Immer mehr Deutsche haben eine private Pflegezusatzversicherung

© Syda Productions - fotolia.com

Als 1995 die Pflegeversicherung in Deutschland eingeführt wurde, war von Anfang an klar, dass sie nicht kostendeckend sein würde. Für eine Kostendeckung wären wesentlich höhere Beiträge erforderlich gewesen. Eine solche finanzielle Belastung sowohl für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber ließ sich aber damals politisch nicht durchsetzen. Seither ist es bei der Pflegeversicherung als „Zuschussbetrieb“ geblieben.

Umso wichtiger ist es, privat für das Pflegerisiko vorzusorgen. Im Falle des Falles kann die „Pflegelücke“ deutlich über 1.000 Euro im Monat betragen. Der „Fehlbetrag“ ist aus der eigenen Tasche zu tragen, ggf. können sogar die eigenen Kinder zur Leistung herangezogen werden oder das Sozialamt muss für die Pflegeleistungen aufkommen. In Deutschland gibt es derzeit rund 2,9 Millionen Pflegebedürftige. Das sind immerhin rund 3,5 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl und der Anteil der Pflegebedürftigen dürften angesichts der alternden Gesellschaft künftig weiter steigen.
 

Plus von mehr als 61 Prozent binnen fünf Jahren

Das private Versicherungsgewerbe hat frühzeitig parallel zur Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung Produkte angeboten, um die Pflegelücke zu schließen oder zumindest etwas kleiner zu machen. Lange gab es bei den privaten Pflegezusatzversicherungen nur eine verhaltene Nachfrage. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Pflegezusatzversicherungen gehören zu den am dynamischsten wachsenden Versicherungszweigen. Das zeigen neue Zahlen des PKV-Verbandes.

Danach ist die Zahl der Pflegezusatzversicherungen in den letzten fünf Jahren um mehr als 61 Prozent gestiegen. 2012 gab es erst 2,186 Mio. Pflegezusatzversicherungen. Ihre Zahl hat sich bis zum Ende des 3. Quartals 2017 auf 3,521 Mio. erhöht. Besonders zu diesem Wachstum beigetragen haben die staatlich geförderten Zusatzversicherungen, die häufig unter dem Schlagwort „Pflege Bahr“ genannt werden. Sie wurden erst 2013 eingeführt. Ihre Zahl lag am Ende des 3. Quartals 2017 bei über 814.000. Damit ist jetzt fast jede vierte Pflegezusatzversicherung eine Pflege Bahr-Versicherung. Die genauen Zahlen zeigt folgende Tabelle:

Quelle: PKV-Verband


Diese Pflegezusatzversicherungen gibt es

Es gibt zwei Arten von privaten Pflegezusatzversicherungen:

  1. die Pflegetagegeldversicherung
  2. die Pflegekostenversicherung

Bei der Pflegetagegeldversicherung wird im Pflegefall ein vorher vereinbartes Tagegeld gezahlt. Bei einem Tagegeld von 50 Euro würden zum Beispiel 1.500 Euro im Monat gezahlt. Das Pflegetagegeld ist unabhängig davon, welche Kosten tatsächlich für die Pflege anfallen. Die Höhe der Leistung ist oft nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Bei manchen Pflegetagegeldversicherungen setzt die Leistung erst bei höheren Pflegegraden ein. Schon aus diesem Grund reicht es beim Vergleich nicht, alleine nur auf den Beitrag zu schauen.

Die Pflegekostenversicherung folgt einem anderen Prinzip. Sie ist – ähnlich wie eine Krankenversicherung - auf die Übernahme der tatsächlich anfallenden Kosten ausgerichtet. Entweder erfolgt die Kostenübernahme bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr oder zu einem bestimmten Prozentsatz, sofern die Kosten nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung getragen werden.

Neben der Pflegetagegeld- und der Pflegekostenversicherung gibt es auch noch die - relativ wenig genutzte - Pflegerentenversicherung. Sie leistet im Pflegefall eine lebenslange monatliche Rente und funktioniert ähnlich wie eine Kapitallebensversicherung.
 

Die Pflege Bahr-Förderung

Die Pflege Bahr-Förderung ist nach dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr benannt. Sie fördert ausschließlich Pflegetagegeld- und die selteneren Pflegemonatsgeldversicherungen. Die Produkte müssen dabei bestimmte Anforderungen erfüllen. Unter anderem darf keine Gesundheitsprüfung erfolgen. Die Förderung beträgt 5 Euro/Monat bzw. 60 Euro/Jahr, sofern die Eigenbeiträge des Versicherungsnehmers mindestens bei 10 Euro/Monat bzw. 120 Euro/Jahr liegen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>