Immer mehr haben eine private Krankenzusatzversicherung

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Seit Jahren stagniert in der PKV die Zahl der Krankenvollversicherungen oder ist sogar leicht rückläufig. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Eine Ursache ist die nach wie vor gute Lage am Arbeitsmarkt. Dadurch ist die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse mit Versicherungspflicht in der GKV gestiegen. Etliche ehemals Selbständige mit PKV-Schutz konnten oder mussten sich als Arbeitnehmer wieder gesetzlich versichern.

Die privaten Krankenversicherer sehen den langsamen Abschmelzungsprozess bei der Krankenvollversicherung mit Sorge. Das gilt umso mehr, als es Bestrebungen gibt, die bisher voll auf die PKV fokussierte Krankenversicherung für Beamte - eine tragende Säule des Geschäfts - neu auszurichten und Arbeitnehmern anzugleichen - zumindest als Wahlmöglichkeit. Hamburg ist hier Vorreiter, andere Bundesländer wollen dem „Hamburger Modell“ folgen oder beobachten es mit Sympathie.
 

Erstmals mehr als 26 Mio. Zusatzpolicen

Umso mehr dürfte es die Versicherungsunternehmen freuen, dass sich das Geschäft mit privaten Krankenzusatzversicherungen weiter positiv entwickelt. Es ist durch ein stetes Wachstum gekennzeichnet, das sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt hat, wie der aktuelle Rechenschaftsbericht des PKV-Verbandes für 2018/19 ausweist.

2018 hat der Bestand an Zusatzversicherungen erstmals die Marke von 26 Millionen Verträgen (ohne Auslandskrankenversicherungen) überschritten. Unter dem Strich existierten im vergangenen Jahr über 500.000 Verträge mehr als noch im Vorjahr. Das bedeutet einen Zuwachs von zwei Prozent. Private Krankenzusatzversicherungen sind eine Erfolgsgeschichte. 2006 waren erst 18,4 Mio. Verträge abgeschlossen worden. Im Vergleich dazu hat sich der Bestand um mehr als 40 Prozent erhöht.

Statistisch gesehen verfügt allerdings nur jeder dritte Bundesbürger über eine private Zusatzversicherung. Das zeigt auch: es ist noch viel Luft nach oben. Den größten Anteil haben Zahnzusatzpolicen mit rund 16 Mio. Verträgen. Das ist nicht überraschend. Denn bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz leistet die GKV nur lückenhaft. Acht Mio. Verträge beziehen sich auf ambulanten Krankenschutz.
 

Nur jeder Zwanzigste mit Pflegezusatzschutz

Zu den privaten Krankenzusatzversicherungen kommen noch die privaten Pflegezusatzversicherungen hinzu. Hier gab es 2018 3,66 Mio. Verträge im Vergleich zu 3,57 Mio. Versicherungen im Jahr zuvor. Gut 878.000 Policen waren Pflege-Bahr-Verträge, also Pflegezusatzversicherungen mit staatlicher Förderung - ein Plus von 44.000 Policen gegenüber 2017 und zur Hälfte für den Zuwachs bei den Pflegezusatzversicherungen verantwortlich.

Insgesamt ist das Geschäft mit den Pflegezusatzversicherungen bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben. Weniger als jeder zwanzigste Bundesbürger verfügt über einen solchen Zusatzschutz. Bei den 2013 gestarteten Pflege-Bahr-Verträgen hat sich nach einem dynamischen Wachstum in den ersten Jahren die Vertragskurve inzwischen deutlich abgeflacht. Als die Förderung eingeführt wurde, hatte die Politik optimistisch mit 1,5 Mio. Verträgen im ersten Jahr gerechnet. Nach fünf Jahren fehlen immer noch mehr als 600.000 Verträge zur Erreichung dieses Ziels.

Die Zurückhaltung der Bundesbürger beim Pflegezusatzschutz mag damit zusammenhängen, dass das persönliche Pflegerisiko als gering und die Absicherung durch die Pflegepflichtversicherung als ausreichend angesehen wird. Beides ist ein Irrtum. Trotz mancher Reform und vieler Leistungsverbesserungen - soziale Pflegeversicherung bleibt ein Zuschussbetrieb und ist - insbesondere bei stationärem Pflegebedarf - nicht kostendeckend. Krankenvollversicherung weiter Basis des Geschäfts

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung im Zusatzversicherungsgeschäft: alleine darauf aufbauen können die privaten Krankenversicherer ihr Geschäftsmodell nicht. Das zeigt eine einfacher Vergleich: rund drei Viertel der Prämien entfällt auf die Krankenvollversicherung, nur ein Viertel auf Zusatzversicherungen. Die Krankenvollversicherung ist und bleibt das Fundament der PKV.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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