GKV - durchschnittlicher Zusatzbeitrag sinkt 2019 auf 0,9 Prozent

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Im kommenden Jahr dürfen sich viele GKV-Mitglieder über niedrigere Zusatzbeiträge freuen. Das Bundesgesundheitsministerium hat jetzt bekannt gegeben, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag von bisher 1,0 Prozent auf 0,9 Prozent in 2019 sinken soll. Es ist zweite Absenkung in Folge, denn bereits in diesem Jahr liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im Vorjahr.

Der „Gewinn“ fällt für Versicherte, die Arbeitnehmer sind, sogar noch größer aus. Denn gleichzeitig mit der Absenkung soll ebenfalls ab 2019 erstmals die paritätische Finanzierung der Zusatzbeiträge eingeführt werden - ein wichtiges SPD-Anliegen aus dem letzten Bundestagswahlkampf, das es auch in die „GroKo“ geschafft hat. Bisher mussten die Zusatzbeiträge - im Unterschied zu den allgemeinen GKV-Beiträgen - von den Krankenkassenmitgliedern alleine geschultert werden. Bei Selbständigen wird das auch weiterhin so bleiben.


Jede Krankenkasse legt ihren Zusatzbeitrag selbst fest

Die Absenkung ist der nach wie vor guten Kassenlage der gesetzlichen Krankenversicherung geschuldet. Der Schätzerkreis zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der GKV geht davon aus, dass 2019 im Gesundheitsfonds Einnahmen von 231,1 Mrd. Euro erzielt werden, denen Ausgaben von 244,4 Mrd. Euro gegenüberstehen. Das „Defizit“ in Höhe von 13,3 Mrd. Euro muss über die Zusatzbeiträge finanziert werden. Bei der Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages wird auch die finanzielle Situation der Krankenkassen berücksichtigt. Die ist - dank guter Konjunktur und hoher Beschäftigung - ausgezeichnet wie selten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums haben die Finanzreserven der Kassen zur Jahresmitte erstmals die 20 Milliarden-Grenze überschritten. Alleine im ersten Halbjahr sind 720 Millionen Euro Überschüsse erzielt worden.

Inwieweit es tatsächlich zu einer Entlastung für die Versicherten kommen wird, hängt allerdings auch von den jeweiligen Krankenkassen ab. Denn jede Kasse legt ihren Zusatzbeitrag - entsprechend ihrer wirtschaftlichen Situation - selbst fest. Der „durchschnittliche Zusatzbeitrag“ ist nur ein „amtlicher“ Orientierungswert. Bereits heute herrscht bei den Zusatzbeiträgen eine erhebliche Bandbreite. Von den 37 bundesweit geöffneten Krankenkassen bietet heute nur ein Dutzend Kassen den jetzigen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent oder niedriger. Bei den 45 regional geöffneten Kassen sind es immerhin 25. Den niedrigsten Zusatzbeitrag hat die Metzinger BKK - sie verzichtet nämlich ganz darauf. „Spitzenreiter“ ist die Betriebskrankenkasse SECURVITA mit 1,7 Prozent.
 

Überschaubare Entlastung (nur) für Arbeitnehmer

Auch wenn der Zusatzbeitrag gesenkt wird und der Arbeitgeber obendrein künftig die Hälfte übernimmt - auf große Entlastungen dürfen GKV-Mitglieder trotzdem nicht hoffen. Denn ab 2019 sollen zeitgleich die Beiträge zur sozialen Pflegversicherung steigen - um stolze 0,5 Prozentpunkte. Damit wird den Pflege-Mehrkosten durch bessere Leistungen und zusätzliches Personal Rechnung getragen. Be- und Entlastungen heben sich dabei zu einem guten Teil gegenseitig auf.

Bei einem monatlichen Arbeitnehmer-Einkommen von 3.000 Euro als Bemessungsgrundlage würde eine Beitragsabsenkung um 0,1 Prozentpunkte eine Entlastung von 3 Euro im Monat bedeuten. Hinzu kämen weitere 13,50 Euro durch den neuen hälftigen Arbeitgeberbeitrag. Dem stehen 15 Euro Zusatzbelastung durch höhere Pflegebeiträge gegenüber, von denen der Arbeitgeber wiederum 7,50 Euro übernimmt. Unter dem Strich verbleibt ein Plus von 9 Euro. Bei Selbständigen, die die Beiträge zu hundert Prozent selbst tragen müssen, ergibt sich dagegen ein Minus von 12 Euro.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

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