Das sind die größten und solidesten PKV Unternehmen

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Der Begriff Solvency II sagt meist nur Versicherungsexperten etwas. Auch die Bezeichnung Solvenz ist nicht so gebräuchlich. Unter Insolvenz kann sich dagegen fast jeder etwas vorstellen, umgangssprachlich nennt man dies auch Pleite. Gemeint ist Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung eines Unternehmens.

Solvenz ist das Gegenteil: die Fähigkeit, jederzeit allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Je besser die finanzielle Substanz eines Unternehmens, je höher ist die Solvenz. Solvency II ist eine EU-Richtlinie, mit der die Solvenz-Anforderungen an Versicherungsunternehmen grundlegend reformiert wurden. Das gilt selbstverständlich auch für private Krankenversicherer.
 

Was heißt SCR?

Auf die komplexen Regelungen soll hier nicht näher eingegangen werden. Eine wichtige Rolle spielt die sogenannte Solvabilitätskapitalanforderung - kurz SCR für Solvency Capital Requirement. Die SCR wird nach bestimmten mathematisch-statistischen Verfahren ermittelt. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen: wenn das Eigenkapital eines Versicherers dem SCR entspricht (SCR-Bedeckungsquote 100%), verfügt das Unternehmen mit sehr hoher Sicherheit über eine ausreichende Kapitalbasis. Szenarien, die das Unternehmen bei einer solchen Kapitalausstattung gefährden könnten, treten statistisch gesehen nur alle 200 Jahre auf - praktisch gesehen also fast nie. Bei Quoten über 100 % wird das Risiko nahezu vollständig eliminiert. Liegt die Quote unter 100 %, steigt das Insolvenzrisiko.
 

PKV-Anbieter mit 600 Prozent Solvenz

Die Versicherungsunternehmen müssen gemäß Solvency II einen jährlichen Bericht zu ihrer Solvenz- und Finanzlage (SFCR-Bericht) vorlegen und damit Auskunft über ihre finanzielle Stabilität geben. Die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH hat jetzt die veröffentlichten SFCR-Berichte der PKV-Anbieter für 2018 ausgewertet und zusammengestellt. Danach ergibt sich folgendes Bild:

1. Im Schnitt wiesen die PKV-Unternehmen im vergangenen Jahr eine SCR-Quote von 605 % auf. Das bedeutet nicht nur höchste Sicherheit, sondern auch eine Verbesserung um 3,1 %. Diese Quote wurde allerdings zum Teil unter Zuhilfenahme von Übergangsmaßnahmen für die Richtlinien-Umsetzung erreicht. Ohne diese Hilfen hätte die Quote durchschnittlich bei 587 % gelegen, was immer noch mehr als genug ist. Auch ohne Hilfen lag kein einziges PKV-Unternehmen unter 100 %.

2. Die höchste SCR-Bedeckungsquote hat die Ottonova. Die 2015 gegründete, rein digitale private Krankenversicherung verfügt über eine Quote von 2.039,2 % und ist damit allen anderen PKV-Unternehmen weit voraus. Auf den nächsten beiden Plätzen folgen die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (988,8 %) und die Landeskrankenhilfe VVaG (936,7 %).

3. Insgesamt liegen 14 Krankenversicherer über dem Schnitt. 24 besitzen dagegen eine unterdurchschnittliche SCR-Bedeckungsquote. Die drei „Schlusslichter“ sind die AXA Krankenversicherung AG (313,6 %), die vigo Krankenversicherung VVaG (265,6 %) und die ERGO Direkt AG (179,4 %).

4. Die drei Marktführer Debeka (452,6 %), DKV Deutsche Krankenversicherung AG (340,0 %) und Allianz Private Krankenversicherungs-AG (510,3 %) haben ebenfalls unterdurchschnittlich Quoten, liegen aber ein Mehrfaches über den 100 %.

5. Interessant ist auch die Betrachtung der SCR-Veränderung zum Vorjahr 2017. Hier steht die Ottonova mit einem Plus von 70,1 % ebenfalls an der Spitze, gefolgt von der R+V Versicherung (+ 49,4 %) und der Landeskrankenhilfe (+ 26,6 %). Am meisten verschlechtert hat sich die SCR-Quote dagegen bei der DEVK Krankenversicherungs-AG (- 31,0 %), der SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (- 29,7 %) und der BBKK Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (- 22,1 %).

Sehr solide aufgestellt

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die privaten Krankenversicherer in Deutschland finanziell sehr gut aufgestellt sind. Anders als im Bereich der Lebensversicherungen ist die finanzielle Stabilität nirgendwo auch nur ansatzweise gefährdet. Dazu trägt sicher auch der Mechanismus zu Beitragsanpassungen in der PKV bei. Er sorgt dafür, dass sich die Einnahmen und Ausgaben in den einzelnen Tarifen auf längere Sicht immer die Waage halten. Finanziell gesehen steht die PKV in Deutschland also auf soliden Füßen. Gefährdungen des Systems kommen von anderer Seite.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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