenig geändert. Hauptgrund für die gehäufte Vergabe der Bewertung „durchschnittlich“ war, dass viele Tarife nicht auf eine ordentliche Kündigung verzichten, wenn nur eine Teilversicherung besteht. Ein 30jähriger Versicherter zahlt für eine Krankentagegeldversicherung mit einer Leistung von 10 Euro täglich im Schnitt 5 Euro Monatsbeitrag, ein 50jähriger knapp doppelt so viel.
 

Komplexe ambulante Zusatztarife - Beratung notwendig

Ambulante Zusatztarife sind komplex und weisen eine große Ausgestaltungsbandbreite auf. Das erschwert die Vergleichbarkeit. Grundsätzlich bieten die Tarife Kostenerstattung über den Leistungsumfang der GKV hinaus – zum Beispiel bei Brillen, Hörgeräten, Heil- und Hilfsmitteln sowie bei Arzneimitteln. Oft auch Bestandteil der Leistung: Kostenübernahme bei Heilpraktiker-Behandlungen, Alternativmedizin und/oder Naturheilverfahren. Mit manchen Tarifen lässt sich als Kassenpatient ein ähnlicher Status wie als Privatpatient erreichen.

Wegen der schweren Vergleichbarkeit der vielen Ausgestaltungen hat Morgen & Morgen auf ein übergreifendes Rating solcher Tarife verzichtet. Die ambulanten Zusatztarife bedürften einer intensiven individuellen Beratung, so die Experten. Nur in diesem Rahmen könne sich zeigen, wie gut ein Tarif zum jeweiligen Bedarf passe.

"Privatpatient" werden und weniger bezahlen?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "Privatpatient" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt man ist beim richtigen Anbieter.
 

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