GKV - Weiter steigende Arzneimittel-Ausgaben

Arzneimittel-Ausgaben stellen für Krankenkassen einen wichtigen Kostenfaktor dar. Vor wenigen Tagen wurde der diesjährige Arzneiverordnungsreport (AVR) vorgestellt. Der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK und von der Arzneimittel-Kommission der deutschen Ärzteschaft herausgegebene Bericht gilt als Institution, wenn es um die Erfassung der Verordnungspraxis und der kostenmäßigen Auswirkungen geht.

Für 2015 stellt der AVR einen Anstieg der Arzneimittel-Ausgaben im Bereich der GKV um 1,5 Mrd. Euro auf 36,9 Mrd. Euro fest. Die Arzneikosten sind damit um 4,3 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen - stärker als die GKV-Ausgaben insgesamt, die lediglich um 3,9 Prozent zugenommen haben. Wie der Bericht feststellt, ist dieser überproportionale Anstieg weniger auf ärztliche Verordnungen zurückzuführen als auf Verteuerungen bei Arzneimitteln selbst.
 

Patentgeschützte Arzneimittel besonders betroffen

Betroffen sind vor allem patentgeschützte Arzneimittel. Die Ausgaben sind hier besonders stark um 9,7 Prozent auf 14,9 Mrd. Euro gestiegen. Sie machen damit mehr als 40 Prozent aller Arzneimittel-Ausgaben aus. Bei den patentgeschützten Medikamenten lässt sich der überproportionale Anstieg wiederum auf wenige Mittel eingrenzen. Betroffen sind insbesondere:

  • Humira: ein Rheuma-Medikament, das als teuerstes Arzneimittel überhaupt auf dem deutschen Markt gilt,
  • Harvoni: ein Mittel zur Behandlung von Hepathitis C,
  • Xarelto: ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung,
  • Lucentis: eine Arznei zur Behandlung verschiedener Augenerkrankungen.

Starken Preisanstieg stellen die Studienautoren auch bei den Onkologika fest - Arzneimitteln, die in der Krebsbekämpfung eingesetzt werden. Hier sei auch in den nächsten Jahren mit weiterem Ausgaben-Anstieg zu rechnen. Nach Prognosen des IMS Institute for Healthcare Informatics würden in den fünf umsatzstärksten europäischen Ländern - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien – im Jahre 2020 30 Mrd. Dollar für Onkologika ausgegeben.

Nach Auffassung der Studienautoren sind gerade bei diesen Mitteln Fragezeichen angebracht. Die Pharmaindustrie würde bei der Entwicklung neuer Krebstherapien zu sehr auf das ökonomische Interesse mit dem Bestreben einer möglichst raschen Zulassung als auf den effektiven Nutzen schauen. Künftig müsse die Nutzenbewertung ein stärkeres Gewicht erhalten.
 

Auch Ausdruck einer differenzierteren Behandlung

Den Trend zum Ausgabenanstieg belegt auch folgende Zahl: Während vor zehn Jahren – im Jahre 2006 – die durchschnittlichen Kosten einer ärztlichen Verordnung noch bei 132 Euro lagen, bewegt sich dieser Betrag inzwischen bei 369 Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 180 Prozent. Er ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass es bei medizinischen Behandlungen zu einer stärkeren Spezialisierung gekommen ist, die auch spezielle Medikamenten-Verordnungen bei seltenen Erkrankungen umfasst. Der Ausgaben-Anstieg ist insofern nicht nur Ausdruck einer reinen Verteuerung, sondern auch einer zielgerichteteren, differenzierteren Behandlung.

Titelbild: © nito – fotolia.com

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