Kranken- und Pflegeversicherung - das ändert sich 2019

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Wie jedes Jahr treten mit dem Jahreswechsel wieder etliche gesetzliche Änderungen in Kraft, die die Kranken- und Pflegeversicherung in Deutschland betreffen. Die Verwirklichung der vollen Parität in der GKV und höhere Beiträge zur Pflegeversicherung sind nur zwei davon. Wir geben an dieser Stelle einen Überblick über die wichtigsten Änderungen.
 

1. Höhere Versicherungspflicht- und Beitragsbemessungsgrenzen

Auf der Grundlage der allgemeinen Einkommensentwicklung steigen die Beträge für die Versicherungspflicht- und die Beitragsbemessungsgrenze. Die Versicherungspflichtgrenze markiert dabei die zu überschreitende Einkommensschwelle für Arbeitnehmer bei einem Wechsel in die PKV. Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grundlage für den Höchstbeitrag in der GKV. Die Versicherungspflichtgrenze wird 2019 auf 60.750 Euro (2018: 59.400 Euro) angehoben. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt auf Jahresbasis auf 54.450 Euro (2018: 53.100 Euro). Monatlich umgerechnet bedeutet das 4.537,50 Euro (2018: 4.425 Euro).
 

2. GKV-Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent

Dank der guten Einnahmeentwicklung bei den gesetzlichen Krankenkassen sinkt der durchschnittliche Zusatzbeitrag in 2019 auf 0,9 Prozent (2018: 1,0 Prozent). Das ist bereits die zweite Absenkung in Folge. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist allerdings nur ein „amtlicher“ Orientierungswert, da die Zusatzbeiträge von den Krankenkassen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Lage individuell festgelegt werden. Aufgrund der insgesamt guten Rahmenbedingungen dürften Anhebungen die Ausnahme bleiben. In der Regel dürften die Zusatzbeiträge beibehalten werden oder leicht sinken.
 

3. Volle Parität in der GKV

Bisher galt für Arbeitnehmer in der GKV nur bezogen auf den allgemeinen Beitragssatz eine paritätische Finanzierung, bei der der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zahlte. Die Zusatzbeiträge waren dagegen zu hundert Prozent von den Arbeitnehmern zu tragen. Das ändert sich mit dem neuen Jahr. Erstmals müssen die Arbeitgeber auch bei den Zusatzbeiträgen die Hälfte übernehmen. Danach ist in der GKV wieder die volle Parität bei der Finanzierung der Beiträge verwirklicht.
 

4. Entlastung für Klein-Selbständige

Bei Selbständigen, die freiwillig Mitglied in der GKV sind, wurde bisher ein fiktives monatliches Mindesteinkommen von 2.283,75 EUR bei der Beitragsbemessung zugrunde gelegt, wenn kein höheres Einkommen erzielt wurde. Da viele Klein-Selbständige mit ihren Einkünften tatsächlich deutlich unter diesem Betrag liegen, führte dies zu überproportional hohen Krankenkassenbeiträgen. Um hier eine Entlastung zu bewirken, wird das Mindesteinkommen ab 2019 auf 1038,33 Euro monatlich gesenkt. Das bedeutet eine Reduzierung und eine mögliche Beitragsentlastung um mehr als die Hälfte.
 

5. Abbau von Beitragsschulden

Fiktive Beitragsschulden in der GKV sollen abgebaut werden. Daher werden die Krankenkassen ab sofort dazu verpflichtet, ihren Mitgliederbestand um sogenannte passive Mitgliedschaften zu bereinigen. Eine passive Mitgliedschaft liegt dann vor, wenn Mitglieder ohne Abmeldung unbekannt verziehen und keine Beiträge mehr zahlen. Dies ist in der Vergangenheit vor allem im Zusammenhang mit ausländischen Arbeitnehmern, die vorübergehend in Deutschland arbeiteten, häufiger vorgekommen. Dadurch hatten sich erhebliche buchhalterische Beitragsrückstände aufgetürmt, denen aber keine realen Forderungen gegenüberstehen.
 

6. Pflegebeiträge steigen

Um die zahlreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Pflege zu finanzieren, werden die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung 2019 um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Sie steigen damit auf 3,05 Prozent bzw. 3,3 Prozent für Kinderlose. Diese Mehrbelastung wird bei Arbeitnehmern durch die Entlastung bei den Zusatzbeiträgen infolge der paritätischen Finanzierung in etwa ausgeglichen.
 

7. Mehr Personal in der Pflege

Durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz soll ab dem neuen Jahr die personelle Ausstattung in der Pflege verbessert werden. Dazu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • in der vollstationären Altenpflege sollen 13.000 zusätzliche Stellen eingerichtet werden;
  • die Vergütung von Pflegekräften soll mehr Anreize für eine Tätigkeit in diesem Bereich bieten. Dazu dienen u.a. die Anerkennung von Tariflöhnen in der häuslichen Krankenpflege und weitere Maßnahmen, die die Entlohnung „nach Tarif“ in der Pflege fördern;
  • es sollen bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege geschaffen werden, zum Beispiel durch finanzielle Unterstützung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur betrieblichen Gesundheitsförderung;
  • Angehörige, die pflegen, sollen einen leichteren Zugang zu stationärer medizinischer Rehabilitation erhalten. 

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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