Krankenkassen – 2017 wird ein Fusionsjahr

© peshkova - fotolia.com

Zwar können sich die gesetzlichen Krankenkassen derzeit nicht über ihre Finanzlage beschweren. Dank der zum Jahresbeginn erhöhten Zusatzbeiträge sind die Einnahmen 2016 üppig gesprudelt und auch manche Kostensteigerungsprognose erwies sich als zu pessimistisch. Dennoch hält der Kostendruck an. Und mag die wirtschaftliche Lage auch im Schnitt besser sein als erwartet, so gilt das noch lange nicht für jedes einzelne Unternehmen. Von daher besteht weiterhin ein starker Zwang, Kosten zu senken und effizient zu wirtschaften. Das befördert auch den Zusammenschluss unter den Krankenkassen. Im kommenden Jahr stehen einige wichtige Fusionen an. Besonders im Bereich der Betriebskrankenkassen (BKK) verändert sich die Landschaft.
 

Viele Zusammenschlüsse im BKK-Bereich

Gleich zu Jahresbeginn wird die BKK Braun-Gilette mit der größeren pronova BKK zusammengehen. Damit wird der teuerste GKV-Anbieter in Deutschland vom Markt verschwinden. Dessen Zusatzbeitrag liegt aktuell bei 1,9 Prozent. Die pronova BKK ist selbst aus Zusammenschlüssen entstanden. Die einst selbständigen Betriebskrankenkassen der Großunternehmen Bayer, BASF, Continental, Ford und Hapag-Lloyd sind in der pronova aufgegangen. Der Zusatzbeitrag der pronova liegt derzeit bei 1,2 Prozent – leicht über dem Schnitt von 1,1 Prozent. Es bleibt abzuwarten, wie er sich nach der Fusion darstellt.

Weitere Fusionen im BKK-Bereich sind bereits angekündigt. So werden die BKK VBU und die Vereinigte BKK sich zur neuen BKK VBU zusammenschließen. Aus der energie-BKK und der E.on BKK wird die neue energie-BKK.
 

„Mega-Fusion“ Barmer GEK und Deutsche BKK

Den „größten Brocken“ markiert aber die Fusion von Barmer GEK und Deutscher BKK, die Ende 2017 erfolgen soll. Aus beiden Unternehmen wird die „Barmer“. Mit voraussichtlich 7,6 Millionen Mitgliedern wird die neue Barmer dann die Techniker Krankenkasse (derzeit 7,3 Millionen Mitglieder) überholen und zu Deutschlands größter gesetzlicher Krankenkasse. Ob sie diesen Spitzenplatz behaupten kann, bleibt abzuwarten, denn die Techniker weist in den letzten Jahren das dynamischere Wachstum auf, während die Barmer GEK stagniert.

Mit dem Zusammenschluss werden nicht nur die Karten zwischen den beiden Größten der Branche neu gemischt. Die Fusion einer Ersatzkasse und einer BKK schwächt auch die Stellung der übriggebliebenen BKK. Das könnte dort Zusatzdruck in Richtung weiterer Zusammenschlüsse aufbauen, um am Markt nicht unterzugehen.
 

Bis zu ein Drittel weniger Krankenkassen

Der Fusionsprozess wird auch in den kommenden Jahren anhalten. Einer im Frühjahr bekannt gewordenen Prognose der WP-Gesellschaft BDO zufolge wird sich die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen mittel- bis langfristig um 20 bis 35 Prozent reduzieren. 2014 gab es noch 130 Kassen, zum Jahresbeginn 2016 waren es noch 118.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>