Innovativ – Henkel mit betrieblicher Pflegeversicherung für Mitarbeiter

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Die betriebliche Altersvorsorge - kurz bAV - ist ein gängiger Begriff, der den meisten Arbeitnehmern etwas sagt. Mit der betrieblichen Krankenversicherung sieht das schon ganz anders aus. Denn bisher machen nur relativ wenige Unternehmen von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Mitarbeitern im Rahmen einer Gruppenversicherung einen günstigen Krankenzusatzschutz zu bieten. Ein absoluter Exot ist dagegen die betriebliche Pflegeversicherung.

Sie steht bisher de facto nur auf dem Papier. Hiervon gibt es jetzt eine rühmliche Ausnahme. Der Düsseldorfer Henkel-Konzern hat mit dem Jahreswechsel die betriebliche Pflegeversicherung als neue Sozialleistung für seine Mitarbeiter in Deutschland eingeführt. Das für Waschmittel, Pflegeprodukte und Klebstoffe bekannte Unternehmen ist damit Vorreiter und besitzt vorerst ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal. Doch das soll nicht so bleiben.

Angebot zusammen mit Gewerkschaft entwickelt

Der Versicherungsschutz unter dem Namen CareFlex wurde zusammen mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Industrie (IGBCE) entwickelt. Nach Angaben der IGBCE sollen bereits zahlreiche andere Unternehmen angefragt haben, die sich für eine Übernahme des Modells interessieren. Gut möglich, dass das Henkel-Beispiel Schule macht und die rund 9.000 deutschen Mitarbeiter des Unternehmens nicht die einzigen bleiben, die in den Genuss der zusätzlichen Pflegeabsicherung kommen.

Worum geht es bei CareFlex? Die betriebliche Pflegeversicherung von Henkel ist als Pflegezusatzschutz konzipiert. Er besteht aus drei Bausteinen:

  • Basisabsicherung: im Basisschutz werden monatlich 1.000 Euro bei teilstationärer oder stationärer Pflege (Pflegegrad 2 bis 5) oder 300 Euro bei häuslicher Pflege (Pflegegrad 2 bis 4) gezahlt. Das Pflegegeld ist nicht zweck- und ortsgebunden. Die Leistung erfolgt lebenslang. Im Prinzip handelt es sich um eine Pflegemonatsgeldversicherung analog zur Pflegetagegeldversicherung. Der Beitrag beläuft sich auf 29 Euro pro Monat (6,50 Euro bei Azubis). Bei Tarifbeschäftigten erfolgt die Beitragszahlung durch den Arbeitgeber über den tarifvertraglich vereinbarten Demografiebetrag.

  • Individuelle Höherversicherung: auf Wunsch kann ein höheres Pflegegeld als in der Basisabsicherung vorgesehen vereinbart werden.

  • Familien-Mitversicherung: möglich ist auch eine Mitversicherung von Angehörigen. Ehepartner, Lebenspartner, Kinder sowie Geschwister und Eltern von Henkel-Azubis können ebenfalls in den Genuss von CareFlex kommen. Das gilt auch für Henkel-Pensionäre.

Attraktivität als Arbeitgeber stärken

Ganz uneigennützig ist das Henkel-Angebot natürlich nicht. Das Unternehmen erhofft sich davon eine bessere Position als attraktiver Arbeitgeber. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels hat der Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte längst begonnen. Ein anderer „Hintergedanke“ ist die Reduzierung von Ausfallzeiten bei Mitarbeitern, die in der häuslichen Pflege gefordert sind. Mit dem Pflegegeld wird es finanziell leichter möglich, auf externe Unterstützung zurückzugreifen.

Das Unternehmen weist selbst darauf hin, dass es in Deutschland rund 3,4 Mio. Pflegebedürftige gebe. Statistisch betrachtet werde jede zweite Frau und jeder dritte Mann im Lebensverlauf zum Pflegefall. Auf die Henkel-Mitarbeiter umgerechnet sei daher von rund 3.500 Pflegebedürftigen auszugehen, Angehörige nicht mitgerechnet. Weniger als fünf Prozent der Bundesbürger hätten bisher eine private Pflegevorsorge. 40 Prozent der Pflegeheimbewohner seien auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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