GKV – stabile Zusatzbeiträge 2017?

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Für Mitglieder in der GKV gab es jetzt eine gute Nachricht. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag muss 2017 wohl nicht erhöht werden, sondern bleibt stabil bei 1,1 Prozent. Die Krankenversicherung wird also voraussichtlich nicht teurer. Damit können sich GKV-Mitglieder wohl mehr freuen als PKV-Versicherte, bei denen deutliche Prämienerhöhungen für das kommende Jahr erwartet werden.

Die Zuversicht im Bereich der GKV begründet sich aus den Ergebnissen des GKV-Schätzerkreises, der aktuell seine Prognose für die finanziellen Rahmenbedingungen des gesetzlichen Kranversicherungssystems 2016/2017 bekannt gegeben hat. Das Bundesministerium für Gesundheit wird auf der Grundlage der Prognose den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz zum 1. November im Bundesanzeiger bekanntgeben. Es spricht jetzt viel dafür, dass der Satz unverändert bleibt.

Das schließt allerdings nicht grundsätzlich aus, dass einzelnen Kassen ihre Zusatzbeiträge anpassen. Denn maßgeblich für die Beitragserhebung ist immer die Lage der einzelnen Krankenkasse, nicht das, was im Durchschnitt gilt. Dennoch stehen die Zeichen gut, dass höhere Zusatzbeiträge 2017 eher die Ausnahme als die Regel sein werden.
 

Wie ein Buchführungs-Trick

Die Beitragskonstanz in der GKV überrascht, hatte es doch zuletzt immer wieder Vorhersagen über einen weiteren Beitragsanstieg bei den Krankenkassen gegeben. So hatte Doris Pfeiffer, die Vorsitzende des GKV-Bundesverbandes, noch im Frühjahr in einem Zeitungs-Interview erklärt, sie gehe – selbst bei vorsichtiger Schätzung – bis 2019 von einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,9 Prozent aus – also 0,8 Prozent mehr als heute.

Tatsächlich haben sich die Faktoren, die die Beitragsentwicklung beeinflussen, nicht wesentlich verändert. Die unerwartete Beitrags-Stabilität ist einer außerordentlichen staatlichen Finanzspritze für die GKV zu verdanken. Die Bundesregierung hat den Krankenkassen eine Zusage für zusätzliche 1,5 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds gemacht – offiziell mit der Begründung eines Ausgleichs für höhere Belastungen aufgrund des Flüchtlingsstroms und des Ausbaus der Telemedizin. Der Wunsch, im Bundestags-Wahljahr einen weiteren Beitragsanstieg zu verhindern, dürfte dabei aber zumindest mitgeschwungen haben.

Tatsächlich erwartet der GKV-Schätzerkreis in diesem Jahr beim Gesundheitsfonds eine Unterdeckung von 13 Mrd. Euro, die durch Zusatzbeiträge ausgeglichen werden müssen, und für das kommende Jahr sogar in Höhe von 14,3 Mrd. Euro. Die Krankenkassen müssten also eigentlich im Jahr 2017 1,3 Mrd. Euro mehr an Zusatzbeiträgen zur Abdeckung aufbringen. Dieser Betrag wird nun gerade durch den Zuschuss aus dem Gesundheitsfonds abgefedert. Die Mittel dafür stammen wiederum selbst aus den Reserven des Gesundheitsfonds, die sich derzeit auf rund 10 Mrd. Euro belaufen.

Es sieht aus wie ein Buchungstrick. Ein nachhaltiges Signal für Stabilität bei den Zusatzbeiträgen ist das sicher nicht. Der Trend zu höheren Zusatzbeiträgen bleibt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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